Alle Kategorien
Suche

Montage und Auslöse - die Abwesenheitszeiten für die Steuererklärung richtig zusammenstellen

In allen Einkunftsbereichen des Steuerrechts treffen Sie auf Begriffe wie Auslöse, Mehrverpflegungsaufwendungen oder Verpflegungspauschalen. Als normaler Bürger können Sie keine Aufwendungen für Verpflegung bei der Steuererklärung geltend machen. Verpflegungsaufwendungen gehören zu den üblichen Kosten der privaten Lebensführung. Wenn Sie im Rahmen der Erzielung von Einkünften, zum Beispiel als Arbeitnehmer auf Montage, einen höheren finanziellen Verpflegungsaufwand erbringen müssen, dann können Sie derartige Aufwendungen in der Steuererklärung aufführen.

Auslöse erhalten Arbeitnehmer auf Montage.
Auslöse erhalten Arbeitnehmer auf Montage.

Als Arbeitnehmer, der normal an einem festen Arbeitsplatz im Unternehmen beschäftigt ist, können Sie Ihr Essen von zu Hause mitnehmen, vom Betrieb offerierte Verköstigungsmöglichkeiten nutzen oder außerhalb des Betriebs Verpflegung zu sich nehmen. Dabei entsteht grundsätzlich kein arbeitsbedingter oder besser im Zusammenhang mit dem Erzielen von Einkünften bedingter Verpflegungsmehraufwand.

Verpflegungsmehraufwendungen reduzieren Steuerlast

Führen Sie als Außendienstmitarbeiter eines Unternehmens Kundenbesuche durch oder sind auf Montage, haben Sie abseits vom Unternehmenssitz meist nicht die Möglichkeit, sich preisgünstig zu verpflegen, wie das beispielsweise direkt im Betrieb der Fall ist.

  • Da Sie beruflich unterwegs sind und steuerpflichtige Einnahmen erzielen, können Sie diesen beruflich bedingten Mehraufwand steuermindernd berücksichtigen. Immerhin verbleibt Ihnen nach Abzug Ihrer beruflich bedingten Aufwendungen ein Nettoeinkommen, das im Vergleich zum Arbeitnehmer mit festem Arbeitsplatz geringer ausfällt. 
  • Ein beruflich bedingter Verpflegungsmehraufwand entsteht bei der Erzielung aller möglichen steuerpflichtigen Einnahmen. Sie können zum einen in der Steuererklärung geltend gemacht werden, zum anderen werden Sie als Betriebsausgaben anerkannt. 
  • Es hängt davon ab, ob der Steuerpflichtige einen Verpflegungsmehraufwand als Unternehmer, Arbeitnehmer, Vermieter oder Kapitalanleger leistet. 

Montage - Auslöse für Arbeitnehmer im Baugewerbe

  • Als Arbeitnehmer im Baugewerbe erhalten Sie auf Montage Auslöse (Verpflegungsmehraufwand) auf der Grundlage des Bundesrahmentarifvertrags für das Baugewerbe. Auslöseregelungen sind zudem in weiteren Tarifverträgen (Malertarifvertrag) enthalten.
  • Als Arbeitnehmer auf Montage erhalten Sie eine Auslöse von 34,50 Euro pro Tag. Zahlt der Arbeitgeber die Übernachtung, verringert sich dieser Betrag unter Umständen um 6,50 Euro. Die Auslöse für das Baugewerbe liegt über den allgemeinen Pauschalen für Verpflegungsmehraufwendungen. Diese betragen bei einer 24-stündigen Abwesenheit 24 Euro. 8 Stunden Abwesenheit werden mit jeweils 6 Euro, 14 Stunden mit 12 Euro steuerlich berücksichtigt.
  • In der Auslöse sind keine Fahrtkosten enthalten. Fahren Sie mit dem eigenen Auto vom Wohnort zur Arbeitsstelle oder zurück, haben Sie einen Anspruch auf Erstattung (0,15 Euro je Kilometer). Für Fahrten zwischen den Baustellen und Wochenendfahrten können Sie 0,30 Euro pro Kilometer geltend machen.  
  • Für die individuelle Einkommenssteuererklärung ist unter anderem neben der Lohnsteuerbescheinigung eine Bescheinigung des Arbeitgebers über Arbeitstage und Abwesenheit bei wechselnden Einsatzorten oder Fahrtätigkeit über 8, 14 oder 24 Stunden Abwesenheit vom normalen Wohnort notwendig.

Außerdem müssen Sie ein Schreiben vom Arbeitgeber verlangen, das Auskunft über Erstattungen (Auslöse, Fahrtkosten) gibt. Die bei Montagetätigkeiten gezahlte Auslöse wird in der Steuererklärung als Werbungskosten aufgeführt. Darüber liegende Zahlungen können pauschal mit 25 Prozent versteuert werden.

Teilen: