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Märchen schreiben - vom Aufbau bis zum glücklichen Ende

Märchen sind nicht nur etwas für Kinder. Auch viele Erwachsene können jener Literaturgattung etwas abgewinnen. Wenn Sie aber die Volksmärchensammlung der Gebrüder Grimm quasi auswendig können und Ihnen Andersens oder Hauffs Kunstmärchen schon zu den Ohren rauskommen, sollten Sie vielleicht selber mal ein Märchen schreiben. So schwierig ist das gar nicht, wenn man einige Dinge beachtet.

Märchen sind auch für große Kinder spannend.
Märchen sind auch für große Kinder spannend.

Was Sie benötigen:

  • Phantasie

Zum Aufbau eines Märchens

Wenn Sie ein Märchen schreiben, wird es sich dabei um ein sogenanntes Kunstmärchen handeln. Ein solches entspringt keiner Volksüberlieferung, sondern ist das Kunstprodukt eines Autors. Bei Ihrem ersten Versuch sollten Sie sich jedoch vom Aufbau her am klassischen Volksmärchen orientieren.

  • Eigentlich jedes Märchen verfügt über einen Helden, der sich zu Beginn der Handlung mit einem Problem konfrontiert sieht. Dies kann eine schwierige familiäre Situation sein (böse Stiefmutter, dominante Brüder), eine Hungersnot oder finanzielle Probleme.
  • Oft ist der Held zu Anfang scheinbar gehandicapt, entwickelt aber im Verlauf der Geschichte sein Potenzial und kann somit nicht nur die anfängliche Problemsituation überwinden, sondern auch eventuelle Konkurrenten ausstechen.
  • Anders als beim Kunstmärchen ist ein Happy End im Volksmärchen vorherrschend. Selbst wenn klar ist, dass sich alles zum Guten wenden wird, können Sie auf dem Weg dahin sehr wohl die Schlinge um den Hals des Helden enger ziehen, um so die Spannung zu erhöhen. Wichtig ist nur, dass er sich letzten Endes mit Glück und/oder Verstand retten kann und sein Abenteuer ein glückliches Ende findet.
  • Halten Sie die Handlungsstruktur einfach. Parallelhandlungen sind im Märchen ebenso untypisch wie Zeitsprünge oder komplexe Selbstreflexionen seitens der Charaktere.

Diese Merkmale sollten Sie in Ihre Geschichte einbauen

  • Ein besonderer Reiz am Märchen ist, dass sich das Fantastische nach Belieben integrieren lässt. Animierte Gegenstände, sprechende Tiere oder auch Magie können von Ihnen nach Lust und Laune verwendet werden. Sie müssen sich nicht einmal über realistische Reaktionen des Helden auf diese Phänomene Gedanken machen. In der Sphäre des Märchens wird das Fantastische nämlich als recht alltäglich wahrgenommen.
  • Ein Grund dafür, warum vor allem Kinder Märchen lieben, ist deren Formelhaftigkeit. Es tauchen nicht nur bestimmte sprachliche Muster ("Es war einmal …") immer wieder auf, sondern auch stereotype Charaktere (böse Stiefmutter, edler Prinz usw.) und nicht zuletzt eine bestimmte Zahlensymbolik (etwa die Dreizahl). Soll Ihre Geschichte authentisch wirken, dürfen Sie jene Elemente nicht vernachlässigen.
  • Ein weiteres Merkmal vieler Volksmärchen ist deren Brutalität. Als Kind fällt es einem oft nicht auf, aber eigentlich sind Geschichten, in denen Hexen lebendig verbrannt oder Wölfe bei vollem Bewusstsein aufgeschnitten werden, gar nicht wirklich kindgerecht. Aus diesem Grund sollten Sie überlegen, ob Sie die Brutalität klassischer Volksmärchen wirklich in Ihr Werk einfließen lassen wollen.
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