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Negative Inflation - der Begriff am Beispiel einfach erklärt

Bei der Inflation wird der Wert des Geldes geringer. Die Kaufkraft, welche ein bestimmter Betrag Geld hat, wird also weniger. Was aber ist eine negative Inflation?

Der Wert steigt, aber die Nachfrage sinkt.
Der Wert steigt, aber die Nachfrage sinkt. © Daniel_Gast / Pixelio

Die negative Inflation wird auch als Deflation bezeichnet. Hier wird das Geld nicht weniger, sondern mehr wert.

Inflation und Deflation

  • Die Inflationsrate wird daran gemessen, wie sehr das allgemeine Preisniveau innerhalb eines Jahres ansteigt. Dabei wird ein sogenannter Warenkorb mit typischen Produkten zugrunde gelegt, deren Preise zu Beginn und Ende des Messjahres miteinander verglichen werden. So resultiert eine Prozentzahl, welche die Teuerungsrate ausdrückt. Als "normal" gilt eine Inflationsrate von zwei Prozent.
  • Wenn die Inflationsrate 0 % beträgt, finden keine Preissteigerungen statt. Wenn hingegen eine negative Inflation auftritt, die Teuerungsrate als weniger als 0 % beträgt (negativ ist), dann gewinnt das Geld an Wert und für 100 EUR können Sie dann beispielsweise mehr Waren kaufen als noch vor einem Jahr.
  • Ursache der negativen Inflation kann eine Nachfragelücke sein, d. h. Güter finden weniger Kunden und es wurde zu viel produziert oder angeboten. In Zeiten wirtschaftlicher Krisen sparen viele Bürger beispielsweise, sie wollen sich Sicherheiten schaffen.
  • Wenn sich Menschen aber beim Kauf zurückhalten oder auch staatliche Sparmaßnahmen dazu führen, dass eine Nachfragelücke entsteht, finden Güter nicht mehr genug Käufer. Um diese Produkte dann doch loszuwerden, senken Händler die Preise.
  • Das ist ganz ähnlich wie beim Sommerschlussverkauf: Es gibt Bestände, die übrig geblieben sind, da aber immer wieder neue Ware nachkommt, müssen diese "Reste" abverkauft werden. Weil sich aber nicht genug Kunden finden, wird alles günstiger angeboten, um doch noch zum Kauf anzuregen.

Welche Folgen hat negative Inflation?

  • Dass also bei einer negativen Inflation die Preise sinken und Produkte günstiger werden, kann dazu führen, dass Verbraucher mit aufschiebbaren Käufen warten, nämlich bis diese noch billiger geworden sind. So steigt zwar die Kaufkraft, es muss aber nicht auch mehr gekauft werden.
  • Dass Geld nun mehr wert wird, wirkt sich auch auf Schulden und Zinsen auf. Wer Schulden hat, wird mehr belastet, denn das noch zu zahlende Geld wird mehr wert. Dies kann gerade junge Unternehmen belasten, die ihre Geschäftsidee noch über Kredite finanzieren. Wenn Sie beispielsweise ein Kredit über 10.000 EUR aufnehmen und jeden Monat 100 EUR abbezahlen, dann entsprechen diese 100 EUR am Ende mehr Waren als vorher und ihr Verlust wird größer.
  • Auch sinkende Einkommen können eine Folge der negativen Inflation sein. Wer hingegen Sparguthaben besitzt, profitiert, denn dieses ist durch die negative Inflation mehr wert.
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