Alle Kategorien
Suche

Naturteich anlegen - so planen Sie Ihr Biotop

Ein Naturteich stellt ein Mittelpunkt in einem naturnah gestalteten Garten dar. Bevor Sie einen solchen Teich umsetzen, heißt es jedoch genau planen.

An einem Naturteich finden sich viele Tiere von selbst ein.
An einem Naturteich finden sich viele Tiere von selbst ein.

Planen Sie Ihren Naturteich

Wenn Sie einen Naturteich anlegen möchten, sollten Sie zunächst einige Aspekte bedenken. Vielleicht benötigen Sie auch eine Teichberatung, die jeder größere Gartenfachmarkt anbietet. Klären Sie, ob Sie einen Schwimmteich und/oder Fischteich wünschen - Teiche in freier Natur können beide Punkte erfüllen.

Besonders wichtig ist die richtige Größe der Anlage. Die Gesamtfläche des Naturteiches sollte mindestens 30 Quadratmeter betragen, damit sich ein gut funktionierendes ökologisches Gleichgewicht einstellen kann. Bedenken Sie auch die Tiefe der Anlage. Damit der Teich im Winter nicht komplett zufriert, sollte der Aushub an der tiefsten Stelle mindestens einen Meter betragen.

Verwenden Sie geeignetes Material zum Teichbau. Besonders bewährt haben sich Ton und Folien. Bedenken Sie bei der Verarbeitung von Ton den nicht unerheblichen finanziellen Aspekt. Schließlich muss die Tonschicht mindestens 30 Zentimeter dick sein.

Folien erhalten Sie in unterschiedlichen Varianten. Greifen Sie zu einem umweltverträglichen Produkt. Den Folienbedarf für Ihren Teich berechnen Sie nach folgender Faustregel: (Größte Länge des Teiches + doppelte Tiefe + ein Meter für den Rand) x (größte Breite des Teiches + doppelte Tiefe + ein Meter für den Rand).

Bedenken Sie bei der Bepflanzung Ihres Teiches, dass mindestens 40 % der Wasseroberfläche frei bleiben müssen. Lassen Sie zwischen den Pflanzen ausreichend Platz, damit diese sich gut ausbreiten können. Sorten, die zum Wuchern neigen, sollten Sie besser in spezielle Pflanzschalen eintopfen.

Ein Koiteich ist ein Blickfang im Garten. Er bildet nicht nur den Lebensbereich für …

Wenn Tiere Ihr Biotop besiedeln sollen, planen Sie mehrere Teichzonen ein, wobei sich die tiefste Stelle in der Teichmitte befindet. An die Tiefzone schließt sich eine bis zu 50 Zentimeter tiefe Flachwasserzone an, die von einer flachen Uferzone umgeben wird. Die Übergänge zwischen den einzelnen Teichzonen sollten sanft gestaltet werden. In einem derart konstruierten Teich werden sich mit Ausnahme von Fischen alle typischen Wassertiere von selbst einfinden.

Es hat sich nicht bewährt, Fische in Teiche einzusetzen, da diese das ökologische Gleichgewicht in diesem Biotop nachhaltig verändern können. Sie verhindern insbesondere die Entwicklung von Wasserinsekten und Amphibien.

Verzichten Sie außerdem auf zusätzliche technische Anlagen wie beispielsweise Springbrunnen oder andere Wasserspiele. Diese können im Gartenteich die Mikroflora und -fauna beeinträchtigen. Bei einem gut funktionierenden Teichsystem sind weder Filteranlagen oder Algenvernichter notwendig - der Teich befindet sich in einem biologischen Gleichgewicht.

Wenn Sie Ihre Planung bezüglich der Teichgröße, Teichzonen und Art der Bepflanzung abgeschlossen haben, können Sie mit dem Bau beginnen. Denken Sie auch an eine natürliche Umgebung mit Steinen und Pflanzen sowie eventuell einem Sitzbänkchen.

Nützliche Tipps rund um Ihren Teich

Kalkulieren Sie die für den Teichbau benötigten finanziellen Mittel sowie den Zeitbedarf. Denken Sie in diesem Zusammenhang nicht nur an den Kauf der benötigten Materialien und Werkzeuge, sondern auch an die Arbeit. Wenn Sie diese nicht selbst erledigen können oder wollen, werden Sie eine Firma mit dem Aushub beauftragen müssen. Oder Sie benötigen (erfahrene Freunde), die dabei helfen.

Ein Pflanzplan hilft. Fertigen Sie eine Skizze Ihres Teichs mit den entsprechenden Zonen an und planen Sie, wo Sie welche Pflanzen hinsetzen wollen. Hierbei müssen Sie beachten, dass es Pflanzen für tiefe Bereiche und solche für Flachwasser- oder Sumpfzonen gibt. Selbstredend gehören in einen Schwimmteich nur wenige Pflanzen, eventuell im Uferbereich.

Ein Naturteich sollte nur Fische enthalten, die es im hiesigen Lebensraum auch gibt. Diese überwintern problemlos und werden nur am Anfang gefüttert. Ganz von selbst findet sich im Laufe der Zeit Nahrung im Teich ein. Oder Sie warten mit dem Fischbesatz ab, bis ein gutes Gleichgewicht im Biotop entwickelt hat.

Ein Naturteich in Ihrem Garten ist im Prinzip ein sich selbst überlassenes Ökosystem, das keiner Teichreinigung bedarf. Das heißt jedoch nicht, dass Sie arbeitslos werden. So kann es in heißen Sommern erforderlich sein, Wasser nachzufüllen. Pflanzen bedürfen einer Pflege und im Herbst sollten Sie große Mengen an Laub aus Ihrem Biotop entfernen. Die Tipps zusammengefasst:

  • Sowohl den finanziellen Aufwand als auch die Arbeitszeit realistisch kalkulieren.
  • Eine Pflanzplan anfertigen, dabei die unterschiedlichen Bereiche berücksichtigen.
  • Den Besatz mit Fischen planen.
  • Weitere Arbeiten am Teich einkalkulieren.

Wenn für Sie Wasser zu einem naturnahen Garten dazu gehört, sollten Sie einen Naturteich anlegen. Aber wie für jeden größeren Umbau auch gilt hier: Vorher gut planen und Geld- sowie Zeitaufwand kalkulieren. Und eine Beratung beim Fachmann kann auch nicht schaden.

Teilen: