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Mietminderung wegen Hundegebell? - Aufschlussreiches

Säuglinge schreien und Hunde bellen. Auch Hundegebell liegt in der Natur der Sache und gehört zum Lebensrisiko eines Mieters. Eine Mietminderung kommt nur in Betracht, wenn gewisse Grenzen überschritten werden.

Auch Hunde wollen sich mitteilen.
Auch Hunde wollen sich mitteilen.

Die Tierhaltung in einer Mietwohnung gehört zur Ausübung des Persönlichkeitsrechts eines jeden Mieters. Sie kann allenfalls im Wege einer individuellen Vereinbarung zwischen Vermieter und Mieter verboten werden. Formularmäßige Verbote in Mietverträgen sind regelmäßig unwirksam.

Hundegebell ist alltagsüblich

  • Normales Hundegebell, insbesondere gelegentliches Bellen des Hundes, ist zumutbar, vorausgesetzt, das Bellen geht nicht das allgemein gültige Maß hinaus. Eine Mietminderung kommt insoweit nicht in Betracht.
  • Gelegentliches Bellen ist vor allem dann hinzunehmen, wenn der Hund sein nach Hause kommendes Herrchen begrüßt oder vor Besuchern sein Revier verteidigt.
  • Auch für Wachhunde gibt es keine Vorgaben. Artet das Bellen in willkürliches Hundegekläff aus, dürfte die Zumutbarkeitsgrenze schnell überschritten sein.
  • Insbesondere wenn der Hund täglich über Stunden hinweg andauernd bellt, wird die Grenze der Zumutbarkeit überschritten. Der Mieter ist zur Mietminderung berechtigt.

Mietminderung bestimmt sich nach den Umständen im Einzelfall

  • Dabei kommt es nicht darauf an, ob Sie Ihrem Vermieter einen Vorwurf machen können oder nicht. Maßgebend ist allein, dass der Vermieter den vertragsgemäßen Gebrauch Ihrer Wohnung nicht gewährleisten kann. Es bleibt seine Aufgabe, gegen den Hundebesitzer vorzugehen und ihn gegebenenfalls gerichtlich anzuhalten, die Unmuts- oder Freudenäußerungen seines Vierbeiners einzuschränken.
  • Wann Hundegebell tatsächlich zur Mietminderung berechtigt, beurteilt sich immer nach den Umständen des Einzelfalles. Eine einheitliche Rechtsprechung gibt es nicht. Teilweise versuchen die Gerichte, Bellen während der Nachtruhe oder der Mittagsruhe zu verbieten. Das Problem besteht darin, dass Hunde sich nicht an Uhrzeiten orientieren und bellen, wann sie es für richtig halten.
  • Auch kommt es auf die Umgebung an. In einer ländlichen Umgebung sind Hunde eher zu akzeptieren, als in einer Stadtwohnung oder in einem großen Mietshaus, in dem sich viele Mieter gestört fühlen.
  • In der Rechtsprechung finden sich Minderungsquoten von ca. 5 % bis 20 %, je nachdem, wie die Umstände im Einzelfall gelagert sind und wie sich der Lärm auswirkt.
  • Maßstab ist das Empfinden eines objektiv denkenden Menschen. Subjektive Befindlichkeiten eines einzelnen Mieters bleiben außer Betracht.
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