Alle Kategorien
Suche

Mischpult - Erklärung des Aufbaus und der Funktionen

In der Lichttechnik dient das Mischpult der Zusammenführung von Lichtquellen. In der Tontechnik soll es Audioquellen bearbeiten und vernetzen. Als DJ oder Musiker kann das Gerät auch Ihnen nützlich sein. Bei der Masse verschiedener Ausführungen ist es aber schwer, den Überblick zu behalten. Bevor Sie sich an den Kauf machen, sollten Sie über eine Erklärung der Funktionsweise daher einen Eindruck von den wichtigsten Funktionen eines Mischpults gewinnen.

Regler lassen Sie auf Mischpulten Einfluss auf zugesteuerte Signalquellen nehmen.
Regler lassen Sie auf Mischpulten Einfluss auf zugesteuerte Signalquellen nehmen.

Erklärung der Mischpultgrundlagen

Mischpulte dienen in der Veranstaltungs- und Tontechnik der elektrischen Signalzusammenführung. In der Regel geht es um die Zusammenführung von Audiosignalen und/oder Videosignalen. Neben analogen und digitalen gibt es hybride Mischpulte, die einer Kombination aus analog und digital entsprechen. 

  • Zur Erklärung: Analogmischpulte arbeiten mit Signalen als elektrisches Abbild des Schalls. Digitalmischpulte wandeln das Signal dagegen in ein digitales Signal und die Verarbeitung erfolgt über Prozessoren. Auf Hybridmischpulten findet die Steuerung digital und die Signalverarbeitung analog statt.
  • Die wichtigsten Unterschiede sind für Sie als Bediener der Preis und die Benutzerfreundlichkeit. Kleine Analogmischpulte sind die preisgünstigste Variante. Ab mittleren Ausführungen nehmen sie sich preislich verglichen mit den Digitalmischpulten aber nichts, denn die Digitalausführungen lassen sich unaufwendiger erweitern. Digitalmischpulte weisen außerdem weniger Bedienelemente auf, als analoge Pulte, da ein Regler digital mitunter doppelt belegt werden kann. 
  • Entscheidende Eigenschaften eines jeden Mischpults sind die Zahl der Eingangskanäle, die Klangbearbeitungsmöglichkeiten, die Ausgangssignalzahl und die Bedienelementanordnung. 
  • Die einfachste Form des Mischpults legt mindestens zwei Signalquellen auf denselben Ausgang. Im Idealfall geschieht das ohne Rückwirkung, das heißt, die Signale bleiben dabei in ihrer Eingangsform erhalten.
  • Nach Eingang sorgt ein zugeschaltener Verstärker pro Signalquelle dafür, dass es nicht zu Abdämpfungen kommt. Davon abgesehen ist ein Summenverstärker in die Addition der einzelnen Signale involviert.
  • Achtung: Sie haben mit dieser einfachsten Form des Mischpults keinen Einfluss auf die Einzelsignale. Daher verwendet man diese Form in der Regel nur als Teilstück, um im Rahmen einer größeren Mischanlage genügend Signaleingänge zur Verfügung zu haben.

Mischpult mit Pegelregelung

Wie die oben erklärte Mischpultform, ist auch die Variante mit Pegelreglern eine einfache Form des Mischpults. Anders als die einfache Form aus der obigen Erklärung ermöglicht sie Ihnen aber die Einflussnahme auf Signale.

  • Ein Mischpult mit Pegelregelung teilt jedem Signaleingang einen Pegelregler zu. Auf diese Weise können Sie die Lautstärke von eingehenden Signalen verändern. 
  • Was den Pegel betrifft, wird Ihnen auf diese Weise eine exakte Signalabstimmung ermöglicht. Gitarrenspieler setzen Mischpulte mit Pegelregler oftmals ein, um die Lautstärke von Einzelsignalen anzugleichen, eines der Signale zu betonen und andere abzudämpfen oder sogar auszuschalten.
  • Neben Mischpulten mit einem einzigen Pegelregler gibt es solche mit zwei verschiedenen Reglern. Ein Pegelsteller am Eingangsverstärker der Signale ermöglicht Ihnen die Angleichung der Signalpegel an einen internen Arbeitspegel. Der zweite Schieberegler ist in der Regel ein Fader, mit dem Sie das Mischverhältnis der Signale einstellen. Auch die Angleichung des Ausgabepegels an Geräte mit unterschiedlicher Sensibilität wird so möglich.

Stereosignale auf modernen Mischpulten

  • Um Stereosignale auszugeben, sind stereophone Mischpulte erforderlich. Das heißt, das Pult bietet statt einer Ausgangssumme zwei Ausgangssummen. Wenn es stereophone Signale aufnehmen soll, weist es entweder einen stereophonen Eingang pro Signal auf oder es bietet je zwei monophone Eingänge pro Signal.
  • Um die beiden monophonen Eingänge von Signalen auf einen stereophonen Ausgang zu verteilen, werden Sie in der Regel Panoramablender verwenden. Die sind im Mischpult meist zwischen aktivem Fader des Signals und Summenverstärker geschalten. Sie ermöglichen die Verblendung der monophonen Eingangssignale auf entweder den ersten, den zweiten oder beide Ausgänge zusammen.  
  • Der einfachste Panoramaregler verblendet so zwischen zwei Eingängen. Komplexere Regler können aber auch mehr als zwei Eingänge oder ganze Kanalgruppen überblenden.

 Typische Optionen der Klangveränderung

  • Sie können mit guten Mischpulten neben der Lautstärke und der Mischung von Eingangssignalen ebenso qualitative Korrekturen an Eingängen vornehmen. Hierzu zählen die Bearbeitung des Klangcharakters und die Filterung von Einzelklängen.
  • Um Ihnen diese Optionen zur Verfügung zu stellen, arbeiten Mischpulte mit Klangbearbeitungsmöglichkeiten an den Eingangskanälen. So können Sie die Qualität jedes eingehenden Signals für sich bearbeiten. Bearbeitungsmöglichkeiten in der Klangsumme kommen ebenso vor, sind aber seltener.
  • Filtern, Equalizing und Dynamikveränderung sind die drei Hauptoptionen bei der qualitativen Bearbeitung von Klängen am Mischpult. Über Hochpass- und Tiefpassfilter lassen sich Frequenzen eines Signals meist per Regler ausschalten.
  • Gute Equalizer sind in der Regel parametrische Filter, mit denen Sie Verstärkung, Dämpfung, Einsatzfrequenz und Güte eines Signals anpassen können. Gute Mischpulte bieten die Equalizeroption für jeden Eingangskanal getrennt an.
  • Dynamikveränderungsoptionen bestehen entweder nach dem Eingangsverstärker des Signals oder sie werden für die Bearbeitung Summe am Ausgang geschalten.

Zusätzliche Audio-Effekte über Inserts

  • Im Tonstudio oder bei der Veranstaltungstechnik kann es erforderlich sein, mit zusätzlichen Effekten zu arbeiten. Währen Equalizing, Dynamikveränderungen, Filterung, Pegelregelung und Stereoregelung auf den meisten Mischpulten vorhanden sind, sind Spezialeffekte meist nicht zugeschalten.
  • Das Mischpult lässt sich um solche Effekte aber erweitern. Das geschieht über die Insert-Punkte an den Eingangs- und/oder Ausgangskanälen. Um diese Verkopplung mit einem eingesteckten Klangbearbeitungsgerät zu ermöglichen, aktivieren Sie die jeweiligen Inserts in der Regel über einen Schalter.
  • Die Verbindung der Ausgangswege mit einem Effektgerät kann unter bestimmten Voraussetzungen mehr Sinn machen, als die einzelne Verkopplung. In anderen Fällen ist die Einzelverbindung an den Eingängen die bessere Wahl.
  • Wenn Sie zum Beispiel ein Echogerät nutzen wollen, können Sie über die Verbindung am Ausgang der gesamten Klangsumme ein Echo hinzufügen. Wollen Sie nur Stimmanteilen ein Echo geben, ist die Verkopplung am Signaleingang des jeweiligen Stimmsignals die bessere Option.

Diese Möglichkeiten sind nur ein Bruchteil dessen, was mit Mischpulten möglich ist. Auch Mehrspurmaschinen können zum Beispiel in ein Mischpult integriert werden. Für den privaten Gebrauch lassen sich Mischpulte sogar per PC realisieren. Wenn Sie das Mischpult zu Hobbyzwecken andenken, sind Sie mit einer Ausführung der hier vorgestellten Funktionen bestens bedient. Achten Sie auf eine ergonomische Bedienfeldanordnung und machen Sie sich ans Werk - probieren geht über studieren, dabei also viel Spaß. 

Teilen: