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Marktorientierte Landwirtschaft - eine Erklärung

Landwirte, die eine marktorientierte Landwirtschaft betreiben, haben durchaus Vorteile. Sie produzieren nur solche Mengen, die auch tatsächlich nachgefragt werden.

Marktorientierte Landwirtschaft bringt den Landwirten Vorteile.
Marktorientierte Landwirtschaft bringt den Landwirten Vorteile. © constanze__wilking / Pixelio

In der konventionellen Landwirtschaft werden die erzeugten Produkte in der Regel an Großhändler verkauft. Die Milch wird zur Molkerei geliefert, das Getreide geht zum Getreidehändler und das Mastvieh wird an den Schlachthof verkauft. Das führt mitunter zu großen Lebensmittelüberschüssen, die eine Reduzierung der Erzeugerpreise zur Folge haben. In der marktorientierten Landwirtschaft sieht es aber ganz anders aus.

So funktioniert marktorientierte Landwirtschaft

  • Sie müssen zunächst wissen, dass Landwirte aufgrund ihrer Betriebsstrukturen nur bestimmte Lebensmittel produzieren können. Das heißt, ein Landwirt, der beispielsweise Milchkühe hält, kann nicht so einfach auf Mastschweine oder Getreideproduktion umsteigen. Das würde Investitionen verursachen, die den Betrieb gefährden können.
  • Deshalb ist es für die Landwirte oftmals von Vorteil, unter den gegebenen Bedingungen auf eine marktorientierte Landwirtschaft umzusteigen.
  • Dazu muss sich der Landwirt genauestens darüber informieren, was die Verbraucher wünschen. Sie wissen sicherlich, dass die Verbraucher für Lebensmittel von guter Qualität gerne etwas mehr Geld ausgeben.
  • Dadurch lässt sich durch eine marktorientierte Landwirtschaft ein wesentlich höheres Einkommen realisieren.
  • Marktorientierte Landwirtschaft bedeutet also, dass die Landwirte genau die Menge in einer vorgegebenen Qualität erzeugen, die von den Verbrauchern gefordert wird. Dadurch profitieren nicht nur die Landwirte, sondern auch die Verbraucher.

So sieht marktorientierte Landwirtschaft in der Praxis aus

  • Sie können sich sicherlich vorstellen, dass eine marktorientierte Landwirtschaft nur schwer in einem großen Rahmen zu realisieren ist. Landwirte produzieren Lebensmittel, die von gesetzlicher Seite gewisse Qualitätskriterien erfüllen müssen. Beispielsweise darf die Milch nicht verkauft oder weiterverarbeitet werden, bevor sie im Labor auf Keime und Medikamentenrückstände untersucht wurde. Deshalb liefern die Landwirte ihre Milch auch meistens in die Molkerei.
  • Aber auch in dem Fall wäre eine marktorientierte Landwirtschaft möglich. Beispielsweise könnte der Landwirt sich eine kleinere Molkerei suchen, die eventuell Milchprodukte herstellt, die noch ein Nischendasein führen.
  • Das Gleiche gilt auch für Getreide oder andere Produkte. Wenn der Landwirt sich bereit erklärt, auf bestimmte Dünge- und Pflanzenschutzmaßnahmen zu verzichten, kann er von einigen Getreidehändlern ebenfalls einen höheren Preis für seine Erzeugnisse bekommen.
  • Das liegt in erster Linie daran, dass die Verbraucher einen besonders hohen Wert auf natürliche Lebensmittel legen, die möglichst wenige Chemikalien und andere schädliche Substanzen enthalten.

Festzuhalten bleibt, dass bei der marktorientierten Landwirtschaft die Nachfrage das Angebot bestimmt. In früheren Zeiten war es meistens umgekehrt. Da hat in der Regel das Angebot die Nachfrage bestimmt.

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