Wenn Sie nicht gerade in den Wald ziehen oder unter einer Brücke campieren wollen, dann sollten Sie sich vor einem Auszug aus dem Elternhaus Gedanken darüber machen, wie Sie die Miete finanzieren.

Ohne eigenes Geld und Einkommen ausziehen

  • Wenn Sie weder über ein eigenes Einkommen noch über die nötigen Geldrücklagen verfügen, werden Sie Unterstützer brauchen, um die Wohnkosten zu finanzieren. Um diese möglichst gering zu halten, kann zwar der Einzug in eine WG infrage kommen, doch auch hier werden Sie Ihren Mietanteil pünktlich entrichten müssen.
  • Wenn Sie sich mit Ihren Eltern gut verstehen und diese Ihren Weg unterstützen, werden Sie hier auch auf finanzielle Hilfe bauen können. Wenn nicht, müssen Sie andere Mittel und Wege finden.
  • Das Jobcenter wird Ihnen eine eigene Wohnung bzw. eigene Wohnkosten, die aufgrund eines Auszuges entstehen, nur im Ausnahmefall erstatten, wenn Sie noch nicht 25 Jahre alt sind. Denn es muss ein schwerwiegender Grund vorliegen, der Sie mehr oder weniger zum Ausziehen zwingt. Dies kann beispielsweise bei wiederholter Gewalt in der Familie oder sexuellem Missbrauch der Fall sein. Dass Sie sich mit Ihren Eltern vielleicht nicht mehr so gut verstehen und lieber eigene Wege gehen, ist hingegen kaum ein schwerwiegender Grund.  

Mit einem Tauschgeschäft die Miete ersetzen

  • Wenn Sie zuverlässig und vertrauenswürdig sind, dann kommt statt Mietzahlungen vielleicht auch eine Art Tauschgeschäft in Betracht. Viele ältere Leute wohnen auf großen Flächen, weil die Kinder längst ausgezogen sind und der Partner möglicherweise verstorben ist. Andererseits sind sie zunehmend auf Hilfe angewiesen, was die täglichen Erledigungen angeht.
  • Wenn Sie sich um den Haushalt und kleinere Erledigungen kümmern, dann können Sie damit einen Teil der Mietzahlungen ersetzen. Sie zahlen den Gegenwert für das Wohnen dann nicht in Geld, sondern in Arbeitszeit zurück. In manchen großen Städten gibt es schon Initiativen, die auf diese Weise Senioren und Studierende zusammenbringen.

Ausziehen ohne über genügend Geld zu verfügen, muss kein Ding der Unmöglichkeit sein. Insbesondere wer als Student zu Hilfeleistungen für die ältere Generation bereit ist, kann in vielen Städten sehr günstig wohnen.