Aggressive Kinder sind schwierig. Mit Ihrem Verhalten machen Sie sich keine Freunde und die Eltern wissen sich oft nicht zu helfen. Vorerst gilt es aber zu wissen, dass Aggressionen einen Auslöser haben. Wenn Sie also immer öfter erkennen, dass Ihr Kind aggressiv ist, dann suchen Sie erst nach der Ursache. Schnelle unüberlegte Methoden, um dieses Verhalten zu ändern, werden sonst nicht besonders erfolgreich sein.
- 09.12.2011 Sonja Huysecom
Aggressiv - wo liegt die Ursache?
- Reagiert Ihr Kind oft aggressiv, dann besteht die Möglichkeit, dass es eine Unzufriedenheit damit kompensiert. Das können Schwächen sein, die es an sich selbst oder an seinem Leben sieht. Um diese zu verdecken, spielt es an anderer Stelle den Starken oder die Starke.
- Was ein Kind vorgeführt bekommt, das übernimmt es oft. Das gilt auch für Fernsehen, Videos und Computerspiele. Es gibt Kinder, die anfälliger sind, das Verhalten der Figuren, die sie sehen zu imitieren. Kampfreiche Szenen und Spiele können sie in ihren Reaktionen beeinflussen.
- Erfahrungen und Erlebnisse prägen Menschen bewusst oder unbewusst. Eine schwierige Kindheit muss erst verarbeitet werden und das ist nicht einfach. Wut und Frustration suchen nach einem Ventil. Aggressives Handeln kann so hervorgerufen werden.
Wie Sie Ihr Kind aus der Aggression führen
- Führen Sie intensive Gespräche mit Ihrem Kind und versuchen Sie, es zu öffnen. Nur so kommen Sie an wichtige Hinweise über den Auslöser der Aggression. Seien Sie geduldig, gewinnen Sie Vertrauen und bleiben Sie ruhig.
- Ihre Reaktionen auf Wut und aggressive Angriffe sind wichtig. Werden Sie auch wütend, dann schaukelt sich die Situation auf. Besser ist es, ruhig und besonnen zu bleiben. Allerdings müssen Sie klar und deutlich Ihren Standpunkt vertreten.
- Laden Sie Ihr Kind öfter zu einem Rollentausch ein. Fragen Sie es z.B.: "Wie würdest du dich fühlen, wenn jemand sich dir gegenüber so verhält, wie du das tust?" Sprechen Sie dabei immer Gefühle an und bleiben Sie neutral und verständnisvoll.
- Führen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind ein Wut-Tagebuch, in dem tägliche Notizen stehen. Zentrale Fragen dabei sind; War ich heute wütend? Wann? Warum? Wie habe ich reagiert? Was hätte ich in der Situation noch tun können? Erst wenn Ihr Kind sein Fehlverhalten als solches erkennt, kann es an sich arbeiten. Auch kleine Erfolge sollten besprochen und belohnt werden.