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Nierenprobleme beim Hund - Ursachen und Prävention

Die Niere ist eines der wichtigsten Organe des Körpers. Doch immer öfter haben auch Hunde Nierenprobleme, die sich manchmal nur schwer erkennen lassen. Daher ist es für Sie als Besitzer sinnvoll, grundlegendes Wissen über das System Niere zu erlangen.

Regelmäßige Entleerung der Blase schützt vor aufsteigenden Infektionen.
Regelmäßige Entleerung der Blase schützt vor aufsteigenden Infektionen.

Aufgaben und Aufbau der Niere

Die Niere ist eines der wichtigsten Organe des Körpers und ist bei allen Säugetieren gleich aufgebaut.

  • Hauptaufgabe der Niere ist die Filtration des Blutes und Entsorgung giftiger Stoffe für den Körper.
  • Zudem kommt der Niere ein wichtiger Part in der Regulation von Blutdruck, pH-Wert und Elektrolytzusammensetzung zu. Gesteuert durch verschiedene Hormone wie Angiotensin und Aldosteron kontrolliert die Niere die Ausscheidung von Wasser, Natrium und anderen Blutbestandteilen.
  • In der Niere selbst werden außerdem Hormone produziert. Als Doping bekannt ist EPO, Erythropoetin. Dieses Hormon stimuliert die Blutbildung, weshalb Hunde mit chronischem Nierenversagen oft durch Anämie auffallen.
  • Kleinste funktionelle Einheit der Niere ist das Nephron. Davon hat ein Hund ca. 500.000 - in jeder Niere. Das Nephron besteht aus Glomerulum und Tubulus.
  • Das Glomerulum ist eine Art Gefäßknäuel. Aus diesem werden die Inhaltsstoffe in den Tubulus filtriert. Dabei passieren kleine Moleküle, wie Wasser, Glukose und Elektrolyte, die Schranke leicht, Proteine können die Barriere für gewöhnlich nicht passieren.
  • Die Aufgabe des Tubulus ist nun, in verschiedenen Abschnitten das Wasser und die Elektrolyte zurückzuresorbieren und im Nierenmark den Harn zu konzentrieren. Dabei wird hormonell gesteuert, ob der Harn stark konzentriert wird, wie bei Wassermangel, oder nicht. Manche Stoffe, wie Glukose, werden vollständig resorbiert; andere, wie Natrium oder Kalium, je nach Bedarf teilweise ausgeschieden. 
  • Der sogenannte Sekundärharn, der so aus dem filtrierten Blut entsteht, wird nun in das Nierenbecken geleitet. Von dort kommt er über die beiden Harnleiter in die Blase, wo der Harn gesammelt und dann über die Harnröhre abgegeben wird.

Nierenerkrankungen des Hundes im Überblick

Ist das System der Niere geschädigt, kann es bei Ihrem Hund zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen.

  • Selten, aber gefährlich ist das akute Nierenversagen. Dieses kann von der Niere selbst ausgehen, zum Beispiel hervorgerufen durch giftige Stoffe, wie Eicheln, die die Niere schädigen, oder bestimmte Medikamente. Aber auch im Schock leidet die Niere, weil sie nicht mehr durchblutet wird und sich die Zellen des Tubulus ablösen. Das akute Nierenversagen ist in der ersten Phase durch geringer werdende Harnmengen gekennzeichnet. Wenn die Niere hingegen schon irreversibel geschädigt ist, kommt es zu unkontrollierbarem Wasserlassen.
  • Das Nierenversagen geht jedoch meist chronisch vonstatten. Dabei kann es passieren, dass der Hund lange keine Symptome zeigt. An Ihrem Hund bemerken Sie dann eine Urämie - Anzeichen der giftigen Stoffe, wie Harnstoff, die nicht ausgeschieden werden. Das bedeutet, dass der Hund apathisch wird, einen urinartigen Mundgeruch bekommt und kaum mehr frisst bzw. erbricht.

Diesem Nierenversagen können verschiedene Ursachen zugrunde liegen:

  • Wenn sich das Glomerulum verdickt, zum Beispiel, weil Proteine eingelagert sind, kann sich die Filtrationsbarriere zu weit öffnen. Dadurch können Proteine in den Tubulus gelangen und werden ausgeschieden. Solche Proteinverluste gehen oft mit Infektionen einher, beispielsweise Borelliose, aber auch mit Gebärmutterentzündungen.
  • Auch Tumoren der Niere können diese schädigen. Sie können außerdem zu einem Harnstau führen.
  • Ebenso wie Menschen können auch Hunde Harnwegsinfektionen bekommen. Diese können aufsteigend aus der Harnröhre oder über das Blut die Niere angreifen. Dies geschieht dann, wenn die normalen Schutzmechanismen außer Kraft sind. Das kommt vor allem bei einer gestörten Harnzusammensetzung, beispielsweise bei Diabetes mellitus, vor.
  • Sehr häufiges Haustierproblem ist die Bildung von Harnsteinen. Diese entstehen bei ungünstiger Stoffwechsellage aus Mineralstoffen und können Harnwege in der Art verlegen, dass Harn angestaut wird und es zu einer starken Urämie kommt.

Nierenerkrankungen vorbeugen

Chronisches Nierenversagen ist eine häufige Todesursache bei Hunden. Dies liegt daran, dass es schleichend verläuft und anders als Darmerkrankungen nicht so leicht bemerkbar ist. Bis der Hund klinisch auffällig ist, ist oft schon ein Großteil der Nephrone geschädigt.

  • Beobachten Sie Ihren Hund genau, besonders beim Wasserlassen. Achten Sie auf Veränderungen in Menge und Häufigkeit des Harnabsatzes.
  • Alarmzeichen ist unkontrolliertes Wasserlassen, ebenso eingestellte Harnproduktion. Wenn der Hund sichtbar Beschwerden hat, sollten Sie den Tierarzt aufsuchen. Ist der Harn verfärbt, sollte er einem Tierarzt vorgestellt werden. Besonders Blutbeimengungen können auf eine Entzündung der Harnwege hinweisen.
  • Auch die Trinkmenge Ihres Hundes kann einen entscheidenden Hinweis auf Nierenprobleme liefern. Man geht von einer täglichen Aufnahme von 50 ml Wasser je Kilogramm Körpermasse aus. Erhöht sich diese Menge scheinbar grundlos, sollte das Tier medizinisch untersucht werden. Sogenannte Polydipsie, vermehrter Durst, ist ein Symptom verschiedener Erkrankungen, unter anderem der Niere.
  • Um Nierenerkrankungen vorzubeugen, sollten Sie jährlich eine Kontrolluntersuchung vom Tierarzt durchführen lassen. Der Fachmann kann anhand der Blutwerte den Nierenstatus überprüfen und bei Bedarf weitere Untersuchungen, wie Ultraschall, vornehmen.
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