- 23.06.2010 Agnes Nießler
- richtige Atemtechnik
- Zwieback
- Haferschleim
- ungewürzte Grießsuppe
- Übelkeit ist ein Warnsignal des Körpers und tritt meistens zusammen mit Schwindel, mattem Gefühl und Gesichtsblässe auf. Die Ursache für Übelkeit muss nicht immer eine Magenverstimmung sein (z.B. aufgrund von verdorbenem oder zu fettigem Essen), sondern kann ebenso von Nervosität, psychischem Druck, Schlafmangel oder einem unruhigen, stressigen Lebensstil herrühren.
- Auch bei Migräne-Anfällen ist es sehr typisch, dass Sie eine starke Übelkeit verspüren.
- Wenn bei Ihnen während einer Auto-, Bus- oder Schifffahrt starke Übelkeitsgefühle auftreten, häufig in Verbindung mit heftigen Drehschwindelanfällen oder Schweißausbrüchen, so handelt es sich um Symptome der sogenannten „Reisekrankheit“, die nach einiger Zeit wieder vergehen und nicht weiter bedenklich sind. Treten Sie eine Reise weder mit vollem noch mit leerem Magen an, wählen Sie im Bus oder Schiff die mittleren Plätze aus und richten Sie den Blick immer auf einen festen Punkt, um ihren Gleichgewichtssinn zu stabilisieren.
- Dauerhafte Übelkeit ohne erkennbare Zusammenhänge sollten Sie auf jeden Fall ärztlich abklären lassen. Dasselbe gilt für Übelkeitsgefühle mit blutigem Erbrechen bzw. nach einem Sturz oder einer Kopfverletzung: In diesen Fällen müssen Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen.
Die richtige Atemtechnik gegen die Übelkeit
Die richtige Atemtechnik ist eine hilfreiche Sofortmaßnahme gegen jäh auftretende Übelkeitsgefühle:
- Gehen Sie – sofern es möglich ist – an die frische Luft, lockern Sie Ihren Hemd- bzw. Blusenkragen und alles, was sie kleidungsmäßig einengt.
- Beginnen Sie eine intensive Bauchatmung. Konzentrieren Sie sich auf jeden Atemzug, atmen Sie ruhig und ohne Hektik die Luft tief in Ihren Bauchraum ein. Stellen Sie sich vor, wie die Luft wohltuend in Sie hineinströmt und Ihnen gut tut.
- Halten Sie dabei den Kopf gerade und versuchen Sie, sich visuell abzulenken (fixieren Sie z.B. die Gegenstände vor Ihnen).
Essen und Trinken – worauf Sie bei Übelkeit achten müssen
- Verzichten Sie unter allen Umständen auf schwer verdauliche, fettige und reichhaltige Kost. Meiden Sie auch scharfe, überwürzte und heiße Speisen.
- Trinken Sie keinen Alkohol, keinen Kaffee, keine säurehaltigen Fruchtsäfte oder süßstoff- bzw. zuckerhaltigen Softdrinks.
- Nehmen Sie stattdessen Zwieback, Haferschleim oder nahezu ungewürzte Grießsuppe zu sich, dazu magenfreundlichen Tee (z.B. spezielle „Magen-Darm-Tees“ aus der Apotheke bzw. Drogerie oder Kamillen- und Fencheltee).
- Wenn sich Ihr Magen bereits etwas beruhigt hat und Sie ihm mehr zutrauen, ist eine „sanfte“ Ernährung mit Reis oder Kartoffelbrei (beides möglichst ungesalzen) und Obst (säurearmes wie Bananen, Äpfel oder Aprikosen) empfehlenswert. Essen Sie langsam und kauen Sie die Speisen gut.
Entspannungsübungen gegen die Übelkeit
Akupressur gegen Übelkeit: Diese Behandlungsmethode der traditionellen chinesischen Medizin beruht auf der gezielten Druckmassage bestimmter Hautzonen. Durch kreisende Bewegung der Finger (unter leichtem Druck) über bestimmte Körperpunkte können Sie eine Linderung der Übelkeit erzielen.
- Nehmen Sie für Ihre Selbstbehandlung eine entspannte Haltung ein (Sitzen oder Liegen), atmen Sie tief und konzentriert.
- Die wichtigsten Akupressur-Punkte gegen Übelkeit sind die Stirn (über der Mitte der Augenbrauen), der horizontale Bereich unterhalb des Brustkorbes, die Achselhöhlen und die Innenseite der Handgelenke (2 Finger breit oberhalb des Pulses).
- Pressen Sie Ihre Fingerkuppen sanft auf die genannten Bereiche bzw. reiben Sie mit kreisenden Bewegungen über diese Zonen und üben Sie leichten Druck aus.
Autogenes Training gegen Übelkeit: Diese methodisch geübte Entspannungstechnik kann mittels Autosuggestion und innerer Lockerung bei Übelkeit sehr hilfreich sein.
- Setzen Sie sich in einen Sessel mit Armlehnen oder legen Sie sich hin, schließen Sie Ihre Augen.
- Die Grundübung besteht darin, dass Sie sich folgende Sätze im Geiste vorsagen: „Mein rechter Arm wird schwer. Mein rechter Arm wird warm. Mein rechter Arm wird warm und ganz schwer.“ Machen Sie dasselbe mit dem linken Arm. Durch die Selbstsuggestion stellen sich diese Empfindungen tatsächlich ein. Nun wenden Sie sich schrittweise anderen Körperbereichen zu, z.B. Ihren Beinen. Sagen Sie sich wieder folgende Sätze geistig vor: "Mein rechtes Bein wird schwer. Mein rechtes Bein wird warm." Usw. Fahren Sie wie bei der Übung mit den Armen fort.
- Am Ende jeder Übungseinheit wird die Entspannung „zurückgenommen“: Winkeln Sie Ihre Arme und Beine an, schütteln Sie sie durch.
- Variation: Sie können auch in bequemer Rückenlage bestimmte Muskelgruppen in Anspannung versetzen und wieder lockern, z.B. Ihre Faust oder Ihre Bauchmuskeln für einige Sekunden anspannen und anschließend wieder locker lassen. Dieser Wechsel erzeugt in Ihnen einen Zustand von Ruhe und Gelassenheit und kann sich somit äußerst positiv auf Ihre Übelkeitssymptome auswirken.