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Motorradführerschein - die Stunden für die praktische Ausbildung sinnvoll planen

Mit dem Motorrad über einsame Landstraßen düsen, die Umgebung auf zwei Rädern erkunden, in der Stadt immer einen Parkplatz finden - ein Motorradführerschein ist für viele ein Traum. Und um diesen zu verwirklichen, sollten Sie von Anfang an einen Überblick über die praktischen Stunden haben und diese sinnvoll planen.

Ausweichen, Gefahrenbremsung, Slalom sowie Stop and Go wollen gelernt sein.
Ausweichen, Gefahrenbremsung, Slalom sowie Stop and Go wollen gelernt sein.

Ähnlich wie beim Führerschein der Klasse B gibt es auch beim Motorradführerschein (Klasse A) neben den Theoriestunden eine gewisse Anzahl an praktischen Stunden, die Pflicht sind. Außer diesen Pflichtstunden müssen für das Bestehen der Fahrprüfung bestimmte Grundfahraufgaben gemeistert werden, die auf einem Übungsplatz absolviert werden. Erst wenn Sie in der Lage sind, diese sicher zu meistern, ist es sinnvoll, in die praktische Prüfung zu gehen.
Genau wie beim Autoführerschein hängt die Anzahl an Fahrstunden, die außer den Pflichtstunden gemacht werden (und damit der Preis des Motorradführerscheins), davon ab, wie schnell sich der Fahrschüler mit dem Fahrzeug und seiner Bedienung zurecht findet.
Sollten Sie im Vorbesitz eines Führerscheins der Klasse A1 sein, erspart Ihnen das die Hälfte der Pflichtstunden.

Um die Stunden für Ihren Motorradführerschein sinnvoll zu planen, sollten Sie sich erst einmal einen Überblick über die Pflichtstunden und die Grundfahraufgaben verschaffen:

Pflichtstunden (ohne Vorbesitz der Klasse A1):

  • Um sich mit der Besonderheit von Bundes- und Landstraßen vertraut zu machen, müssen fünf Überlandfahrten von jeweils 45 Minuten Dauer durchgeführt werden.
  • Um sicheres und schnelles Fahren sowie das Überholen zu trainieren, müssen vier Autobahnfahrten von jeweils 45 Minuten gefahren werden.
  • Mit dem Ziel sich mit der veränderten Sicht und Fahrsituation bei Dämmerung oder Dunkelheit vertraut zu machen, müssen drei Nachtfahrt-Stunden von jeweils 45 Minuten durchgeführt werden.

Pflichtstunden (mit Vorbesitz der Klasse A1):

  • Besitzen Sie bereits einen Führerschein der Klasse A1 müssen Sie statt fünf nur noch drei Überlandfahrten von 45 Minuten durchführen.
  • Statt vier sind nur noch zwei Autobahnfahrten von je 45 Minuten Dauer vorgeschrieben.
  • Es muss nur noch eine Nachtfahrt von 45 Minuten Länge gefahren werden.

Grundfahraufgaben für den Motorradführerschein

  • Um einem Hindernis oder einer Gefahrensituation auszuweichen, ist ein Grund-Know-how das Ausweichen mit und ohne Abbremsen bei 50 km/h sowie die Gefahrenbremsung bei 50 km/h.
  • Weiter müssen Sie das Kreisfahren bei einem Radius von ca. 4,5 m beherrschen, das Sie zum Beispiel bei der Suche nach einem Parkplatz oder beim Wenden benötigen.
  • Um für den Verkehr in beispielsweise der Innenstadt vorbereitet zu sein, muss das Anhalten und Losfahren trainiert werden.
  • Slalom-Fahren gehört ebenfalls zu den Grundfahraufgaben. Dazu gehören ein Slalom in Schrittgeschwindigkeit, ein kurzer Slalom bei 30 km/h und ein langer Slalom bei 30 km/h.
  • Das Anfahren in einer Steigung gehört nicht mehr zum Pflichtprogramm, ist aber durchaus sinnvoll und es zumindest in den Fahrstunden einmal geübt zu haben, wird von vielen erfahrenen Fahrern wärmstens empfohlen.

Ein Plan bis zur Motorradführerschein-Prüfung

Beim Planen Ihrer Fahrstunden sollten Sie überlegen, wie viel Zeit Ihnen pro Woche für die praktischen Stunden zur Verfügung steht. Oftmals lernt man schneller, wenn man in einem kurzen Zeitraum mehr Stunden nimmt. Dies gilt vor allem für die ersten Stunden, in denen Sie die Grundlagen lernen. Es gibt keinen ultimativen Trainingsplan. Sie sind dann bereit für die praktische Fahrprüfung, wenn Sie bereit sind und Sicherheit geht immer vor.

Der folgende Plan kann Ihnen als Orientierung für Ihre praktische Fahrausbildung dienen:

  1. Zunächst sollten Sie sich mit dem Fahrzeug und seiner Bedienung vertraut machen. Dazu können Sie besonders gut die Grundfahraufgaben nutzen, da Sie diese zum einen auf einem geschützten Übungsplatz und zum anderen noch stärker unter der Aufsicht Ihres Fahrlehrers oder Ihrer Fahrlehrerin durchführen.
  2. Nachdem Sie sich einigermaßen sicher mit den Grundfahraufgaben fühlen, bietet es sich an, zunächst die Überlandfahrten zu wählen, da Bundes- und Landstraßen für Anfänger häufig angenehmer zu fahren sind.
  3. Nachtfahrten werden mit Beleuchtung bei Dämmerung oder Dunkelheit durchgeführt. Wenn Sie Ihren Motorradführerschein im Sommer machen, kann es passieren, dass es noch taghell ist, wenn Sie Ihre Nachtfahrtstunden absolvieren. Im Winter kann es dagegen schon bei normalen Fahrstunden dunkel sein. Die Nachtfahrten sollten Sie erst dann machen, wenn Sie sich auf Ihrem Motorrad schon relativ sicher fühlen.
  4. Wenn Sie sich sicher auf Ihrem Fahrzeug und mit den Grundfahraufgaben fühlen, können Sie die Autobahnfahrten absolvieren.

Seien Sie sich darüber bewusst, dass Ihr Fahrlehrer oder Ihre Fahrlehrerin nicht wie bei Auto-Fahrstunden mit Ihnen auf dem Motorrad sitzt, sondern in einem Fahrzeug hinter Ihnen herfährt. Daher ist beim Absolvieren der praktischen Ausbildung für den Motorradführerschein besondere Vorsicht und Geduld geboten. Sie müssen für sich entscheiden, wann Sie sich sicher genug fühlen und bereit für den nächsten Schritt sind.

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