Opportunismus aufgeben - so vertreten Sie Ihre Meinung

Eigene Standpunkte sollten auch vertreten werden. Eigene Standpunkte sollten auch vertreten werden.
Opportunismus ist eine weit verbreitete Eigenschaft, denn nicht jeder ist fähig, einen eigenen Standpunkt gegen die Meinung der Mehrheit zu vertreten. Wenn Sie jedoch lieber Ihren eigenen Überzeugungen treu sein wollen, als Ihr Fähnchen andauernd in den Wind zu hängen, sollten Sie Gegenwind nicht scheuen.
Anna Schmidt
03.06.2011 Anna Schmidt

Wer kennt das nicht: in einer Diskussion scheinen plötzlich alle der gleichen oder einer ähnlichen Meinung zu sein. Doch vielleicht traut sich bloß niemand, den Gegenstandpunkt einzunehmen, auch wenn es für diesen gute Gründe gibt. Wenn Sie nicht in den Chor der Mehrheit einstimmen wollen, wenn Sie eigentlich anderer Meinung sind, brauchen Sie Mut.

Opportunismus tut niemandem wirklich gut

  • Wenn Sie immer nur der Meinung der Mehrheit anhängen, egal, wie oft diese wechselt, sind Sie letztendlich nicht mehr erkennbar in einem bestimmten Standpunkt. Opportunismus scheint für Sie dann der leichtere Weg zu sein und niemand wird von Ihnen annehmen, dass Sie Werte und Überzeugungen haben, die Sie auch gegen Widerstand vertreten.
  • In einer Diskussion einen eigenen Standpunkt zu vertreten, der nicht der Mehrheitsmeinung entspricht und mit dem Sie vielleicht sogar ganz alleine dastehen, ist jedoch nicht ganz einfach. Vor allem sollten Sie sich Ihrer inneren Überzeugungen ganz sicher sein.
  • Ihre eigene Meinung sollten Sie zudem mit guten Argumenten vertreten können. Nur einen Standpunkt einzunehmen reicht nicht, Sie müssen ihn auch begründen können.
  • In einer Diskussion ist es wichtig, zunächst auf die Meinungen und Argumente der anderen zu hören. Dann können Sie Ihre Gegenargumente sortieren und sie gegen die zuvor gehörten Argumente stellen.
  • Sie sollten sich jedoch darüber im Klaren sein, dass die eigenen Überzeugungen oft auf Vorannahmen beruhen, die es zu überprüfen gilt. Vielleicht ist Ihr Sachwissen gar nicht vollständig, sodass Sie durchaus zu einer anderen Meinung gelangen können, wenn Sie weitere Informationen bekommen.

Die Relativität des eigenen Standpunktes       

  • Auch sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Ihre Meinungen und Wertungen oft stark von eigenen Erfahrungen abhängig sein können. Die der anderen allerdings auch, sodass Standpunkte immer relativ sind.
  • Wenn Sie es bisher gewohnt waren, mit der eigenen Meinung hinterm Berg zu halten und sich damit nicht hervorzutrauen, dann sollten Sie dies schrittweise ändern. Es muss nicht gleich eine große politische Diskussion sein, in der Sie sich zu Wort melden, es reicht schon, wenn Sie in einer Diskussion über Alltagsthemen üben, den eigenen Standpunkt zu vertreten und den eigenen Opportunismus aufzugeben.
  • Probieren Sie einfach einmal aus, was passiert, wenn Sie einen Gegenstandpunkt einnehmen und diesen ruhig und klar formulieren, ohne Ihr Gegenüber anzugreifen. Vielleicht wird Ihnen mehr Gehör geschenkt werden, als Sie zuvor erwartet haben.

Wer an Opportunismus gewöhnt ist, wird es nicht leicht haben, diesen aufzugeben. Letztendlich bedeutet es ein großes Maß an Persönlichkeitsentwicklung, sich vom Opportunisten zum Vertreter einer eigenen Meinung zu entwickeln.  

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