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Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen - so geht's

Übersteigen Ihre Kapitalerträge den Sparer-Pauschbetrag (Stand 2010: 801 €), Sie werden aber nicht zur Einkommensteuer veranlagt (Stand 2010: bei Einkommen unter 8.004 €), ist es sinnvoll, eine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) zu beantragen und somit der Abgeltungssteuer zu „entkommen“. Doch wie beantragt man eine Nichtveranlagerungsbescheinigung?

Einkünfte für die Nichtveranlagungsbescheinigung müssen ausgerechnet werden.
Einkünfte für die Nichtveranlagungsbescheinigung müssen ausgerechnet werden.

Es existieren 3 Arten der Nichtveranlagerungsbescheinigung. Die wohl relevanteste ist die NV 1A. Denn diese ist einzig für natürliche Personen, also für jeden Menschen, gedacht.  Deswegen wird hier nur auf diese NV-Bescheinigung (NV 1A) Bezug genommen.

Wer kann eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen?

  1. Sie dürfen nur eine natürliche Person sein (ansonsten könnte nur NV 2A oder 3A in Betracht kommen). Eine natürliche Person ist jeder einzelne Mensch, ab Geburt bis zum Tod. Im Gegensatz dazu stehen die Vereine, Aktiengesellschaften oder Gesellschaften mit beschränkter Haftung als juristische Personen.
  2. Sie dürfen (voraussichtlich) nicht zur Einkommenssteuer veranlagt werden, also zumindest unter dem Grundfreibetrag der Einkommensteuer-Tabelle (Stand 2010: 8.004 €) liegen. Falls Sie zusammen mit Ihrem Ehegatten veranlagt sind, kann der Antrag nur für sämtliche Kapitalerträge beider Ehegatten gestellt werden.

Welche Freigrenzen gelten für die Nichtveranlagungsbescheinigung?

  • Auf den Grundfreibetrag von 8.004 € (Stand 2010) können noch 801 € Sparer-Pauschbetrag sowie 36 € Sonderausgaben aufgeschlagen werden, sodass sich daraus ein Gesamtbetrag von 8.841 € ergibt.
  • Bei Ehepaaren, die zusammen veranlagt sind, beträgt der Sparer-Pauschbetrag 1.602 €, wodurch sich eine Freigrenze für die Nichtveranlagungsescheinigung von 9.642 € ergibt.

Wie wird eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragt?

  1. Sie müssen auf der Website des Bayerischen Landesamtes für Steuern oder auf der Website eines anderen Finanzamtes den Antrag auf Ausstellung einer Nichtveranlagungs- (NV-) Bescheinigung für natürliche Personen (NV 1 A) öffnen
  2. In das oberste Kästchen ist Ihr zuständiges (Wohnsitz-)Finanzamt und darunter Ihre Identifikationsnummer einzutragen
  3. Die Zeilen 2 – 13 sind mit Ihren persönlichen Daten, wie Ihrer Anschrift, auszufüllen
  4. Zeilen 14 – 17 dienen dazu die NV-Bescheinigung direkt Ihrem Finanzinstitut zukommen zu lassen. Denn die Wirkung einer NV-Bescheinigung entfaltet sich erst mit Zugang bei diesem.
  5. In Zeile 18 müssen Sie entweder Nein ankreuzen, wenn Sie noch nicht zur Einkommensteuer veranlagt wurden, oder Zeile 19 und 20 entsprechend ausfüllen
  6. In Zeile 21 müssen Sie eintragen, ob Sie schon einmal eine NV-Bescheinigung erteilt bekommen haben
  7. Zeile 22 dient dazu, dass Sie mehrere NV-Bescheinigungen verlangen können. Denn für jede einzelne Bank ist eine einzelne Bescheinigung notwendig.
  8. In den Zeilen 31 – 49 sind Ihre Einkünfte für das Jahr, in welchem die Nichtveranlagungsbescheinigung gelten soll, einzutragen
  9. Das ausgefüllte Formular müssen Sie ausdrucken, unterschreiben und Ihrem zuständigen Finanzamt schicken
  10. Falls Sie die NV-Bescheinigung nicht schon direkt zu Ihrem Finanzinstitut schicken lassen, müssen Sie – nachdem Sie das Formular wieder vom Finanzamt zurückerhalten haben – das nun machen.

Wie lange ist eine Nichtveranlagungsbescheinigung gültig?

  • Die NV-Bescheinigung gilt für maximal drei Jahre.
  • Weiterhin müssen Sie die NV-Bescheinigung Ihrem Finanzamt zurückgeben und gegebenenfalls bei der Bank abholen, wenn Ihr Finanzamt Sie dazu auffordert oder Sie erkennen, dass die Voraussetzungen für die Erteilung weggefallen sind. Sie verliert dadurch ihre Gültigkeit.

Welche Folgen ergeben sich aus einer Nichtveranlagungsbescheinigung?

  • Eine NV-Bescheinigung bedeutet keine automatische Steuerbefreiung, sondern sie hat (lediglich) zur Folge, dass die Bank(en) bei vorgelegter NV-Bescheinigung keine Kapitalertragssteuer erheben. Bereits einbehaltene Kapitalsteuern des Antragsjahres sind an Sie zurückzuerstatten.
  • Demnach erübrigen sich etwaige Freistellungsaufträge. Sie können daher auch höhere als die von Ihren Freibeträgen gedeckten Kapitalerträge erwirtschaften, solange diese nicht die Freigrenze der Nichtvernalagerungsbescheinigung übersteigen.
  • Übersteigen Ihre Einkünfte doch die Freigrenze der NV-Bescheinigung, müssen Sie dem Finanzamt die entsprechenden Mehreinnahmen mitteilen und diese nachträglich versteuern.
  • Die Nichtveranlagerungsbescheinigung verbleibt, nach drei Jahren Gültigkeit , soweit Sie eine Rückgabe nicht explizit fordern, bei Ihrem Kreditinstitut.
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