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MDF-Holz - Verwendung und Eigenschaften

Beim Kauf von Möbeln und Bauplatten werden Sie häufig auf den Begriff MDF stoßen. Es handelt sich dabei um einen speziellen Holzwerkstoff, nicht um reines Holz. Laminatfußböden, Wandverkleidungen, Boxen und Möbel bestehen oft aus diesem Material.

Schrauben halten in MDF ausgezeichnet.
Schrauben halten in MDF ausgezeichnet.

Herstellung von MDF-Platten

Die Abkürzung MDF bedeutet mitteldichte Faserplatte. Die Platten haben eine Dichte von 650 bis 800 Kilogramm je Kubikmeter. Sie bestehen, anders als OSB, nicht aus langen Spänen, sondern feinen Fasern.

  • Das Grundmaterial der Platten ist Holz. Üblichweise verwenden die Hersteller alle Hölzer, die auf dem Markt zu günstigen Preisen verfügbar sind. Es ist nicht üblich, bei den Platten, das verwendete Holz anzugeben. Von den Hölzern verwenden die meisten Betriebe ganze Stämme, Reste, die bei der Herstellung von Schnittholz anfallen (Schwarten) und klein zerhacktes Holz (Hackschnitzel). Altholz, Sägespane und Reste bei der Furnierherstellung verwenden die Betriebe selten.
  • Das Holz wird von Fremdstoffen gereinigt, zerkleinert und unter Druck gekocht. Anschließend zermahlen Mahlscheiben das Material zu feinen Fasern. Diese trocknen durch Heißluft. 
  • Die Fasern werden mit Leim und Zusatzstoffen vermischt, auf Formen gestreut und unter Hitze und Druck verleimt. Der Leim besteht meist aus Harnstoff-Formaldehyd-Harz, die Zuschläge sind je nach Bedarf Farbstoffe oder Brandschutzmittel.

Verwendung der Holz-Platten

Die Platten sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich und daher äußerst vielseitig.

  • Rohe Platten, ohne Oberflächenbehandlung, kommen meist als Bauplatten zum Einsatz. Für Möbel, Klicklaminat und Fußleisten wird das Material durch Aufkleben von Dekorpapier, Resopal oder Dekorfolien verschönert. Sie können zum Beispiel eine Lautsprecherbox daraus bauen und den Korpus mit Klebefolien überziehen. MDF lässt sich ausgezeichnet bekleben, die Kanten sehen aber oft nicht schön aus.
  • Durchgefärbtes MDF ist ideal zum Möbelbau. Da das Material insgesamt eine einheitliche Farbe hat, sind die Schnittkanten genauso gefärbt wie die Flächen. Das ist bei Regalen besonders vorteilhaft. Diese Platten sind noch nicht lange auf dem Markt und bisher bauen noch nicht viele Möbelhersteller damit.
  • Für lackierte Flächen eignet sich MDF, das ab Werk mit Grundierfolie überzogen ist. Die Folie wirkt als Sperrschicht, daher ist eine Grundierung der Platten vor dem Lackieren nicht erforderlich. Bei diesem Material ist das Lackieren der Flächen einfach, aber die Kanten müssen Sie zweimal grundieren und schleifen, bevor Sie diese lackieren können.
  • Einige Hersteller bieten MDF auch mit einer Beschichtung aus Melamin an. Diese ähneln Dekorspanplatten, haben aber deutlich glattere Schnittflächen.
  • MDF-Platten für Feuchträume und den Außenbereich sind wasserfest verleimt und meist beschichtet. Sie vertragen Spritzwasser, aber keine dauerhafte Einwirkung von Feuchtigkeit. Das Holz in den Platten quillt auf.

Verarbeitung der Platten

Die Platten lassen sich wie Holz oder Spanplatten verwenden.

  • Schneiden Sie die Platten mit einer Hand-, Stich- oder Kreissäge zu. Das Sägeblatt sollte mit Hartmetall bestückt sein und möglichst viele feine Zähne haben. Die Platten lassen sich außerdem wie Holz hobeln und fräsen. In diesem Punkt unterscheiden sie sich von Spanplatten, die sich nicht fräsen und hobeln lassen.
  • Schrauben halten in MDF ausgezeichnet, das gilt für die Flächen und die Kanten. Außerdem ist Verleimen mit Holzleim möglich. Die Platten lassen sich mit Dübeln und Leim untereinander verbinden. Der Einbau von Topfscharnieren ist kein Problem.
  • Die glatten Oberflächen der Platten lassen sich gut gestalten. Bei durchgefärbten Platten ist lediglich ein zusätzliches Glätten mit Schleifpapier sinnvoll. Alle MDF-Platten lassen sich, mit für Holz geeigneten Farben und Lacken, streichen oder mit Dekorfolie bekleben. Lasieren oder Beizen ist möglich. Da die Platten keine Maserung haben, wirken mit diesen Produkten behandelte Platten wenig dekorativ.
  • Die Pflege von MDF ist einfach: Das Material ist glatt und lässt sich leicht abwischen. Da die Oberflächen meist Dekore tragen, gibt es keine einheitlichen Pflegerichtlinien. Laminatböden und Fußleisten haben oft Dekorschichten aus Papier, die keine Nässe vertragen. Lackierte Flächen können Sie problemlos abwaschen. Sie sollten aber nicht mit Scheuermitteln daran gehen. Bei mit Melaminharz beschichten Platten können Sie unbesorgt zu Scheuersand greifen.

Vorteile des Materials

Die Platten finden in allen Bereichen immer stärkere Verwendung, denn sie haben einige Vorteile, die anderes Material nicht bietet:

  • Die Platten sind preisgünstiger als Holz, da minderwertige Hölzer zu einem hochwertigen Baustoff verarbeitet werden.
  • Gegenüber OSB und anderen Spanplatten haben sie eine feinere Struktur. Sie sind glatter, lassen sich leichter schneiden und profilieren, zum Beispiel mit einer Nut versehen. An den sauberen Schnittkanten sind keine Umleimer nötig.
  • Das Material lässt sich gut bohren. Schrauben halten darin besser als in Spanplatten oder weichen Hölzern.
  • Im Baubereich haben Sie gegenüber Holz den Vorteil, dass Sie besser gegen Feuer zu schützen sind. Wird dem Material bei der Herstellung das ungiftige Aluminiumhydroxid beigemischt, entstehen schwer entflammbare Platten.
  • MDF dämmt Wärme und Schwingungen. Aus diesem Grund sind Sie als Bodenplatten und für den Bau von Lautsprechern bestens geeignet.

Nachteile von Faserplatten

Die Platten haben einen schlechteren Ruf als verdient, denn modernes MDF dünstet kaum Formaldehyd aus. Außerdem gibt es Qualitäten, die diesen Stoff nicht enthalten. Einige Nachteile hat das Material trotzdem:

  • Die Platten sind schwerer und teurer als Spanplatten. Wenn Sie Kosten sparen wollen, sollten Sie auf OSB ausweichen.
  • MDF müssen Sie vorbohren, Spanplatten nicht. Wenn bei einem Ausbau viele Schrauben erforderlich sind, verzögert das notwendige Bohren die Arbeiten erheblich. Spanplatten und Holz müssen meist nicht vor dem Schrauben gebohrt werden.
  • Die feinen Strukturen bieten Keimen und Pilzen einen gute Angriffsfläche. In feuchten Räumen neigen diese Platten zum Schimmeln. Spanplatten oder Vollholz sind für diese Räume und den Außenbereich besser geeignet.
  • Die Kanten von MDF brechen leicht, ebenso neigen schräg eingebohrte Schrauben zum Ausbrechen. Für den Bau von strapazierfähigen Möbeln ist Holz besser geeignet. 

MDF ist eines der vielseitigsten Materialien. Die Vorteile überwiegen die Nachteile bei Weitem. Die mangelnde Stabilität der Kanten lässt sich beim Möbelbau kompensieren, in dem Rahmen aus Vollholz mit Füllungen aus Faserplatten kombiniert werden.

 

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