Alle Kategorien
Suche

Oma gestorben - so Sonderurlaub geltend machen

Das Arbeitsrecht regelt nur unvollkommen, wann Sie Sonderurlaub beanspruchen können. Ist Ihre Oma gestorben, lässt Sie das Gesetz dennoch nicht im Stich. Auch ein Tarifvertrag kann weiterhelfen. Allerdings gelten klare Regeln.

Beim Trauerfall besteht keine Arbeitspflicht.
Beim Trauerfall besteht keine Arbeitspflicht. © Dieter Schütz / Pixelio

Ihr Arbeitsvertrag verpflichtet Sie, vereinbarungsgemäß zu arbeiten. Treten unvorhergesehene Ereignisse ein, steht Ihnen unter gewissen Voraussetzungen Sonderurlaub zu. In diesem Fall muss der Arbeitgeber Ihren Lohn fortzahlen. Um mit Ihrem Arbeitgeber klarzukommen, sollten Sie die Regeln kennen.

Sonderurlaub gibt es nur in Ausnahmefällen

  • Gibt es für Ihre Brache einen Tarifvertrag oder in Ihrem Betrieb eine Betriebsvereinbarung, lesen Sie nach, ob dort für bestimmte Situationen Sonderurlaub gewährt wird. Im Idealfall sind die am häufigsten vorkommenden Fälle, wenn beispielsweise die Oma gestorben ist, geregelt. Dann lässt sich Ihr Anspruch auf Freistellung klar begründen und bedarf keiner großen Diskussion.
  • Allerdings kann der Tarifvertrag auch eine Einschränkung dahin gehend vorsehen, das Ihre eigene Oma gestorben sein muss. Ist die Großmutter Ihres Ehepartners betroffen, kann der Sonderurlaub durchaus auch verweigert werden.
  • Besteht kein Tarifvertrag, sieht § 616 BGB eine Lohnfortzahlung für den Fall vor, dass Sie für kurze Zeit an Ihrer Arbeitsleistung verhindert sind. Dazu müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein.

Ist die Oma gestorben, hilft das Gesetz

  • Zunächst muss ein in Ihrer Person bedingter Grund vorliegen. Objektive Hindernisse, wie ein Stau auf der Autobahn, reichen dafür nicht aus. Familienereignisse, so wenn die Oma gestorben ist, werden anerkannt.
  • Dann müssen Sie selbst ohne Ihr Verschulden an der Arbeitsleistung gehindert sein. Ist die Oma gestorben, können sie dafür nichts.
  • Drittens darf Ihre Verhinderung nur für eine verhältnismäßig kurze Zeit andauern. Dazu wird auf die Dauer der Betriebszugehörigkeit abgestellt. Je länger sie beschäftigt sind, umso länger wird Ihre Abwesenheit toleriert. In der Praxis des Arbeitsrechts geht man bei einer Beschäftigungsdauer bis zu sechs Monaten in einer Faustregel bis zu drei Tagen aus sowie einer Woche bei einer Beschäftigungszeit bis zu einem Jahr und bis zu zwei Wochen bei längerer Betriebszugehörigkeit.
  • Notfalls müssen Sie normalen Urlaub nehmen oder sich unbezahlten Urlaub gewähren lassen.
Teilen: