- 03.05.2011 Dr. med. Heiko Geisheimer
Was es bei der Notfallapotheke zu beachten gilt
Vor Reiseantritt sollten Sie bei der Auswahl der Notfallapotheke einige Dinge beachten.
- Sorgen Sie für eine bruchsichere und wasserdichte Verpackung Ihrer Notfallapotheke.
- Lassen Sie sich vor allem bei Flugreisen vom Arzt ein mehrsprachiges Attest über notwendige Medikamente geben, um Problemen am Flughafen vorzubeugen.
Wie eine sinnvolle Reiseapotheke aussehen sollte
- Wichtig bei einem Durchfall auf Reisen ist der Flüssigkeits- und Elektrolytersatz. Dazu eignen sich abgekochtes Wasser und Elektrolytlösungen, die Sie auch selber herstellen können. Auf einen Liter abgekochtes Wasser nehmen Sie einen Esslöffel Zucker, einen Halben Teelöffen Salz und ein Päckchen Backpulver.
- Loperamid (Lopedium, Imodium) hemmt die Darmtätigkeit und sollten nur mit Sorgfalt verwendet werden. An Probiotika geeignet sind Hefepilze oder auch Lactobacillus species.
- In der Notfallapotheke gegen Übelkeit und Erbrechen sollte sich Metoclopramid (MCP, als Tropfen oder Tabletten) befinden. Gegen Magen-Darm-Krämpfe hilft Butylscopolamin.
- Sollten Sie im Urlaub an einer Atemwegserkrankung leiden, sind Schleimlöser wie Ambroxol oder ACC geeignet. Gegen trockenen Reizhusten können Sie Codein bzw. Dihydrocodein verwenden.
- Gegen Hauterkrankungen oder Hautinfektionen sollte die Notfallapotheke eine jodhaltige Lösung oder Salben und eine Wund- und Heilsalbe enthalten. Vergessen Sie auch nicht, ein kleines Verbandsset mitzuführen. Diese sollte Wund- und Heilpflaster, einige Mullbinden sowie elastische Binden, ein steriles Verbandspäckchen, eine kleine Schere, eine Pinzette sowie Einmalhandschuhe beinhalten.
- Bei Sonnenbrand und Insektenstichen hilft ein antihistaminhaltiges Gel oder eine schwach kortisonhaltige Salbe ganz gut.
- Gegen Schmerzen und Fieber können Sie Paracetamol (auch für schwangere Frauen oder Kinder geeignet), Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure verwenden.
- Vergessen Sie in Ihrer Notfallapotheke auch nicht so banale Dinge wie ein Fieberthermometer, Sonnenschutzcreme oder eine Ersatzbrille.
Die meisten Medikamente bekommen Sie zwar ohne Rezept in der Apotheke, eine Beratung durch Ihren Hausarzt ist aber auch in Hinblick auf Reiseimpfungen oder verschreibungspflichtige Medikamente sinnvoll.