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Liguster - Pflege

Liguster wächst meist als Hecke, da er einen dichten Wuchs hat. Die Pflege der anspruchslosen Pflanze ist wenig aufwendig.

Hecken sollten regelmäßig gepflegt werden.
Hecken sollten regelmäßig gepflegt werden.

Liguster, die unbekannten Schönheiten

Die Liguster (Ligustrum), auch Rainweiden genannt, gehören zu den Ölbaumgewächsen. Sie bestechen durch schönes Laub und weiße Blüten. Da die Sträucher meist als Hecken in den Gärten stehen, sind die Blüten selten zu sehen. Sie fallen dem Rückschnitt zum Opfer.

Aus den Blüten entstehen dunkle Beeren oder Steinfrüchte. Vögel freuen sich im Winter über die Bereicherung des winterlichen Futterangebotes. Früher dienten die Beeren, das Holz und die Blätter zum Färben von Wolle und zur Herstellung von Malfarben. Man nutzt die Früchte auch, um Rotwein einen kräftigen Farbton zu geben.

Lediglich der Gewöhnliche Liguster (Ligustrum vulgare) stammt aus Europa. In den Gärten stehen meist seine japanischen oder chinesischen Verwandten.

Obwohl alle Teile der Pflanzen giftige Glykoside enthalten, vertragen die meisten Vögel und Nagetiere die Früchte ausgezeichnet. Die Inhaltsstoffe führen in größeren Mengen bei Hunden, Katzen und Menschen zu Übelkeit mit Erbrechen und Durchfall sowie zu Bauchschmerzen. Beim Schneiden der Sträucher verursachen die Pflanzensäfte Hausausschläge.

Ansprüche an den Standort

Die robusten Pflanzen kommen mit jedem Boden klar, sofern er nicht ständig feucht ist. Am besten gedeihen sie in Böden mit einem hohen Humusanteil. Ideal ist, wenn Sie vor dem Pflanzen Kompost einarbeiten.

Wählen Sie einen sonnigen oder halbschattigen Platz, denn im Schatten neigen Liguster zum Verkahlen. Dies lässt sich auch bei guter Pflege nicht verhindern. Eine Ligusterhecke im Schatten hat keinen dichten Wuchs.

Das ist beim Pflanzen zu beachten

  • Wurzelnackte Pflanzen an frostfreien Tagen zwischen Oktober und April pflanzen.
  • Die Ligusterpflanzen 24 Stunden in einen Eimer mit Wasser stellen.
  • Einen 40 Zentimeter breiten und ebenso tiefen Graben ausheben.
  • Pro Meter drei Pflanzen einsetzen.
  • Graben mit Erde auffüllen.
  • Kräftig gießen.

Pflege der Sträucher

Gießen Sie in den ersten Wochen nach dem Pflanzen täglich, damit sich die Wurzeln des Ligusters gut ausbilden. Lassen Sie den Boden auch später nie ganz austrocknen.

Die rasch wachsenden Sträucher benötigen Nährstoffe. Geben Sie im Frühjahr und nach dem Schnitt im Juni Hornspäne, Koniferen- oder Langzeitdünger. So stellen Sie sicher, dass die Pflanzen kräftig austreiben und nicht kümmern.

Rückschnitt des Ligusters

Grundsätzlich gilt, jeder Schnitt sorgt für Verzweigungen, die Hecke wächst umso dichter je mehr Sie schneiden. Es ist fatal, wenn Sie die Sträucher in die Höhe wachsen lassen, um schnell einen Sichtschutz zu bekommen. Sie müssen die Pflanzen in den ersten Jahren kurz halten, damit sie dicht wachsen.

Schneiden Sie vor dem ersten März und Ende. Achten Sie darauf, ob Vögel in der Hecker brüten. Sparen Sie die Bereiche um Nester beim Schnitt aus.

Ein Schnitt im Herbst ist nicht angebracht, da der Neuaustrieb vor dem Winter nicht ausreift. Er erfriert bei Frost.

Spannen Sie eine Schnur der gewünschten Schnitthöhe auf. Diese hilft Ihnen, sich beim Schnitt zu orientieren. Halten Sie die Hecke unten breiter als oben, damit die Pflanzen auch unten ausreichend Licht bekommen.

Überwintern macht keine Probleme

Die Ligusterarten für den Garten sind winterhart. Je nach Kälte und Sorte verlieren Sie im Winter fast das ganze Laub. Die Pflanzen treiben aber im Frühjahr wieder aus.

Ein Liguster im Topf oder ein Bonsai muss über Winter ins Haus. Er braucht einen frostfreien Platz. Je kühler es ist, umso dunkler darf er stehen.

Eigene Pflanzen züchten

Am einfachsten ist, wenn Sie beim Rückschnitt verholzte Triebe von 20 Zentimeter Länge als Stecklinge kultivieren. Entfernen Sie die untersten Blätter und stecken Sie die Triebe zur Hälfte in Blumenerde. Nach etwa 10 Wochen haben sich Wurzeln gebildet.

Schneiden Sie die jungen Pflanzen recht früh, damit sie sich verzweigen. Im Juni gezogene Ableger dürfen bereits im Herbst in den Garten.

Eine Lücke in der Hecke lässt sich am einfachsten durch Absenker schließen. Biegen Sie einen längeren verholzten Zweig zur Erde. Schneiden Sie ihn an der Stelle an, welche die Erde berührt. Nun brauchen Sie nur noch die Wunde einzugraben und mit einem Drahtbügel im Erdreich zu fixieren.

Krankheiten und Schädlinge

​Die robusten Büsche sind wenig anfällig und schmecken den meisten Schädlingen nicht. In der Tabelle sind die wenigen Probleme aufgelistet, zu denen es kommen kann.

Krankheiten und Schädlinge

Krankheit/Schädling

Symptome

Behandlung

Blattflecken

Im Sommer entstehen auf den Blättern braune oder graue Flecken auf.

 

Bei stärkerem Befall verlieren die Sträucher bei feuchter Witterung ihre Blätter

Spritzen ist überflüssig

 

Schneiden Sie betroffene Triebe ab

Blattläuse

Ligusterblattlaus (Myzus ligustri) 

Blätter erscheinen blasig gewellt

Sie rollen sich entlang der Mittelrippe nach unten

Später gelbe bis rötliche Flecke, welken der Blätter und Blattverlust

 

Die Ligusterblattlaus überwintert als Ei auf den Blättern und besiedelt die neuen Triebe im Frühjahr. Spritzen mit Insektiziden oder Seifenlauge nützt nur sehr zeitig im Jahr

Maßnahmen nicht erforderlich, Liguster verkraften den Befall.

Echter Mehltau

Im Hoch- oder Spätsommer entsteht auf den Blättern ein weißer, mehlartiger Belag

Spritzen ist überflüssig

 

Schneiden Sie betroffene Triebe ab

Virusinfektion

Deformierte Blätter mit eigenartiger Scheckung

Erkrankte Zweige abschneiden

Behandlung ist nicht möglich

Wanzen

Die Wanzen stechen junge Blätter an, an diesen Stellen entstehen kleine Löcher

Keine Tiere sichtbar, da die Wanzen sich bei Gefahr auf die Erde fallen lassen 

Behandlung ist nicht möglich

 

 

Abschneiden der erkrankten Zweige ist überflüssig, da die Verursacher sich auf den Pflanzen bewegen

Die Pflege des Ligusters ist einfach, lediglich der Schnitt ist mit Arbeit verbunden.

 

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