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Milben mit Frost abtöten - so gelingt es

Milben zählen zur Familie der Spinnentiere. Dennoch unterscheiden sie sich von den räuberischen Spinnen durch ihre Lebensart. Eine der kleinsten Milben ist nur 0,1 mm groß. Zum Vergleich kann man eine Zecke, die ebenfalls zur Milbenart zählt, betrachten: Zecken können bis zu 3 cm groß werden. Da Milben sind äußerst langsam sind, benötigen sie Insekten als Transportmöglichkeit. Bei idealen Lebensbedingungen, zu denen Frost keinesfalls zählt, leben viele Hunderttausend dieser Tierchen auf einem Quadratmeter. Besonders die Hausstaubmilben machen der Hausfrau zu schaffen und man fragt sich, wie man die Tierchen wieder loswerden kann.

Diese Milbe nennt sich "Red velvet mite".
Diese Milbe nennt sich "Red velvet mite".

Was Sie benötigen:

  • Tiefkühltruhe

Milben sind nicht immer gleich Hausstaubmilben

  • Milben können Krankheiten übertragen, die unter der Bezeichnung "Acariose" zusammengefasst werden. Speziell die Hausstaubmilbe stößt Ausscheidungen ab, die bei einigen Menschen zur bekannten Hausstauballergie führt. Nicht selten führt diese Hausstauballergie nach spätestens acht Jahren zum Asthma.
  • Doch es gibt noch weitere Milbenarten, wie z. B. die Grabmilbe, die sich in die Haut eingräbt und beim Menschen Krätze, beim Tier Räude auslöst. Federmilben drangsalieren Vögel und Laufmilben verursachen bei Menschen eine Trombidiose (fleckige Hautreaktionen durch Milbenbisse). Weitere Milben können u. a. durch ihre Bisse Rickettsipocken, Fleckfieber und Tularämie verursachen.
  • Die Hausstaubmilbe, deren wissenschaftlicher Name "Dermatophagoides (= Hautfresser)" lautet, ist genau die Milbe, die den Hausfrauen zu schaffen macht, denn sie lebt vorrangig in Matratzen, Kopfkissen und Oberbetten. Zwar sieht man sie nicht mit dem bloßen Auge, doch allein das Wissen um ihre Anwesenheit ruft Ekel hervor.

Das sollten Sie über Milben wissen

  • Milben, wie die Hausstaubmilben, leben von abgefallenen Hautschuppen, wobei ihnen ältere Schuppen besser schmecken als frische. Weibliche Milben wiegen etwa 5,8 Mikrogramm. Männliche Milben sind mit 3,5 Mikrogramm wesentlich leichter und kleiner. Die Weibchen legen ihre Eier nicht als zeitgleiches Gelege, sondern über eine gewisse Zeit verteilt ab. Deshalb ist es wichtig, dass Sie die Matratzen regelmäßig absaugen, um neben den Milben auch die Eier abzusaugen.
  • Milben-Weibchen haben eine Lebensdauer von 30 bis 100 Tagen. Während dieser Zeit legen sie zwischen 40 bis 80 Eier, aus denen Larven schlüpfen. Die Entwicklungsphasen der Larven enthalten Ruheperioden. Innerhalb dieser Ruheperioden sind die Larven sehr widerstandsfähig gegen Umweltbedingungen. Normalerweise dauert die Reifungszeit 30 bis 50 Tage. Sind die Temperaturen sehr niedrig, kann es auch 120 Tage dauern. Aus diesem Grunde wäre es günstig, wenn Sie Wechselbettwäsche nutzen, um jeweils eine Garnitur, wie unten beschrieben, zu bearbeiten.
  • Hausstaubmilben mögen keinen Frost und können nicht im Freien leben. Deshalb halten sie stets Ausschau nach einem geeigneten Transportmittel, wie z. B. Kleidung, um in Wohnungen zu gelangen. Die meisten Milben sammeln sich in den Betten und Polstermöbeln, weil sie hier die besten Lebensbedingungen vorfinden. Am beliebtesten sind die Kopfkissen, weil sich dort viele Hautschüppchen finden. Waschen (je nach Material) oder unterkühlen  Sie das Kopfkissen einfach öfter (s. u.).
  • Ein Kopfkissen ohne Milben gibt es nicht, denn selbst wenn Sie ein Kissen reinigen, werden sich noch mindestens 10.000 dieser kleinen, 0,3 mm großen Tierchen dort aufhalten. Kissen, die nie gereinigt, also nur abgezogen und frisch bezogen wurden, beherbergen nicht selten mehr als 400.000 Hausmilben. Je nach Milben-Art, ob Hausstaubmilbe "Dermatophagoides pteronyssinus" oder "Dermatophagoides farinae", werden unterschiedliche Lebensbedingungen gefordert.
  • Die Milbe "D. farinae" liebt warme Plätze um 25-30 °C, mit höherer Trockenheit von 70-75 %, während die "D. pteronyssinus" eher 15-20 °C mit 75-80 % Feuchte benötigt. In Temperaturbereichen unter 50 % Luftfeuchte können beide Milben-Arten nicht überleben. Das bedeutet zwar, dass Sie sie quasi "austrocknen" könnten, doch haben Untersuchungen gezeigt, dass drei Stunden hohe Luftfeuchtigkeitszufuhr den Milben ein unverwüstbares Leben bescheren.

Milben sollten Sie mithilfe von Frost töten

Wissenschaftlich betrachtet kann man Milben kaum bekämpfen. Weder gibt es milbenfreie Matratzen, noch kann man sie austrocknen. Die Luftfeuchtigkeit wird den Tieren immer wieder helfen, zu überleben. Allerdings haben Milben in Höhen von 1200 oder 1700 m keine ausreichenden Lebensbedingungen mehr. D. h. die Extreme von Erhitzen über 50° Grad, als auch zu hohe Luftfeuchtigkeit über 80 % vermindert die Milbendichte. Nutzen Sie deshalb im Winter den Frost, um Milben zu töten und im Sommer einen heißen Waschgang.

  • Saugen Sie die Matratzen regelmäßig ab.
  • Stellen Sie im Winter die Matratzen während 24 Stunden in den Frost. Dadurch zerstören Sie den Lebensraum der Tiere und verringern die Anzahl erheblich.
  • Hängen Sie auch die Oberbetten und Kopfkissen über 24 Stunden in den Frost. Ein Kopfkissen können Sie auch während des Sommers in ein Laken gehüllt, in die Tiefkühltruhe legen, um Milben zu beseitigen.
  • Achten Sie aber grundsätzlich darauf, dass die Bettwäsche mindestens 24 Stunden durchgängig im Frost bleibt, denn ansonsten könnten die Milben sich recht schnell wieder erholen.

Im Sommer sollten Sie, wenn möglich alle, (Tiefkühltruhen-Zu-Groß-Wäsche-Teile), waschbaren Teile so heiß wie möglich waschen und vielleicht im Trockner extrem trocknen lassen.



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