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Mit Mikro aufnehmen - so positionieren Sie ein Gesangsmikro im Studio

Die menschliche Gesangsstimme ist, was Ausdruck und Klangfarbe angeht, wohl das das variabelste Musikinstrument. Entsprechend gefordert ist derjenige, der sie mit einem Mikro aufnehmen will. Wie man das Mikro richtig positioniert, erfahren Sie hier.

Ein gutes Mikro allein macht noch keine gute Aufnahme.
Ein gutes Mikro allein macht noch keine gute Aufnahme. © Christian_Seidel / Pixelio

Zum Aufnehmen prinzipiell

  • Generell gilt zunächst natürlich, dass für ein optimales Ergebnis, die Stimme so gut wie möglich geschult sein sollte. Eine gute Aufnahme zeichnet sich eben dadurch aus, dass so wenig wie möglich korrigiert werden muss.
  • Wichtiger als teures Equipment ist richtig damit umgehen zu können. Bevor Sie sich an die Aufnahme machen, sollten Sie sich also mit ihren Geräten vertraut machen und auch herumexperimentieren.
  • Der Raum, in dem Sie aufnehmen, spielt eine große Rolle im Klangbild. Diesen Faktor nennt man in der Aufnahme "Raumanteil". Machen Sie an verschiedenen Orten Testaufnahmen und vergleichen Sie diese. Denken Sie daran, dass Hall ohne große Schwierigkeit nachträglich hinzugefügt werden kann, es aber kaum möglich ist, ihn herauszufiltern. Es ist daher sinnvoll, in resonanzarmer Umgebung aufzunehmen.
  • Es gibt zur Verbesserung der Raumakustik - das heißt zur Verkürzung der Abklingzeit - Diffusoren, die den Schalll brechen und Absorber, die ihn schlucken. Diese sind nicht ganz billig und können durch Sofas, Kissen Bücherregale und ähnlichem ersetzt werden. Das Aufnehmen im Wandschrank ist ebenfalls ein beliebtes Haushaltsmittel.

Der Sänger und das Mikro

  • Nicht nur die Position des Mikros im Raum ist entscheidend, sondern auch seine Stellung in Relation zum Sänger. Es sollte in etwa 15 cm Abstand vom Sänger positioniert werden. Häufig verbessert es den Klang, wenn das Mikrofon nicht direkt vor dem Mund steht, sondern knapp darüber oder daneben.
  • Gefährlich sind Laute wie B, P, K oder T, die bei harter Aussprache zu unerwünschten Poppgeräuschen führen. Abhilfe schafft ein professioneller Poppschutz oder ein Nachbau aus einer Strumpfhose, die über einen Kleiderbügel gespannt wurde. Auch das S ist schwierig zu handhaben. Um auf die nachträgliche Korrektur mittels eines "De-Essers" zu verzichten, sollte das Mikro leicht seitlich zum Mund des Sängers positioniert werden, was auch das Poppen reduziert.
  • Achten Sie auf die spezifische Charakteristik Ihres Mikrofons. Neben den Kugeln mit linearem Charakter gibt es auch Nieren, Hypernieren und Achten, bei denen der Schall dumpfer oder heller klingt, wenn er aus anderer Richtung kommt.

Was also viel wert ist, ist eine Person mit Erfahrung an Bord zu haben, die sich mit den Mikros und ihrer Handhabung gut auskennt. Wenn Ihnen niemand derartiges zur Verfügung steht, können Sie sich immer noch viel Wissen durch Experimentieren aneignen.

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