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Narzissmus und Depression - Zusammenhänge

Narzissmus ist nicht per se ein schlechter Charakterzug, denn Menschen, die von sich überzeugt sind, haben oft mehr Erfolg. Zu viel Selbstliebe kann aber zu einer Depression führen, wenn die erhoffte Anerkennung ausbleibt.

Narzissten wirken oft arrogant.
Narzissten wirken oft arrogant.

Narzissten wollen positive Rückmeldungen von anderen erhalten; Sie wünschen sich Lob, denn das stützt das positive Bild, was sie von sich selbst haben. Bleibt die Bestätigung aber aus, sind Narzissten schnell enttäuscht und das kann sogar zu einer Depression führen.

Was ist Narzissmus?

  • Das Merkmal Narzissmus beschreibt eine übersteigerte Selbstliebe. Sich zu mögen und die eigenen Fähigkeiten zu schätzen, ist gesund und trägt dazu bei, Belastungen besser zu meistern. Eigentlich schützt dies vor einer Depression, aber wenn die Selbstliebe zu groß ist, resultieren daraus Schwierigkeiten.
  • Wenn Sie zu sehr von sich überzeugt sind und ein unrealistisch positives Bild von sich haben, dann können soziale Probleme entstehen. Dies bedeutet, dass es Ihnen schwerfallen kann, die Interessen und Gefühle anderer nachzuvollziehen.
  • Daher wirken Sie auf Mitmenschen eventuell rücksichtslos oder unsensibel. Das kann für andere zur Belastung werden. Sie erscheinen vielleicht arrogant, auch wenn dies gar nicht Ihre Absicht ist.

Narzissmus bedeutet zudem, dass ein großes Bedürfnis nach Anerkennung vorhanden ist. Narzissten suchen also positive Rückmeldungen von den Menschen um sie herum, und wenn diese ausbleiben, dann leiden Narzissten sehr darunter. Sie können auch mit Misserfolgen oder Stress weniger gut umgehen. Enttäuschung entsteht schnell, wenn die erhoffte Anerkennung ausbleibt. Dies kann zu einer Depression führen. 

Fehlende Anerkennung kann zur Depression führen

Vielleicht fragen Sie sich, warum Lob und Anerkennung für Narzissten so wichtig sind, denn schließlich bedeutet Selbstliebe doch, dass man ein sehr positives Bild von sich hat. Wenn man ohnehin von sich überzeugt ist, wozu braucht man dann noch den Zuspruch anderer?

  • Psychologen gehen davon aus, dass sie Ursachen des Narzissmus in der Kindheit liegen. Häufig stammen Betroffene aus Elternhäusern, in denen Leistung sehr wichtig war.
  • Als Kind hat ein Narzisst vielleicht Lob für gute Zensuren erhalten, aber wenn er einmal eine schlechte Not hatte, wurde er nicht getröstet. Das heißt, die Anerkennung von den Eltern hat er nur dann erhalten, wenn er besonders gut war.
  • Wenn dies auf Sie zutrifft, dann haben Sie durch die Erziehung nicht das Gefühl vermittelt bekommen, dass jeder mal einen Fehler macht, dass jeder Mensch wertvoll ist und dass emotionaler Beistand auch wichtig ist, wenn man keine Leistung erbringt.
  • Stattdessen wurde Ihnen beigebracht, stets zu den Besten zu gehören, denn nur dann haben Sie Beachtung erhalten. Wenn Sie so aufgewachsen sind, dann ist es natürlich schwer, diese Erfahrungen später zu korrigieren.
  • Das heißt, als Narzisst erwartet man auch später im Leben, dass man nur für gute Leistungen gemocht wird, und präsentiert sich daher als eine Person, die genau diese Leistungen auch erreicht. Ihr Selbstwertgefühl ist damit von anderen abhängig - vom Lob und der Anerkennung der Menschen um Sie herum. Diese Abhängigkeit birgt das Risiko der Depression.
  • So sehr man sich aber auch anstrengt - man kann nicht immer zu den Besten gehören. Misserfolge gehören zu jedem Leben. Mit einer hohen Ausprägung an Narzissmus ist es aber schwieriger, damit umzugehen.
  • Verliert ein Narzisst etwa seinen Job oder wird er vom Partner verlassen, dann sind das sehr einschneidende Erfahrungen, die Betroffene schnell seelisch abstürzen lassen. Diese negativen Ereignisse erschüttern das Selbstbild.

Weil Narzissten oft Schwierigkeiten mit anderen Menschen haben, fehlen Freunde, die den Betroffenen auffangen. Sie müssen das belastende Ereignis alleine bewältigen und schaffen dies oftmals nicht, was zu einer Depression führen kann, also einer dauerhaften Enttäuschung und Niedergeschlagenheit.

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