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Ölpest im Golf von Mexico - Ursache und Auswirkungen

Im April des Jahres 2010 wurde durch eine Explosion auf der Ölbohrplattform "Deep Horizon" eine verheerende Ölpest im Golf von Mexiko ausgelöst. Wie es dazu kam und welche Folgen dies für das Meer und die betroffenen Küstenregionen hat, erfahren Sie im nachfolgenden Text.

Sie können die Umwelt gefährden - Ölbohrplattformen.
Sie können die Umwelt gefährden - Ölbohrplattformen. © rebel / Pixelio

Ölpest im Golf - die Explosion auf "Deep Horizon"

Gegen 22 Uhr, am 20. April 2010, ereignete sich auf der Ölbohrplattform "Deep Horizon" eine Explosion, die die bisher schwerste Umweltkatastrophe, verursacht durch Erdöl, nach sich zog - die Ölpest im Golf von Mexiko.

  • Kurz vor dem Unglück hatte die Crew der "Deep Horizon" eine Bohrung in einer Tiefe von etwa 5.500 Metern nahezu fertiggestellt. Zu einem sogenannten Blowout kam es, als der Druck im Bohrloch „Mississippi Canyon Block 252“ stark anstieg. Große Mengen an Öl, Gas und Bohrschlamm traten unter hohem Druck aus. In der Folge entzündete sich das Erdgas und setzte die Ölbohrplattform in Brand. Trotz intensiver Löschversuche konnte die Plattform nicht gerettet werden. Zwei Tage später, am 22. April 2010, sank sie im Golf von Mexiko, Erdöl in riesigen Mengen strömte noch für lange Zeit in das Meerwasser. 115 Personen von der Bohrinselbesatzung wurden gerettet, elf weitere fanden - wahrscheinlich aufgrund der Explosion - den Tod.
  • Schon einige Wochen vor dem Unfall auf der "Deep Horizon" ereigneten sich zahlreiche Erdgaseinbrüche, deren Häufigkeit auffällig war. Kurze Zeit vor der Explosion auf der Ölbohrplattform geriet eine so große Menge Erdgas in das Bohrloch, dass ein Notstopp sämtlicher feuergefährlicher Arbeiten auf "Deep Horizon" angeordnet wurde. Vonseiten eines der Plattformbetreiber, von BP, wurde die Gefahr, die durch Erdgaseinbrüche für die Plattform entstehen könnte, als „vernachlässigbar“ eingestuft.
  • Doch auch die Behörden trugen ihren Teil als Verursacher der Katastrophe bei. So hielt es die nationale Aufsichtsbehörde - damals noch unter dem Namen Minerals Management Service - nicht für notwendig, die Ausarbeitung eines Notfallplans vorzunehmen, der vor Unfällen mit Auswirkungen dieser Art schützen sollte. Begründet wurde dies damit, dass ein massiver Ölaustritt als Folge eines Unglücks als „unwahrscheinlich bis unmöglich“ angesehen wurde.

Die Folgen der Ölpest für Meer und Küste 

  • Da die Bohrstelle in einem Gebiet lag, in dem sich Tierschutzreservate befanden, waren die Auswirkungen der Verschmutzung durch das Öl hier besonders ausgeprägt. Vor allem das Wildschutzgebiet "Pass a Loutre", das große Wasservogelbestände beherbergt, war stark betroffen.
  • Bei dem Versuch, den Ölteppich durch kontrolliertes Verbrennen zu beseitigen, entstand - zusätzlich zur Ölpest - eine erhebliche Verschmutzung der Luft. Auch verblieben bei dieser Maßnahme viele giftige Stoffe des Öls im Meer und gelangten weiterhin in die Nahrungskette.
  • Nach dem Erreichen von Küstenregionen und Inseln verseuchte die Ölpest zahllose Küstenvögel. Ebenfalls davon berührt wurden im Wasser lebende Tiere wie Meeresschildkröten, Fische und Delfine.
  • In den Monaten Mai und Juni des Jahres 2010 wurde festgestellt, dass der Sauerstoffgehalt im Wasser um knapp ein Drittel zurückgegangen war. Extrem hoch dagegen war der Anteil von Methan im Wasser.
  • Ein Fischfangverbot wurde am 2. Juni 2010 sowohl für Floridas Küste als auch für die Mississippimündung verhängt. Kurz darauf teilte die US-Gesundheitsbehörde mit, dass über 70 Personen durch den Kontakt mit der Ölpest an Krankheiten litten.

Tipp: Möchten Sie sich, beispielsweise für die Vorbereitung auf den Unterricht in der Schule, Bilder der Ölpest im Golf von Mexiko ansehen, können Sie Fotos zu diesem Thema im Internet aufrufen.

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