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Lohn bei Zeitarbeitsfirmen - eine kurze Einführung

Zeitarbeitsfirmen gibt es schon seit über 30 Jahren in Deutschland, dennoch hat die Branche ein schlechtes Image, weil viele mit Personalleasing auch niedrige Einkommen verbinden. Wie berechnet sich der Lohn in der Personalüberlassung und stimmt das Vorurteil der schlechten Bezahlung?

Zeitarbeit betrifft oft Handwerker.
Zeitarbeit betrifft oft Handwerker. © Kathrin_Frischemeyer / Pixelio

Viele Zeitarbeitsfirmen schicken ihre Mitarbeiter auf Montage. D. h. Sie sind am jeweiligen Einsatzort einige Tage in der Woche oder auch manchmal über das Wochenende tätig. Andere bieten Arbeiten vor Ort an. Dies wirkt sich auch unterschiedlich auf die Bezahlung aus.

Wie berechnet sich der Lohn in der Zeitarbeit?

  • Zeitarbeitsfirmen verleihen ihre Mitarbeiter gewissermaßen an andere Unternehmen. So wird beispielsweise vereinbart, dass ein Mitarbeiter auf einer Baustelle im Umfang von fünf Tagen hilft, meist soll dabei acht Stunden am Tag gearbeitet werden.
  • Für die jeweils geleisteten Stunden überweist der Betrieb, in dem der Mitarbeiter seine Arbeit leistete, den sogenannten Stundensatz. Das ist die Summe, welche die Zeitarbeitsfirmen für diesen verliehenen Mitarbeiter erhalten.
  • Der Stundensatz setzt sich aus dem zusammen, was schließlich Sie selbst als Lohn von der Zeitarbeitsfirma erhalten und einem zusätzlichen Betrag für die Vermittlung, d. h. das Personalleasingunternehmen verdient letztlich an Ihrer Arbeit mit.
  • Dennoch muss dies nicht bedeuten, dass Sie einen besonders geringen Lohn erhalten, denn die Gehälter sind durch Tarifverträge festgelegt. Diese haben etwa Zeitarbeitsverbände mit dem DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund) oder mit verschiedenen Branchenvertretungen ausgehandelt. Manche Verträge werden nur von bestimmten Firmen angewandt, meist ist aber ein bestimmter Stundenlohn festgelegt, der noch durch ein Montagegeld ergänzt wird.
  • Das Montagegeld dient dazu, die Kosten für Unterkunft und Verpflegung bei den Mitarbeitern zu decken, die nicht in ihrem Heimatort, sondern auswärts arbeiten. Da dies bei Leiharbeit meist der Fall ist, gehört das Montagegeld also zu den Leistungen, die sehr viele Zeitarbeiter erhalten.
  • Als Entschädigung für entstandene Kosten fallen hierbei keine Steuern an, d. h. diese zusätzliche Pauschale bleibt unversteuert und das hiervon übrig gebliebene Geld stockt den Lohn noch etwas auf. Zudem sehen viele Tarifverträge auch Sonderzahlungen vor, etwa Weihnachtsgeld oder Produktivitätsprämien.

Lohnt sich die Tätigkeit bei Zeitarbeitsfirmen?

  • Ob die Tätigkeit bei Zeitarbeitsfirmen sinnvoll ist, kann individuell unterschiedlich sein. Gerade dann, wenn Sie in Ihrer Region wenig berufliche Möglichkeiten haben, kann Leiharbeit eine Alternative sein, da hier oft kurze Montage-Tätigkeiten vermittelt werden, auf die Sie sich anders nicht bewerben können.
  • Auch für Berufsanfänger können Zeitarbeitsfirmen eine Möglichkeit sein, im Beruf Fuß zu fassen und einen tarifvertraglich festgelegten Lohn zu erhalten. Manchmal werden auch Spezialkräfte gesucht, die sehr gut bezahlt werden, da sie nahezu die einzigen auf einem Fachgebiet sind, die eine gewünschte Tätigkeit ausführen können. Dennoch können das häufige Pendeln und der Wechsel von Einsatzorten eine Belastung sein, unabhängig vom Lohn.
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