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Lockfrüchte - dafür werden sie genutzt

Den Begriff "Lockfrüchte" haben viele schon einmal gehört. Doch was sich dahinter verbirgt und wofür sie genutzt werden, weiß nicht jeder.

Holunderbeeren zählen zu den Lockfrüchten.
Holunderbeeren zählen zu den Lockfrüchten. © Waldili / Pixelio

Früchte und ihre Verbreitung

Früchte und Samen werden auf unterschiedliche Art und Weise verbreitet. Je nachdem, wie dies geschieht, gibt es dafür unterschiedliche Bezeichnungen. Nach Art der Verbreitung des Samens unterscheidet man bei den Früchten nach Schleuderfrüchten, Flugfrüchten, Streufrüchten, Klettfrüchten, Ameisenfrüchten und Lockfrüchten.

  • Schleuderfrüchte sind Früchte, die die Samen wegschleudern, wie beispielsweise das Springkraut. Früchte, die vom Wind weitergetragen werden, heißen Flugfrüchte. Zu diesen zählt etwa der Löwenzahn. Wenn dieser verblüht ist und eine Pusteblume übrig bleibt, werden deren einzelne Teile, an denen ein Samen hängt, weitergetragen, bis sie irgendwann auf dem Boden landen, wo sie mit ihren kleinen Widerhaken hängen bleiben. Früchte, die im Wind hin und her wehen und dabei ihre Samen ausstreuen, werden wiederum Streufrüchte genannt. Klettfrüchte, wie zum Beispiel die Distel, bleiben mit ihren Widerhaken im Fell von Säugetieren, die sie streifen hängen, die Samenverbreitung erfolgt hier also mithilfe der Säugetiere. Zu den Ameisenfrüchten zählt unter anderem das Veilchen, von dem Ameisen bestimmte Teile gerne verschleppen, um sie zu fressen. Dabei werden während des Transports Samen verbreitet.
  • Übrig bleibt noch die Bezeichnung "Lockfrüchte". Diese heißen so, weil sie die Vögel anlocken, die die Früchte fressen und den unverdaulichen Samen dann mit ihrem Kot irgendwo wieder ausscheiden. Dort können dann neue Pflanzen wachsen. Lockfrüchte sind Holunderbeeren, Tollkirschen sowie die Früchte der Eberesche, die Vogelbeeren.

Wofür Lockfrüchte gut sind

Jede Frucht hat ihren Nutzen, das gilt auch für Lockfrüchte.

  • Tollkirschen sind für den Menschen giftig und dürfen keinesfalls verschluckt werden. Sie spielen jedoch in homöopathischer Dosis in der Naturheilkunde eine Rolle und sind als Belladonna bekannt. Belladonna hilft unter anderem gegen Fieber, Asthma oder Darm- und Magenkrämpfe.
  • Nicht giftig sind dagegen Vogelbeeren, obwohl diese Meinung weit verbreitet ist. Die in ihnen enthaltene Parasorbinsäure kann bei frischem Verzehr allerdings Magenprobleme hervorrufen. Vogelbeeren enthalten sehr viel Vitamin C, aus ihnen kann außerdem der Zuckerersatz Sorbit gewonnen werden. Auch in der Naturheilkunde werden der Vogelbeere gewisse lindernde Wirkungen nachgesagt, beispielsweise bei Husten, Verdauungsproblemen oder Gicht. In manchen Gegenden wird aus den Früchten auch Vogelbeerschnaps oder Konfitüre hergestellt.
  • Aus dem hierzulande üblichen Schwarzen Holunder wiederum kann Saft oder Marmelade hergestellt werden, in manchen Gegenden gibt es auch Holunderküchlein. In der Medizin schreibt man ihm eine schweißtreibende Wirkung zu, weshalb manche Holundertee trinken, um zu schwitzen. Auch bei Katarrhen, Nieren- oder Blasenleiden und einigen anderen Erkrankungen soll der Tee helfen. Frische Holunderbeeren soll man allerdings nicht essen. Sie gelten zwar nicht direkt als giftig, können jedoch Durchfall und andere Beschwerden hervorrufen.

Lockfrüchte heißen die Früchte also, weil sie Vögel zum Fressen anlocken, die dann wiederum für die Verbreitung des Samens sorgen, genutzt werden können sie für unterschiedliche Zwecke.

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