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Optimale Barcodequalität erreichen

Sicherlich haben Sie auch schon einmal erlebt, dass an der Supermarktkasse ein Produkt nicht über die Scannerkasse läuft. Oft muss die Kassiererin den Code dann aufwendig manuell eingeben. Dies ist nur einer von vielen Gründen, weshalb eine gute Barcodequalität wichtig ist. Um diese zu erreichen, müssen Sie gleich mehrere Aspekte berücksichtigen. Hierzu zählen neben der Druckqualität auch die Platzierung und die Layoutgestaltung des Barcodes.

Die richtige Farbkombination ist entscheidend für eine gute Scanner-Lesbarkeit.
Die richtige Farbkombination ist entscheidend für eine gute Scanner-Lesbarkeit.

Unterscheiden Sie zwischen 1D- und 2D-Barcode-Typen

Allgemein wird bei Barcode-Typen in zwei Hauptarten unterschieden: Die sogenannten 1D-Codes sind Strichcodes, wie Sie sie von Paketsendungen kennen. Der 2D-Code ist der Matrixcode, welcher nicht in Form von Strichen, sondern in einem viereckigen Raster erscheint. Von den 1D und 2D-Barcodes gibt es nochmals verschiedene Untersorten:

  • Der Code 2 Interleaved gehört zu den 1D-Barcodes. Er besteht in der Regel aus sechs bis zwanzig numerischen Stellen. Der Strichcode enthält kein eindeutiges Start- und Stoppzeichen. Eingsetzt wird er bei Paketdiensten, Fluggepäck und in der Industrie.
  • Einen weiteren Strichcode stellt der Code 39 dar. Dieser ist alphanumerisch und kann bis zu 15 Stellen beinhalten. Erkannt wird er durch ein eindeutiges Start- und Stoppzeichen.
  • Den Code 128-Strichcode finden Sie hauptsächlich bei neuen Anwendungen. Er hat ein eindeutiges Start- und Stoppzeichen und umfasst bis zu 25 Stellen, er kann auch ASCII Zeichen umwandeln.
  • Oft genutzt ist der GS1 DataBar Code, welcher zusätzlich zwei Codemuster und Codeworte enthält. Diesen Code finden Sie für die Kennzeichnung von Verbrauchsgütern.
  • Zu den gängigen 2D-Matrixcodes gehört der GS1 Data Matrix Code. Er hat eine Lageerkennung in Form der Ecke des L-Winkels. Dies bedeutet, dass zwei aneinanderliegende Außenseiten durchgängig gefärbt sind. Diesen Code finden Sie vor allem im Pharma- und Handelsumfeld.

Für die Lesbarkeit ist die Qualität des Drucks entscheidend

Diese Farbkombinationen sind gut lesbar.
Diese Farbkombinationen sind gut lesbar. © Melanie Schnurr

Ein Kriterium ist bei allen Barcode-Typen wichtig: Die Qualität. Stimmt diese nicht, kann es zu zahlreichen Problemen kommen. Diese reichen von nicht lesbaren Codes an der Supermarktkasse, bis hin zur Identifizierung und Nachverfolgbarkeit kompletter Handelsketten. Eines der Hauptkriterien für eine gute Qualität ist der Druck des Barcodes.

  • Damit Sie beim Drucken eine gute Qualität erzielen, müssen Sie einen hohen Symbolkontrast erreichen. Die beste Farbkombination von Code und Untergrund ist der Schwarz-auf-Weiß-Druck. Schlecht sind Farbkombinationen mit wenig Kontrasten wie Gelb auf Weiß oder Schwarz auf Gold.
  • Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Technik der Farbaufbringung. Ist die Materialoberfläche speziell beschichtet, kann der Aufdruck schnell verwischen. Wählen Sie den für Ihren Einsatz geeigneten Drucker aus, um ein gutes Ergebnis zu erzielen.
  • Achten Sie darauf, dass der Druckzuwachs stimmt. Je nach Untergrund und Drucktechnik kann der Druck zu schwach oder zu stark ausfallen.
  • Ist der Druck zu schwach, bedeutet dies einen negativen Druckzuwachs. Der Barcode ist nur teilweise erkenntlich. Bei zu großem Druck, dem positiven Druckzuwachs, ist zuviel Druckerfarbe vorhanden. Beide Fälle führen zu einer schlechten Druckqualität.
  • Achten Sie bei 2D-Matrixcodes darauf, dass Sie die einzelnen quadratischen Zellen sauber füllen. Vor allem bei Ink Jet oder Nadelprägungs-Druckern entstehen beim Drucken ovale oder runde Zellen. Dadurch bekommen Sie eine schlechte Lesbarkeit.

In der Norm ISO/IEC 15415 werden Qualitätskriterien für eine gute Druckqualität für Data Matrix Codes definiert. Die Norm ISO/IEC 15416  legt die Kriterien für lineare Strichcodes fest. Beide Normen legen eine Qualitätseinstufung von Grad null bis Grad vier fest. Null ist das schlechteste Ergebnis, vier das beste, welches Sie beim Drucken erreichen können.

Weitere Aspekte zum Erreichen einer guten Barcode-Qualität

Neben dem eigentlichen Druckvorgang müssen Sie weitere Aspekte berücksichtigen, um ein gutes Ergebnis zu erzielen:

  • Damit Sie eine gute Qualität erreichen, muss der Barcode an der richtigen Stelle platziert sein. Bei Codes, welche zu nah am Rand gedruckt sind, besteht die Gefahr, dass Sie diese nicht richtig mit dem Scanner erfassen können.
  • Achten Sie darauf, dass Sie den Code an einer Stelle aufdrucken, die nicht geknickt oder durch weitere Verpackungen überdeckt wird.
  • Wählen Sie das richtige Barcode-Layout. Beachten Sie bei 1D-Codes die Strichbreiten. Liegen die Striche zu nah zusammen, kommt es zu einer Fehlermeldung beim Lesen. Bei 2D-Codes ist das Gitternetz entsprechend zu füllen. Die genauen Richtlinien hierfür finden Sie in der ISO 16022.
  • Damit Sie den Code fehlerfrei erfassen können, müssen Sie eine bestimmte Größe einhalten. Der EAN-13-Strichcode ist festgelegt auf eine Höhe von 25,93 mm und eine Länge von 37,29 mm.
  • Neben all diesen Kriterien für eine gute Barcodequalität, ist das entsprechende Lesegerät wichtig. Wählen Sie einen für Ihre Zwecke geeigneten Scanner. Ansonsten bekommen Sie eine Fehlermeldung oder Sie können den Code nicht lesen.
Diese Farbkombinationen sind schlecht bis gar nicht geeignet.
Diese Farbkombinationen sind schlecht bis gar nicht geeignet. © Melanie Schnurr

Um letztendlich einen einwandfreien und schnell lesbaren Barcode zu erhalten, müssen Sie eine ganze Reihe von Kriterien berücksichtigen. Diese lohnen sich, da Sie dadurch effizientere Scanvorgänge und weniger manuellen Aufwand erreichen.

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