Meine Tochter hat Angst - was tun?

Geborgenheit hilft gegen Angst. Geborgenheit hilft gegen Angst.
Angst gehört zum Leben. Angst gehört auch besonders zur Kindheit, wie zum Erwachsenwerden. Ihre Tochter hat Angst? Das können Sie tun:
Dr. Kathrin Kiss-Elder
16.03.2011 Dr. Kathrin Kiss-Elder
Was Sie benötigen
Dafür brauchen Sie beide Hände

Strategien, wenn Ihre Tochter Angst hat

  • Wie bei jeder emotionalen Irritation gilt: Schalten Sie zuerst einen Gang runter. Denn Störungen, z.B. Gefühle von Angst, haben Vorrang.
  • Entzerren Sie ein paar Tage oder Wochen Ihren Terminkalender. Klavierunterricht, Treffen im Zweistundentakt, das alles darf nicht so wichtig sein.
  • Jetzt haben Sie Zeit. Zeit füreinander.
  • Zeigen Sie es Ihrer Tochter. Vergraben Sie sich nicht sofort wieder in der nächsten Pflicht oder im nächsten Vergnügen. Wenn sie Angst hat, geht das vor.
  • Machen Sie irgendetwas Gemeinsames, wobei Ihre Tochter Raum hat zu reden, aber auch nicht unbedingt reden muss. Vielleicht indem Sie gemeinsam ihr Zimmer auf Vordermann bringen. Oder im Garten arbeiten. Indem Sie ohne Hast spazieren gehen.
  • Wenn Ihre Tochter Angst hat, lassen Sie ihr Zeit, bis sie sich öffnet. Setzen Sie sie nicht unter Druck.
  • Und nützen Sie die Gelegenheit, Ihrer Tochter klar zu machen, wie sehr Sie sie lieben. Dass Sie zu ihr stehen, egal wie verzagt oder verschüchtert sie gerade ist.
  • Zeigen Sie ihr verstärkt, was Sie an ihr toll, was Sie an ihr stark finden. Denn in der Angst fühlt man sich insgesamt oft schwach.
  • Sie kennen ihre Ängste? Räumen Sie dann behutsam ihre Ängste aus. Es gibt keine Geister. Sie ist schön. Sie wird neue Freunde finden. Natürlich lernt sie schwimmen.
  • Und ertragen Sie, wovor Ihre Tochter tatsächlich Angst haben muss, gemeinsam mit ihr. Ja, Oma ist schwer krank. Sie wird in den nächsten Monaten sterben. Aber vermutlich ohne Schmerzen. Nein, Sie wissen nicht, ob Ihre Tochter versetzt wird, aber Sie werden ihr helfen, dass Sie es schafft.
  • Wenn Ihre Tochter Ihre Liebe und Unterstützung erfährt, wird die Angst vielleicht zuerst größer, weil sie sich endlich traut, dieser Angst ins Gesicht zu sehen. Andererseits wird sie kleiner, weil Ihre Tochter sich bei Ihnen aufgehoben fühlt. Und damit erfährt Ihre Beziehung insgesamt einen Zugewinn.
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