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Mehltau an Weintrauben - erkennen & bekämpfen

Sind Ihre Weintrauben mit Mehltau befallen, müssen Sie rasch handeln, um die Pflanzen nicht zu verlieren. Bekämpfen Sie den Pilz wirksam.

Weintrauben reagieren empfindlich auf Mehltau.
Weintrauben reagieren empfindlich auf Mehltau. © Julien_Christ / Pixelio

Weintrauben sind anfällig für Mehltau. Dabei handelt es sich um eine Pilzerkrankung, die sich im Frühjahr ausbreitet und erhebliche Schäden anrichten kann. Krankheiten wie der echte oder der falsche Mehltau entstehen leichter, wenn zu den extremen Witterungsverhältnisse Pflegefehler dazu kommen. Möchten Sie den Mehltau erfolgreich bekämpfen, ist die Erkennung der Art die Voraussetzung.

Echter Mehltau (Oidium) - erkennen und bekämpfen

Verursacher für den Echten Mehltau ist der Pilzerreger Unicinula necator, der eher unter der Bezeichnung Echter Rebenmehltau bekannt ist. Die Krankheit entsteht bei warmem und trockenem Wetter und Temperaturen bei um die 20 Grad Celsius. Es legen sich Sporen auf den Pflanzen ab, die sich zu einem Geflecht ausbreiten.

Sind Ihre Weintrauben vom Echten Mehltau befallen, erkennen Sie auf den Blattunterseiten und später auch auf den Oberseiten einen weißlichen bis gräulichen Belag. Dieser lässt sich leicht wegwischen. Betrachten Sie den Befall näher, entdecken Sie dazu feine Gespinnste. Dabei handelt es sich um das sogenannte Myzel, die Sporen des Pilzes.

Im Laufe der Zeit wechselt der Pilz die Farbe in einen grauen bis bräunlichen Ton. Die Früchte verkümmern und verhärten, die Schalen laufen dunkel an und platzen schließlich auf. Die Folge davon ist, dass die Trauben unangenehm nach Fäulnis zu riechen beginnen.

Falscher Mehltau - Merkmale und Bekämpfung

Entgegen dem Echten Mehltau ist der Falsche ein Feuchtwetterpilz. Je mehr die Weintrauben unter zu viel Nässe leiden, desto größer ist die Chance für eine Infektion. Der Name des Erregers ist Plasmopara viticola.

Sie erkennen den Schaden zuerst an der Unterseite der Blätter am gräulichen bis gräulich-violetten Belag. Breitet sich der Pilz aus, entstehen auf der Blattoberseite ein heller Grünton und gelbliche Flecken. Diese sind auch unter der Bezeichnung "Ölflecken" bekannt. Die Früchte verkümmern.

Zur Vermeidung des Befalls sollten Sie die Weintrauben nur in regenarme Regionen pflanzen, wo übermäßiger Wasserkontakt ausbleibt. Sorgen Sie dafür, dass die Reben genügend Licht erhalten und rasch trocknen können.

Der Unterschied der Mehltau-Arten im Überblick
Echter Mehltau Falscher Mehltau
Erreger: Unicinula necator Erreger: Plasmopara viticola
entsteht bei feuchtem Wetter entsteht bei warmen und trockenem Wetter
weißlicher bis gräulicher Belag und Gespinnste auf den Blättern. Lässt sich wegwischen. gräulicher bis hellegrüner Belag und gelbliche Flecken auf den Blättern
Trauben härten und verkümmern. Die Schalen platzen auf, werden braun und riechen. Die Trauben werden hart und verkümmern.

Die Bekämpfung der Pilze auf den Weintrauben

Hat der Befall von Mehltau erst einmal begonnen, breitet er sich immer mehr aus. Unternehmen Sie nichts dagegen, verkümmern die Pflanzen und sterben letztendlich. Um dies zu verhindern, ist eine frühzeitige Gegenmaßnahme notwendig.

Die chemische Bekämpfung sieht die Anwendung von Kupfer- und Schwefelpräparate vor. Die Mittel mit ausführlicher Handhabung erhalten Sie im Fachhandel.

Als wirkungsvolles Hausmittel gilt eine Mixtur aus Vollmilch und Wasser im Verhältnis 1:9. Das enthaltene Lecithin sowie Natriumphosphat in der Milch helfen gegen die Krankheit. Spritzen Sie das Mittel im Abstand von zwei Tagen auf die befallenen Weintrauben.

Verhindern Sie die Ansteckung anderer Pflanzen und entfernen Sie kranke Anteile oder schneiden Sie diese zumindest mutig zurück. Geben Sie infizierte Pflanzenteile sicherheitshalber in den Restmüll, auf dem Kompost könnten die Erreger sich weiter ausbreiten.

Dem Pilzbefall vorbeugen

Pilze sind hartnäckige Wesen. Haben sie sich erst einmal ausgebreitet, wird man sie nur schwer und oftmals gar nicht mehr los. Die beste Behandlung zielt darauf, dass die Weinreben pilzfrei bleiben.

  • Beginnen Sie mit dem Anbau von widerstandsfähigen Sorten.
  • Setzen Sie die Trauben in ausreichend Abstand zueinander.
  • Sorgen Sie für die richtige Pflege Ihrer Schützlinge.
  • Unterstützen Sie den natürlichen Widerstand der Pflanzen mit Stärkungsmittel wie beispielsweise Schachtelhalmbrühe oder kieselsäurehaltiger Brühe.
  • Sorgen Sie für ein ökologisches Gleichgewicht im Garten und schützen Sie nützliche Lebewesen wie beispielsweise den Marienkäfer.

Beachten Sie diese Hinweise zur Pflege Ihrer Trauben, haben Schädlinge und Krankheit wenig Chancen. Vermeiden Sie nach Möglichkeit die Anwendung chemischer Mittel, um Ihren Garten nicht mit Pestiziden zu belasten. Setzen Sie lieber auf natürliche Fressfeinde des Mehltaus wie den Marienkäfer. Essen Sie auf keinen Fall mit dem Pilz befallene oder chemisch gespritzten Früchte!

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