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Neuseelen - Experteninfos zum Internat

Neuseelen steht als Pseudonym für ein bayrisches Internat, von dem der deutsche Autor Benjamin Lebert in seinem teilautobiografischen Roman ,,Crazy” berichtet. Dieser Roman wurde 2000 verfilmt. Das Internatsleben wirft sicherlich viele Fragen auf und Filme, wie z. B. „Crazy“ berichten von subjektiv empfundenen Einzelheiten, die sich nicht immer im Kontext konzeptioneller Überlegungen widerspiegeln

Alte Schlosser dienen jungen Internaten.
Alte Schlosser dienen jungen Internaten.

 „Neuseelen“ spiegelt ein Internat wider

  • Wie in jedem Roman musste auch Benjamin Lebert den Namen des Internates verändern, welches er als Schüler besuchte. In seinem teilautobiographischen Werk „Crazy“ nannte er das Internat „Neuseelen“, mit dem er seine persönlichen Erlebnisse verknüpfte.  So unterschiedlich die Erfahrungen einzelner Schüler in Internaten sind, so unterschiedlich sind die Internate selbst.
  • Viele Internate unterliegen einer privaten Trägerschaft und befinden sich nicht selten in schön gelegenen Burgen, Schlössern und Landschulheimen. Grundsätzliches Ziel der Häuser wie „Neuseelen“ ist es, Schüler intensiv zu fördern und zu betreuen. Dabei ist in der Regel eine ganzheitliche, schul- und freizeitübergreifende pädagogisch qualifizierte Begleitung/Betreuung und Förderung vorgesehen.
  • Viele Internate werden privat bezahlt und die monatlichen  Kosten können, je nach Internatsform zwischen 800,- € bis 20.000,- € liegen. Sozialpädagogische Internatseinrichtungen erheben den Anspruch, den Zugang finanziell zu erleichtern, indem sie in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Jugendamt finanzschwächeren Familien finanzielle Zuschüsse gewähren. Nicht selten handelt es sich dabei um Internate, die sich, wie beschriebenes „Neuseelen“, um  Schüler mit Verhaltensauffälligkeiten, Lernschwächen oder körperlichen Behinderungen bemühen.
  • Internate, die sich der „Hochbegabten“- Förderung verschrieben haben, bieten teilweise Schul- und Studienplätze über Stipendien an. D.h. Schüler/Studenten, die durch besondere Lernmotivation, überdurchschnittliche Schulleistungen und gesellschaftliches Engagement auffallen, könnten eine „Begabtenförderung“ erhalten, um eines der hochkarätigen und entsprechend teuren Internate besuchen zu können. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt die jeweiligen „Förderwerke“, wie z. B. das Cusanuswerk, die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Friedrich Naumann -, Hanns Seidel-, Hans Böckler-, Heinrich Böll- und Konrad Adenauerstiftung u. v. a.
  • Internate der Preisklassen um und ab 20.000,- € werden in der Regel von Eliteschülern der Upperclass besucht, deren Eltern über ausreichende Zahlungsmittel verfügen. Die jeweiligen Ansprüche  der Schüler und Eltern finden  in den jeweiligen Konzepten der Internate,  neben einer privilegierten Förderung zu international anerkannten, akademischen Ausbildungen, starke Berücksichtigung.

Informieren Sie sich gemeinsam über eine Internatsaufnahme

Jedes Internat bewirbt sich mit pädagogisch-akademisch-qualifizierten Charakterversprechen, wie z. B. optimale Förderung – qualifiziertes, ganzheitliches, kompetentes Ausbildungskonzept – privilegierte, akademische Ausbildung – überdurchschnittliches Leistungsniveau – qualifizierte, individuelle, sozialpädagogische Charakterförderung  usw.  Konzeptionell werden diese Werbeversprechungen sicher umgesetzt. Dennoch können sich von Internat zu Internat verschiedene Auswahlkriterien ergeben.

  • Bevor Sie mit Ihrem Kind über einen Internatsaufenthalt sprechen, sollten Sie sich im Klaren sein, welche Internatsform und welche Trägerschaft Sie bevorzugen. Falls Sie Ihr Kind zu den Hochbegabten zählen können, informieren Sie sich unter „Internat für Hochbegabte“. Sollten eher „Erziehungs- und Schulprobleme“ Ihr Schwerpunkt sein, ist es ratsam, im Internet unter diesem Bereich zu suchen. Zweckdienlich könnte auch das Internat-Portal sein, um ein zielorientiertes Haus zu finden.
  • Erst wenn Ihnen einen Überblick zu optional passenden Internaten vorliegt, kann es angebracht sein, mit Ihrem Kind einen Aufenthalt zu überlegen. Lassen Sie Ihrem Kind Zeit, sich mit dem Gedanken vertraut zu machen, um das Für und Wider zu überdenken. Begeben Sie sich gemeinsam in die Pro und Contra-Diskussion und führen Sie das Gespräch unter dem Vorschlag, unterschiedliche Institutionen zu besichtigen.
  • Sprechen Sie bei Ihren Besichtigungen, neben dem offiziellen Vorstellungsgespräch im Direktorat,  gemeinsam mit anderen Lehrern und Schülern, um sich ein persönliches Bild von der Führungsqualität des Hauses machen zu können. Manchmal erkennt man, dass ein Haus zwar optimal geführt wird, dennoch nicht zum eigenen Charakter passt. Setzen Sie nach den ersten Besichtigungen mit Ihrem Kind Kriterien auf, die Sie sich gemeinsam für den Aufenthalt wünschen, z. B. Regelungen der Heimfahrten, Hausordnungen, Schulanforderungen usw.
  • Bedenken Sie, dass der Wechsel in ein Internat für Ihr Kind eine große Umstellung sein wird. Aus diesem Grunde sollte Ihr Kind bestimmten, notwendigen Kompromissen (nur am Wochenende zu Hause u. ä.) freiwillig zustimmen. Das ist deshalb wichtig, weil sicherlich Zeiten kommen werden, in denen Schüler den Wunsch spüren, „abbrechen“ zu wollen. In diesen Zeiten hilft dann nur ein verständnisvolles Gespräch, mit dem Hinweis, auf den gemeinsamen Kompromiss, um Ziele zu erreichen.

Sollte das Internat räumlich Ihrem Wohnort nahe liegen, könnte vielleicht eine Aufnahme als „Externe/r“ möglich werden. D. h. einige Internate nehmen aus den umliegenden Ortschaften Schüler auf, die nicht innerhalb der Wohngebäude, sondern zu Hause leben.

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