Auch heutzutage noch erzieht meist die Mutter Sohn und Tochter, weil der Vater aus zeitlichen Gründen oft abwesend ist. Wenn der Sohn zum Pascha zu werden droht, ist es häufig die Mutter, die den Sohn so erzieht. Zumindest können Mütter einen Anteil daran haben. Wie Sie Ihrem Sohn einen respektvollen Umgang mit Ihnen und anderen vermitteln, erfahren Sie hier.
- 27.01.2012 Roswitha Gladel
Was Sie benötigen
Dafür brauchen Sie beide Hände
Die Rolle der Mutter in der Erziehung
Oft neigt eine Mutter unbewusst dazu, einen kleinen Pascha zu erziehen. Der Sohn wird zu dem Mann, den die Muter nie haben möchte. Wenn Sie das Problem auch haben, denken Sie über Folgendes nach:
- In der heutigen Zeit ist vielfach eine Partnerschaft angesagt, in der Männer, die auch mal im Haushalt helfen, beliebter sind, als solche, die es nicht tun. Da niemand gerne mehr arbeitet als er muss, sind auch Männer davon naturgemäß wenig begeistert. Auch kann es nachvollziehbare Gründe geben, warum er es nicht tut, eben weil er einen Vollzeitjob hat, die Mutter dagegen nur einer Teilzeitbeschäftigung oder keiner beruflichen Tätigkeit nachgeht, aus dieser Diskrepanz zwischen den Arbeitszeiten des Vaters und der Mutter ergeben sich oft klare Rollenverteilungen.
- Es ist nicht notwendig diese Rollenverteilung als natürlich oder geschlechtsbezogen in der Familie darzustellen. Vermeiden Sie Äußerungen zu machen, dass Männer halt arbeiten gehen und Frauen den Haushalt machen. Das ist kein Naturgesetz, sondern hat sich bei Ihnen so ergeben. Machen Sie das auch Ihrem Sohn deutlich.
- Ziehen Sie den Sohn genauso wie eine Tochter zu häuslichen Arbeiten heran. Wenn er das Argument bringt, dass der Vater es auch nicht macht, dann weisen Sie darauf hin, dass dieser es nicht macht, weil er eine anstrengende Tätigkeit hat und das sein Beitrag zur Familie ist. Überlegen Sie, wie oft Sie einfach sagten, dass das halt so sei oder der Vater das nicht nötig habe.
- Als Mutter sollten Sie nie sagen, dass Ihr Mann einfach nicht tut, was er soll, und Sie das erdulden, denn dann signalisieren Sie, dass Frauen etwas hinnehmen müssen. Ihr Sohn wird davon ausgehen, dass er sich benehmen kann, wie er will, Frauen haben ihm nichts zu sagen, die müssen dulden.
- Haben Sie auch oft etwas im Haushalt schnell erledigt, was eigentlich Vater oder Sohn durchaus hätten machen sollen? Haben Sie sich gesagt oder sogar laut geäußert, dass Sie es besser können? Mit diesem Verhalten signalisieren Sie möglicherweise, dass Arbeiten von Mutter erledigt werden, wenn man die Notwendigkeit nur einfach ignoriert.
Optimal ist es, wenn Ihr Mann mitmacht und zumindest einen Teil der Arbeiten im Haushalt erledigt. Das kann auch Vorbildfunktion für den Sohn haben. Aber es kommt auf Ihre Reaktion an, nicht was der Vater macht.
Respekt von Vater und Sohn fordern
- Lassen Sie sich und Ihre Arbeit nicht entwerten. Dulden Sie keine pauschalisierten Sätze wie, „Dazu, sind Frauen da" oder "Putzen ist was für Mutter". Erklären Sie, dass jede Arbeit von irgendjemandem erledigt werden muss, es aber kein Gesetz gibt, dass nur Männer oder nur Frauen diese erledigen dürfen.
- Wehren Sie sich gegen Sprüche wie „Frauen, sind dümmer" oder "Frauen können nicht Auto fahren". Wenn Ihr Sohn aus Kindergarten oder Schule mit solchen Sätzen nach Hause kommt, sprechen Sie mit ihm darüber. Zeigen Sie ihm Bilder von Frauen, die Großartiges geleistet haben, am besten mit Bildern, die zeigen, was diese Frauen konnten. Gute Beispiele sind Beate Uhse (Fliegerin im Zweiten Weltkrieg), Marie Curie (Wissenschaftlerin) und Kay Cottee (Weltumseglerin).
- Erzählen Sie Ihrem Sohn, der unter Umständen Rollenklischees verhaftet ist, dass eine Frau es war, die ein Auto wie den Mercedes überhaupt erst möglich machte. Erzählen Sie ihm die Geschichte von Bertha Benz.
- Erwarten Sie auch persönlichen Respekt für Ihre Leistungen in Haushalt und Familie. Klar es ist, wenn Sie ausschließlich Hausfrau sind, Ihre Aufgabe den Haushalt sauber zu halten, aber das heißt nicht, dass diese Leistung nicht gewürdigt zu werden braucht. Schließlich erwartet der Sohn Anerkennung für schulische Leistung und der Vater für seine Leistung am Arbeitsplatz. Ihnen steht diese Anerkennung auch zu.
Wenn Sie daran denken, wird Ihr Sohn nicht zum Pascha werden. Und das haben Sie als Mutter ein Stück weit in der Hand.