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Maikäfer und Naturschutz - Hinweise

Maikäfer haben sich über Jahrhunderte hinweg einen Ruf als Plage in Land- und Forstwirtschaft erworben. Sie wurden hartnäckig bekämpft, sodass sie inzwischen in einigen Gegenden fast ausgerottet waren. Jetzt, im 21. Jahrhundert, sind sie wieder auf dem Vormarsch. Ihre Rolle im Naturschutz ist umstritten.

Maikäfer fressen frische Laubblätter
Maikäfer fressen frische Laubblätter

Kann man mit chemischen Mitteln gegen eine Maikäferplage vorgehen und das als Naturschutz bezeichnen? Dort, wo die Käfer in Massen auftreten, sind die durch sie verursachten Schäden so erheblich, dass deren Bekämpfung als Schutz der Natur dargestellt wird.

Lebensweise der Maikäfer

  • Maikäfer gehören zu den Blatthornkäfern. Viele ähnliche Käfer, unter ihnen die Rosenkäfer, sind bekannt. Die braunen Tiere sind etwa zwei bis drei Zentimeter groß und ernähren sich von frischen Blättern. Ihre Larven, die Engerlinge, entwickeln sich im Boden und fressen dort Wurzeln an, wodurch sie selbst 10 bis 15 Jahre alte Bäume zum Absterben bringen können. 
  • Der Entwicklungszyklus dauert meistens drei bis vier Jahre. So lange bleiben die Engerlinge und später die Puppen im Boden, bis der fertige Käfer im Mai, oft auch schon im April oder noch im Juni, aus der Erde kriecht und sein gefräßiges Leben auf Bäumen beginnt. Der mehrjährige Entwicklungszyklus sorgt dafür, dass Sie in manchen Jahren wenige und dann wieder sehr viele Maikäfer beobachten können. 
  • Den erwachsenen Käfern bleiben etwa sieben Wochen, um für den Nachwuchs zu sorgen. Bis zu 100 Eier legt das Weibchen in feuchten Humusboden. Die Männchen sterben nach der Begattung. Sowohl die nach vier bis sechs Wochen schlüpfenden Larven als auch später die ausgewachsenen Käfer richten in der Landschaft großen Schaden an, wenn sie in Massen auftreten.
  • Wenn Sie beim Umsetzen Ihres Komposthaufens einen Engerling finden, ist es meistens die Larve eines Rosenkäfers. Da die der Maikäfer sich nicht von totem Material ernähren, sondern von lebenden Wurzeln, ist der Komposthaufen selten der geeignete Ort für sie. Die Larven der Rosenkäfer sollten Sie nicht beschädigen und nach dem Umsetzen wieder in die Erde zurückgeben. So leisten Sie mit Ihrem Garten einen echten Beitrag zum Naturschutz. 
  • Welche Rolle Maikäfer in der Natur selbst spielen, hängt von der Größe der Population in einem Gebiet ab. Nur bei massenhaftem Auftreten kommt es zu größeren Schäden. Von den Käfern kahlgefressene Bäume erholen sich in der Regel wieder. Schlimmer sind die Schäden, die der Fraß der Engerlinge an den Wurzeln verursacht.

Naturschutz zugunsten der Bäume

  • Nachdem die Käfer in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts mithilfe von Insektiziden wie DDT stark bekämpft wurden, gingen die Bestände so zurück, dass deren Vorkommen in manchen Gegenden heute selten ist und sie teilweise als ausgerottet gelten beziehungsweise galten. Der Naturschutz wurde also für die Käfer notwendig, um deren Bestand zu sichern.
  • Inzwischen ist DDT lange verboten, die Maikäferbestände erholen sich und aus Mitteleuropa kommen wieder Meldungen von Jahren, in denen sie zahlreich auftreten. Dennoch kennt heute so manches Kind den kleinen Brummer nur aus Geschichten. 
  • Gerade dort, wo junge Laubbäume gezielt angepflanzt wurden, um Mischwälder zu fördern, wird das vermehrte Auftreten der Maikäfer mit Argwohn betrachtet. Seit der Jahrhundertwende wurde wieder über deren Bekämpfung in regional begrenzten Gebieten diskutiert. Die einen vertreten die Meinung, damit Naturschutz im Sinne von Eichen und anderen Laubbäumen zu betreiben; andere wehren sich dagegen und fordern, die natürliche Regulierung der Käferpopulation über einen längeren Zeitraum zuzulassen.
  • Maikäfervorkommen und Naturschutz sind also zwei Begriffe, die im Zusammenhang betrachtet widersprüchliche Meinungen hervorrufen. Je nach Interessenlage wird der Maikäfer als Schädling gesehen oder er wird in unserer artenärmer werdenden Natur selbst als schützenswert erachtet. Die Dichte der im Boden lebenden Engerlinge schwankt regional und zeitlich erheblich, was zusätzlich eine differenzierte Betrachtung der Thematik erfordert.
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