Alle Kategorien
Suche

Mindestlohn in der Gastronomie - so verhandeln Sie erfolgreich mit Ihrem Chef

Die Gastronomie ist bekannt für ihre knappen Löhne. Doch richtiges Verhandeln hilft, um seine Position zu stärken und die Bezahlung zu verbessern. Lesen Sie hier, wie Sie in der Gastronomie um Ihren Mindestlohn verhandeln können.

Beide Seiten müssen sich bei Diskussionen, zum Beispiel um den Mindestlohn, einig sein.
Beide Seiten müssen sich bei Diskussionen, zum Beispiel um den Mindestlohn, einig sein.

Die Arbeit in der Gastronomie ist Schwerstarbeit. Trotzdem sind gerade dort die Löhne im Vergleich niedriger als in anderen Branchen. Von einem Mindestlohn kann nicht die Rede sein, und an Tarifgrundlagen für diesen Bereich braucht sich niemand halten. Der deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) und die Gewerkschaft NGG bemühen sich seit langem um eine Änderung der Situation, doch die Entwicklung geht schleppend voran.

Das Trinkgeld als Mindestlohn

  • Unter Gastronomen gibt es, wenn es um den Mindestlohn geht, die Ausrede, dass man das Trinkgeld als Gehaltskomponente verstehen muss. Doch auch wenn daran erst einmal nichts auszusetzen ist, hängt doch das Trinkgeld oftmals nicht vom Kellner/Kellnerin, sondern von Komponenten ab, die diese gar nicht beeinflussen können. Vor allem sind hier Geschmack des Essens und Zügigkeit der Zubereitung zu nennen.
  • Außerdem sind Kellner nur ein Teil der Kette der vielfältigen Jobs im Bereich der Gastronomie. Vom Koch abgesehen, dessen Gehalt meist noch am höchsten ist, sind hier vor allem Küchenhilfen, Spüler, Essens-Ausfahrer usw. zu nennen. Das Trinkgeld kann daher im großen und ganzen nur sehr bedingt als Gehaltskomponente angesehen werden.

In der Gastronomie das Gehalt erhöhen

Um in der Gastronomie für sich den Mindestlohn positiv zu beeinflussen, müssen Sie aktiv werden. Wie bei jedem Verhandlungsgespräch gilt es auch bei Gesprächen rund um den Lohn in der Gastronomie, oft schon verbunden mit dem Vorstellungsgespräch, einige Regeln:

  1. Sammeln Sie vorher Argumente, die für Ihre Leistungen und somit für einen hohen Mindestlohn sprechen. Hierzu zählen vor allem vergangene Erfahrungen, Zertifikate, Schulungen, Kompetenzen usw.
  2. Sie müssen im Gespräch aus Sicht des Chefs argumentieren. Es ist nicht sinnvoll zu erwähnen, wie gut Sie Cocktails mixen können, wenn Sie in einer Pizzeria anfangen, deren einziges alkoholisches Angebot ein paar Weinsorten sind. Versuchen Sie Ihre Argumente so aufzubauen, dass der Chef in Ihnen Ihre Nützlichkeit entdeckt - Sie müssen ein Gewinn für sein Unternehmen darstellen.Wenn Sie Cocktails gemixt haben, haben Sie bestimmt auch Kundenkontakt gehabt, die Kasse bedient und vielleicht sogar die Tages-Endabrechnung gemacht. Sind das Ihre zukünftigen Aufgaben, argumentieren Sie, dass Sie sehr gut mit der Kundschaft umgehen können, gut verkaufen können oder sehr pünktlich und zuverlässig sind - die Kasse immer stimmte usw. Stellen Sie dem Chef das dar, was Ihren neuen Aufgaben entspricht (ohne dabei lügen zu müssen).
  3. Haben Sie Selbstvertrauen und verkaufen Sie sich nicht unter Ihrem Wert. Zu niedrigen Mindestlöhnen bzw. Dumpinglöhnen sollten Sie in der Gastronomie nicht arbeiten, es sei denn, Sie haben einen zwingenden Grund. Andere Bewerber gibt es viele, aber haben diese auch Ihre Erfahrungen und Qualität? Sagen Sie Ihrem Chef klar Ihre Vorstellungen, meist findet sich ein guter Kompromiss. Leistung muss entsprechend bezahlt werden. Wer schwere oder anspruchsvolle Arbeit verrichtet, muss entsprechend entlohnt werden. Auch wenn Gemüse schneiden oder Geschirr spülen keine geistige Höchstleistung verlangen, sind niedrige Löhne hier nicht akzeptabel.
  4. Je nach Gesprächsverlauf können Sie natürlich auch darauf hinweisen, dass demnächst wahrscheinlich Mindestlöhne kommen werden. Argumentativ sollte dies allerdings nicht in Form einer Art Erpressung sein "Sie wissen, wenn die Mindestlöhne kommen, dann müssen sie....", sondern eher nebenbei im Gespräch erfolgen. So können Sie schon im Gespräch überprüfen, wie Ihr Chef allgemein zum Thema Mindestlohn steht. Wenn er/sie bei 7,50 Euro pro Stunde schon die Hände über den Kopf zusammen schlägt, dann wissen Sie, von welchem niedrigen Lohn gesprochen wird.
Teilen: