Narzisstische Persönlichkeitsstörung in der Partnerschaft - so stellen Sie sich auf Ihren Partner ein

Depressionen sind oft Nebenwirkungen einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Depressionen sind oft Nebenwirkungen einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung.
Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung liegt vor, wenn der Partner von einem tiefen Gefühl der eigenen Wichtigkeit durchdrungen ist. Der Grund für eine solche Persönlichkeitsstörung liegt, wie so oft, meist in der Kindheit. Die Eltern suggerierten ihrem Kind immer wieder, etwas Besonderes zu sein. Aus diesem Grund sei es in der Lage, ohne größere Anstrengungen alles nur Wünschenswerte im Leben zu erreichen. Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung kann eine Partnerschaft sehr belasten. Dieser Artikel enthält lediglich Anregungen, wie Sie sich auf einen Partner mit einer narzisstische Persönlichkeitsstörung einstellen können.
Sascha Jundt
17.01.2011 Sascha Jundt
Was Sie benötigen
Dafür brauchen Sie beide Hände
  • viel Geduld und Einfühlungsvermögen
  • gute Freunde
  • Menschen, mit denen Sie über Ihre Erfahrungen reden können
  • Beratungsstelle vor Ort

Die Herausforderungen einer Beziehung mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung 

  • Rechnen Sie nicht damit, dass alles, was der Partner verspricht, auch wirklich eintrifft. Ein Mensch mit einer  narzisstischen Persönlichkeitsstörung macht große Versprechungen, er ist aber wegen seiner Krankheit nicht in der Lage, diesen auch wirklich nachzukommen. Wenn Sie sich allerdings darauf einstellen, dass der Partner diese Ziele nicht erreichen kann, wird die narzisstische Persönlichkeitsstörung eine Partnerschaft weniger belasten, weil Sie von Anfang an Abstriche machen.   
  • Machen Sie Ihrem Partner keine Vorwürfe, wenn er seine Ziele nicht erreicht. Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung bemühen sich redlich, ihre Ziele zu erreichen. Wenn Sie nun aber anfangen, Ihrem Partner Vorwürfe zu machen, welche er krankheitsbedingt nicht nachvollziehen kann, bedeutet dies eine zusätzliche Belastung für Ihre Partnerschaft.
  • Nehmen Sie das, was Ihr Partner vollmundig ankündigt, nicht allzu ernst. Hören Sie ihm interessiert zu, aber rechnen Sie nicht damit, dass es auch wirklich eintrifft. Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung können sich keine realistischen Ziele setzen. Deshalb wird es z. B. schwierig sein, mit ihnen konkrete Ziele für die Partnerschaft zu formulieren.

Betrachen Sie Ihrer Partnerschaft als Abenteuer 

  • Freuen Sie sich über die Ziele, welche erreicht wurden. Seien Sie gespannt darauf, was von den gesteckten Zielen wirklich erreicht wird. Eine solche Einstellung wird eine Partnerschaft mit einem Menschen, der unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung erkrankt ist, bereichern, ja sogar spannend machen. 
  • Suchen Sie den Austausch mit Menschen, deren Partnerschaft ebenfalls durch eine narzisstische Persönlichkeitsstörung belastet ist. Was hat diesen Menschen geholfen? Ratsam ist auch, sich professionelle Hilfe bei einem Psychologen oder einer Beratungsstelle vor Ort zu suchen.
  • Rechnen Sie von vorneherein allerdings nicht damit, dass Ihr Partner dem Besuch einer Beratungsstelle zustimmt. Wegen seiner narzisstischen Persönlichkeitsstörung ist er davon überzeugt, alles richtig zu machen. Allerdings sind Minderwertigkeitsgefühle und Depressionen oft Nebenwirkungen einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Die Partnerschaft wird also auch von diesen Krankheiten belastet. Aber eben wegen dieser Minderwertigkeitsgefühle bzw. Depressionen können Sie Ihren Partner vielleicht doch davon überzeugen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Allerdings werden in einer Therapie die Minderwertigkeitsgefühle und Depressionen angegangen und nicht die narzisstische Persönlichkeitsstörung, welche das eigentliche Problem ist. Sie dürfen also nicht zu viel erwarten.

Minderwertigkeitsgefühle können bei einer Persönlichkeitsstörung die Partnerschaft bedrohen

  • Natürlich merkt Ihr Partner, dass er seine Ziele nicht erreicht. Diese Tatsache löst die eben genannten Minderwertigkeitsgefühle und Depressionen aus. Jedoch sieht er das Problem nicht bei sich, sondern er macht sein Umfeld dafür verantwortlich. Und zu diesem Umfeld gehören nicht nur Arbeitskollegen, Freunde und Bekannte, sondern auch Sie. Richten Sie sich also in Ihrer Partnerschaft auf Vorwürfe ein, welche unberechtigt sind. Wenn Sie auf solche Vorwürfe vorbereitet sind, können Sie besser darauf reagieren. Diese Vorwürfe sind allerdings Teil der narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Sie dürfen Sie also weder persönlich noch zu ernst nehmen. Versuchen Sie auch bei Freunden und Bekannten um Verständnis für Ihren Partner zu werben.
  • Halten Sie an Ihrer Partnerschaft trotz einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung fest.
  • Am Anfang Ihrer Partnerschaft dachten Sie vielleicht, an einen starken Partner mit einem gesunden Selbstwertgefühl geraten zu sein. Es ist ein Schock, wenn man dann feststellt, dass es sich in Wirklichkeit um eine narzisstische Persönlichkeitsstörung handelt. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, über Ihre Erfahrungen mit Ihrem Partner ein Protokoll anzufertigen. In diesem werden Alltagssituationen aufgezeichnet. Natürlich können Sie hier auch über Ihre Wut und Gefühle schreiben. Dieses Protokoll hilft Ihnen, aus Ihren Fehlern zu lernen und sich besser auf Ihren Partner einzustellen. Vielleicht Fragen Sie sich jetzt, warum Sie nicht mit Freunden über Ihre Partnerschaft mit einem Menschen, welcher eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat, reden können. Nun es ist wunderbar, wenn Sie solche Freunde haben. Es muss aber noch andere Themen innerhalb dieser Freundschaft geben. Sonst wird diese überstrapaziert und zerbricht.  

Welche positiven Elemente hat Ihre Partnerschaft

  • Wenn Sie kirchlich geheiratet haben, haben Sie Ihrem Partner versprochen „in guten wie in schlechten Tagen“ an seiner Seite zu sein.
  • Machen Sie sich eine Liste mit den positiven Charaktereigenschaften Ihres Partners. Was hat Sie an Ihrem Partner begeistert? Konzentrieren Sie sich nicht nur auf die negativen Charaktereigenschaften, sondern erfreuen Sie sich an den positiven.  
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Leser-Tipps (8) Ihren Tipp zur Anleitung schreiben
  • Stefanie | 02.06.2011, 12:01

    Der Rat, an der Partnerschaft trotz narzisstischer Persönlichkeitsstörung festzuhalten, sollte auf jeden Fall durch den Zusatz "solange sie nicht selbst daran kaputtgehen. Denken Sie daran, dass sie für sich selbst verantwortlich sind" ergänzt werden. Eine solche Beziehung kann auch große Belastungen mit sich bringen, und Partner von Menschen mit narzisstischen Persönlichkeitsstörungen neigen ohnehin leicht dazu, sich selbst wenig zuzugestehen und, wenn sie von der Krankheit des Partners wissen, noch vieles mit "Er kann ja nichts dafür" zu entschuldigen. Kommt dabei hinzu (was nicht selten ist), dass der narzisstisch gestörte Partner diese Nachsicht aktiv einfordert und/oder der andere Partner sehr selbstunsicher bzw. abhängig vom narzisstisch gestörten Partner ist, kann es leicht zu Belastungsstörungen und Depressionen bis hin zur Suizidalität kommen.

  • andrea | 11.06.2011, 10:42

    Ich kann da nur einen Tipp geben: rennt! War vier Jahre mit einem extremen Narzissen zusammen. Hab viele Tipps von oben auch probiert. Vergebens. Menschen mit einer narzistischen Persönlichkeitsstörung saugen einem die energie bis zum letzten tropfen aus und machen einem so runter, dass man kein selbstwertgefühl mehr hat. Und wer erträgt auf die dauer schon ein partner der sich von morgens bis anbends selber lobt. Wohl niemand. Am Anfang geben sie sich ja noch mühe, aber dann legen sie erbarmungslos los mit der herabsetzung des partners, um sich noch besser zu fühlen. Es hat mich zwei Jahre gekostet, mich davon zu erholen. ALSO: rennt und zwar schnell. Es lohnt sich nicht!!!!

  • Andrea | 17.06.2011, 19:21

    Ich leide seid fast fünf Jahren mit. Unserem zweijährigem Sohn zuliebe nehme ich alles hin und bin bald am Ende. Soll das mein Leben sein? Meine Familie die ich auch über alles liebe wendet sich von mir bzw. uns ab und das macht mich richtig fertig. Wie soll ich denn damit umgehen? Gibt es dafür auch Tipps? Ich glaube die andere Andrea hat recht...nur hat Sie für diese Erkenntniss keine fünf Jahre gebraucht...

  • Ria | 25.02.2012, 00:17

    Aus eigenener Erfahrung und dem Fazit daraus- etwas differenzierter: Es möchte dann schon eine Komplimentärpersonlichkeit sein / haben, um an der Partnerschaft mit einem NPS- Menschen festzuhalten. Das Verzeihen bestimmter Verhaltensweisen beim narzisstischen Partner führt in der Regel nicht weiter. Die eigenen Energien brauchen sich auf, Abwertungen bis hin zu sozialer Verachtung zermürben, fallen irgendwann auf die narzisstische Persönlichkeit selbst zurück... Gehen, um sich kümmern, um sich selbst. Fürsorge für sich selbst- das Abgrenzen dem NPS- ler gegenüber führt im besten Falle zum Verständnis der eigenen Selbstachtung. Loslassen. Mit den besten Wünschen für alle, die sich dessen bewusst werden.

  • Ruedi | 14.03.2012, 17:23

    Ich stelle einfach mal die Behauptung auf, dass eine erfüllte Partnerschaft mit einem/einer Narzissten (in) definitiv nicht möglich ist!!! Jeder gesunde Mensch sucht eine Beziehung, die auf Beständigkeit fußt. Eine Partnerschaft als Abenteuer zu sehen, halte ich für sehr fragwürdig.Laut dem Artikel kommt man mit einer narzisstischen Persönlichkeit dann wunderbar klar, wenn man von vornherein davon ausgeht, dass nicht alle Ziele in dieser Beziehung erreicht werden. Mehr nicht ? Das ist aber sehr einseitig betrachtet! Was ist mit den vielen Sticheleien und Abwertungen, die die Partner der narzisstischen Persönlichkeit in so einer Beziehung erfahren? Die oft so zermürbend sind und letztlich dazu führen können, dass den Betroffenen jedes Selbstbewusstsein im Verlaufe der Beziehung abhanden kommt ? Und sie nach der Beziehung dann selbst einen Therapeuten benötigen!

  • Leave | 02.04.2012, 21:19

    Ich finde es unverantwortlich zu raten bei solch einem Partner zu bleiben. Jeder sollte es sich wert sein, sich selbst zu schützen und solch einen Partner zu verlassen. Selbst eine Therapie ist meiner Ansicht nach schwierig, da ein solcher Partner nicht einsichtig ist und versuchen wird den Therapeut auf seine Seite zu ziehen. Vertraut eurem Instinkt, zweifelt nicht an euch und geht! Jeder hat etwas besseres verdient als jemanden, der einen nur fertig macht und schlecht behandelt!

  • Amarita | 04.04.2012, 15:44

    Ich habe gerade eine Beziehung mit einem Narzissten hinter mich gebracht, sie hat weniger als ein Jahr gehalten, weil ich genug hatte von den ständigen Respektlosigkeiten mir gegenüber, zudem möchte ich eine gleichberechtigte Partnerschaft, die mit einem Narzissten nicht möglich ist (sobald er merkt, dass man auf einer Stufe steht mit ihm, wird er übellaunig und versucht, einen runterzumachen). Ich dachte, ähnlich wie es hier beschrieben ist, man kann mit diesem Persönlichkeitsproblem schon umgehen, wenn man weiß, warum er so und so handelt. Damit kann man vieles entschuldigen und über die ein oder andere Untat seinerseits sogar lachen. Und natürlich gab es auch sehr viele schöne, lustige Momente mit ihm, die mich bei der Stange gehalten haben. Er konnte der beste Entertainer der Welt sein und unglaublich charmant! Ich bin jedoch zum Schluss gekommen, dass es die kurzen Momente des Glücks nicht wert sind, die vielen Erniedrigungen und die ständige Kritik auszuhalten, die letztlich in regelmäßigen Abständen zu einer Beziehungskrise geführt haben. Insgesamt war es eine ständige Achterbahnfahrt der Gefühle, spannend schon, aber auch sehr, sehr anstrengend. Also auch mein Rat: lieber früher als später loslassen und einen Partner suchen, der nicht nur sich selbst liebt!

  • Ruedi | 15.04.2012, 12:32

    Ich habe mich verklickt, wollte den Inhalt von Amarita nicht beanstanden.Ganz im Gegenteil. Ich ziehe wirklich den Hut vor den Frauen/Männern, die es schaffen,sich (rechtzeitig) von einem Narzissten zu trennen. Es ist wirklich nicht so einfach. Eigentlich wünschte ich mir hier einen Beitrag:Wie komme ich von einem Narzissten los? Und nicht: Wie kann eine Beziehung mit einem Narzissten gelingen? Diese Möglichkeit halte ich für ausgeschlossen!

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