- 21.06.2011 Frauke Itzerott
- 9 OSB-Platten
- ca. 5 Dachlatten
- Stichsäge
- 4 Schaniere
- Kaninchendraht
- Holzschrauben
- urin- und speichelbeständiger Lack
- Lackierrolle
- Akkuschrauber
- Stich- oder Kreissäge
Meerschweinchen, Kaninchen, Chinchillas oder Frettchen brauchen einen großen Käfig mit einer möglichst großen Bodenfläche. Im Handel übliche Käfige richten sich oft nach gesetzlichen Mindestmaßen, doch wer seine Tiere liebt und ihr Bewegungsbedürfnis kennt, weiß, dass es keinen zu großen Käfig gibt, nur zu kleine. Doch auch der größte Nagerkäfig ersetzt nicht den Freilauf. Um viel Bodenfläche zu erhalten, eignet sich besonders ein schrankartiger Käfig mit mehreren Ebenen, die die Bodenfläche vergrößern. Diesen können Sie auch leicht selber bauen.
Nagerkäfig aus OSB-Platten selber bauen
- Günstig und stabil sind OSB-Platten. Die Rückwand des Käfigs bilden zwei OSB-Platten, durch Nut und Feder verbunden. Sägen Sie sich je eine OSB-Platte für die Seitenwände und je eine OSB-Platte für Deckel und Boden zurecht. Die Maße richten sich nach der gewünschten Größe des Käfigs. Die drei geschlossenen Seiten des Käfigs eignen sich vor allem für Chinchillas, die sich so sicher und geborgen fühlen und nicht durch aus dem Augenwinkel gesehene Bewegungen erschrecken können.
- Für die Ebenen auch je eine OSB-Platte zurecht sägen, dabei aus einer Ecke ein Viereck herausschneiden, das groß genug ist, dass es die Tiere als Luke zur nächsten Ebene nutzen können. Die Ebenen kommen auf von innen angeschraubten Dachlatten (eine Schiene links, eine Schiene rechts) zu liegen.
- Für die Türen des Käfigs schrauben Sie zurechtgesägte Dachlatten zu zwei viereckigen Rahmen zusammen, die in die vordere offene Seite des Käfigs passen und sich dann wie zwei Flügeltüren öffnen und schließen lassen sollen. Die Holzrahmen mit Kaninchendraht bespannen und dann mit je zwei Scharnieren an den Käfigseiten befestigen. Zur besseren Stabilität ziehen Sie noch eine zurechtgesägte Dachlatte in der Käfigmitte von oben nach unten ein, die oben und unten verschraubt ist und auf der die Türflügel zu liegen kommen. Anschließend zwei kleine Riegel oben und unten an den Türflügeln anbringen, damit die Tiere die Türen nicht von innen aufdrücken können.
- Nicht nur durch das selber Bauen des Nagerkäfigs, sondern auch der Inneneinrichtung lässt sich bares Geld sparen. Aus dem OSB-Platten-Verschnitt sägen Sie Rampen, die die Ebenen miteinander verbinden sollen. Zwei an der richtigen Stelle schräg herausstehende Schrauben halten die gegen die Käfigwand gelehnte Rampe, sodass die Tiere sicher von einer Ebene zur anderen wechseln können.
- Die Ebenen streichen Sie mit einem urin- und speichelbeständigen Lack, um sie leicht mit einem feuchten Tuch reinigen zu können. Die unterste Ebene lässt sich ebenfalls mit Verschnitt nach vorne mit einer ca. 15-20 cm hohen Verblendung versehen (Achtung! Für die Türhöhe beachten!), sodass diese Ebene mit saugfähiger Streu gefüllt werden kann, die die Nager als Toilette oder zum Scharren nutzen können.
- Ein Nagerhaus ist schnell aus ein paar Verschnittstücken gebaut, einfach vier Seiten (Einstieg einfach als Lücke freilassen) und einen Deckel zusammenleimen, gut aushärten lassen und fertig: ein Schlafhaus und gleichzeitig eine Aussichtsplattform. Durch den fehlenden Boden kann es leicht kontrolliert und gereinigt werden, oben können Sie es auch mit Lack bestreichen. Auch eine Hängematte ist schnell aus einem alten Küchenhandtuch und vier ins Holz gedrehten Ösenhaken hergestellt.
Für einen Käfig, die Maße orientieren sich an zwei OSB-Platten als Rückwände, plus Nagerhaus, Holzrampen und Hängematte können Sie mit etwa 80 € Materialkosten rechnen. Das entspricht etwa einem Drittel bis der Hälfte des Preises eines vergleichbaren gekauften Käfigs. Außerdem lässt sich Ihr selber gebauter Käfig leicht zum Transport zerlegen und wieder zusammenbauen und Sie bestimmen die Größe und Anzahl der Ebenen selbst.