- 19.10.2010 Elke M. Erichsen
- Orchideensubstrat oder Jungpflanzensubstrat
- durchsichtige Pflanztöpfe
- spezielle Übertöpfe
- Blumensprühflasche
- scharfes Messer
- Holzkohlepulver
- durchsichtige Plastiktüte
Für Laien ist die vegetative Vermehrung von Orchideen über Ableger (Kindel) und Teilung der Mutterpflanze am einfachsten. Der günstigste Zeitpunkt ist das Frühjahr.
Vorbereitung der Orchideenvermehrung
- Kaufen Sie in einem Bau- und Pflanzenmarkt durchsichtige Pflanztöpfe (speziell für Orchideen mit Schlitzen am Boden), Orchideensubstrat (muss dann manuell zerkleinert werden) oder gleich Jungpflanzensubstrat. Später benötigen Sie noch spezielle Übertöpfe mit einem verdickten Innenrand, auf dem der Plastiktopf aufsitzt, damit er nicht im Stauwasser steht, falls Sie einmal zu viel gegossen haben.
- Lösen Sie den Orchideenableger (Seitentrieb, Kinder oder Bulbe) nicht zu früh von der Mutterpflanze. Er muss groß genug sein, um allein überleben zu können. Das kann auch schon einmal 1 Jahr oder länger dauern. Besprühen Sie den Ableger in dieser Zeit regelmäßig mit einer Blumensprühflasche, damit sein Wasserbedarf gedeckt ist und er Wurzeln bildet.
- Diese Wurzelbildung können Sie vereinfachen bzw. anregen, indem Sie den Orchideenableger an der Mutterpflanze lassen, einen kleinen Topf mit sehr feinem feuchten Substrat darunter stellen, den Ableger vorsichtig etwas biegen, bis er oder auch eine bereits vorhandene Wurzel auf dem Substrat aufliegt. Nach mehreren Wochen bilden sich neue Wurzeln, die in das Substrat eindringen. Dann kann der Ableger von der Mutterpflanze getrennt werden.
- Wollen sich keine Wurzeln bilden, wickeln Sie etwas feuchtes Moos (immer feucht halten) um den unteren Teil des Ablegers oder stecken Sie diesen Teil in eine Plastiktüte mit feuchtem Substrat.
Orchideenableger richtig einpflanzen
- Hat der Orchideenableger wenigstens 2 gut entwickelte Blätter und ist seine Luftwurzel etwa 5-8 cm lang, kann er bei manchen Orchideenarten vorsichtig abgedreht, bei anderen muss er mit einem sehr scharfen, sehr sauberen Messer abgeschnitten werden. Auch eine Teilung der Mutterpflanze (z.B. beim Frauenschuh) ist möglich.
- Stecken Sie die Schnittstellen kurz in Holzkohlepulver, um eventuelle Bakterien abzutöten und ein Faulen des Ablegers zu vermeiden.
- Füllen Sie in einen speziellen durchsichtigen Pflanztopf fein zerkleinertes Orchideensubstrat und pflanzen Sie den Orchideenableger ein.
- Da er in der ersten Zeit zum Anwachsen eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigt, schaffen Sie ihm ein kleines Ersatz-Treibhaus. Nehmen Sie eine durchsichtige Plastiktüte, machen Sie viele kleine Luftlöcher hinein und stülpen Sie diese Tüte über den Pflanztopf. Um Schimmel und Fäulnis zu vermeiden, nehmen Sie die Tüte einmal täglich für kurze Zeit ab.
- Bemerken Sie, dass Ihr Orchideenableger angewachsen ist, können Sie das weitere Wachstum einmal mit sehr stark verdünntem Orchideendünger fördern.
- Hat die Mutterpflanze bei einigen Arten mehr als 8 Bulben, durchtrennt man sie zwischen diesen Bulben so, dass jedes Teil wenigstens 3 Bulben behält, zieht die Teile vorsichtig auseinander und pflanzt sie dann getrennt neu ein. Gegossen werden sie erst wieder nach etwa 2 Wochen.