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MPU negativ - was tun?

Dumm gelaufen? War Ihre MPU negativ, muss es Gründe geben. Daran müssen Sie arbeiten. Trösten Sie sich damit, dass allein die Durchfallquote beim psychologischen Leistungstest bereits bei über 40 % liegt. Betreiben Sie Ursachenforschung.

Ohne Vorarbeit bleibt MPU erfolglos.
Ohne Vorarbeit bleibt MPU erfolglos.

War Ihre MPU im negativ, müssen Sie Ursachenforschung betreiben. Jede MPU besteht aus der verkehrsmedizinischen Untersuchung, dem psychologischen Leistungstest, in dem Ihr Reaktionsvermögen ausgetestet wird, und dem besonders gefürchteten psychologischen Untersuchungsgespräch.

Das Scheitern bei der MPU hat immer Gründe

  • Stellen Sie also fest, in welchem Stadium der MPU Sie gescheitert sind. Lesen Sie das Gutachten gründlich durch und führen Sie sich vor Augen, was der Gutachter an Ihrem Verhalten auszusetzen hatte.
  • Beachten Sie, dass die verkehrsmedizinische Untersuchung nur positiv ausfällt, wenn Sie bereits einige Wochen vorher wenig oder möglichst keinen Alkohol zu sich genommen haben. Wurden Sie mit mehr als 1,6 Promille Blutalkoholgehalt erwischt, stehen Sie automatisch im Verdacht des Alkoholmissbrauchs. Die Wissenschaft geht davon aus, dass eine solche Alkoholkonzentration nur von einem alkoholgewöhnten Menschen erreicht wird und somit kein einmaliger Vorfall Ursache gewesen sein kann.
  • Im Hinblick auf das psychologische Untersuchungsgespräch müssen Sie wissen, dass der Psychologe aufgrund Ihrer Vorgeschichte von charakterlichen Problemen ausgelegt. Der Gutachter erwartet von Ihnen eine mentale Auseinandersetzung mit Ihrem Problem.
  • Sie müssen im Gespräch deutlich machen, dass Sie Ihr Verhalten geändert haben. Kämpfen Sie beispielsweise mit Alkoholproblemen, ist es hilfreich, wenn Sie sich einer Entziehungsmaßnahme unterwerfen.
  • Sind Sie wegen Straftaten auffällig geworden, ist damit regelmäßig ein Aggressionspotenzial verbunden. Sie müssen nachweisen, dass und warum Sie Ihr Verhalten geändert haben.

Ist der Test negativ, helfen Berater

  • Ist Ihre MPU negativ ausgefallen, sollten Sie sich an einen MPU-Berater wenden. Beratungsstellen finden Sie bei den Verkehrsbehörden, auch bei der DEKRA oder dem TÜV.
  • Zwar können Sie praktisch zu jedem Zeitpunkt einen erneuten Antrag auf Begutachtung stellen. Allerdings macht dieser erneute Antrag nur Sinn, wenn Sie die Mängel, die zur negativen Beurteilung geführt haben, ausgeräumt haben.
  • Zweckmäßig ist es, dass Sie den Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis bei der Verkehrsbehörde erst dann stellen, wenn Sie sich sicher genug fühlen, die MPU tatsächlich zu bestehen. Fällt diese negativ aus, sollten Sie den Antrag auf Erteilung einer Fahrerlaubnis unverzüglich zurücknehmen. Wird Ihr Antrag damit zurückgewiesen, wird die Versagung zehn Jahre im Verkehrszentralregister gespeichert.
  • Sie können natürlich auch gerichtlich vorgehen und vor dem Verwaltungsgericht die Anordnung der MPU überprüfen lassen. Erfahrungsgemäß ist es aber so, dass Sie damit wenig gewinnen, viel Zeit verlieren und viel Geld investieren, ohne Ihrem Ziel wirklich näher zu kommen.
  • Besser ist es, das negative Gutachten zu akzeptieren, sich sachgerecht auf einen neuen Antrag vorzubereiten und dann die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis erneut zu beantragen.
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