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Liberales Bürgertum - Definition

Der Begriff Liberales Bürgertum prägte sich im Spanien des 19. Jahrhunderts aus, wobei seine Grundgedanken bereits aus den englischen Revolutionen des 17. Jahrhunderts hervorgegangen waren. Neben Konservatismus und Sozialismus ist der Liberalismus heute eine der drei führenden Politideologien der Welt.

Liberales Bürgertum macht für viele Demokratie erst aus.
Liberales Bürgertum macht für viele Demokratie erst aus.

Liberales Bürgertum und seine Grundmotive

  • Freiheit - das ist die Grundforderung des Liberalen Bürgertums. Da es sich beim Liberalismus um eine politische Ideologie handelt, ist damit in erster Linie die individuelle Freiheit gegenüber der Staatsgewalt gemeint.
  • Das wiederum impliziert die Forderung, ein Staat müsse seine Politik in allen Bereichen zur Herstellung und dauerhaften Sicherung von den Freiheiten des Individuums ausrichten, wenn der individuellen Freiheit doch der höchste Wert innerhalb einer Nation zukäme. 
  • Ein staatliches Eingreifen ist nach der Vorstellung des Liberalen Bürgertums nur dann vertretbar, wenn eben die Freiheit des Individuums verletzt wird oder in akuter Gefahr ist, verletzt zu werden. 
  • In jenem Sinne kommt dem einzelnen Bürger in der Weltanschauung des Liberalismus eine besonders verantwortungsvolle Rolle zu, wenn große Freiheit doch immer mit großer Verantwortung einhergeht. Jener Weltanschauung trifft sich dabei mit den epochialen Grundüberzeugungen der deutschen Aufklärung.
  • Viele halten Liberales Bürgertum für den Grundbaustein einer Demokratie, weil der Liberalismus den Gesellschaftspluralismus erst ermöglicht, welcher seit der Moderne als Basis einer jeden demokratischen Staatsstruktur gilt.
  • Pluralismus meint in jenem Sinne Vielfalt von Meinung und Freiheit auf Meinungsäußerung. Genauso bezeichnet er die Vielfältigkeit von gleichberechtigten Strukturen, ethnischen Gruppen und politischen Strömungen ohne staatliche Restriktionen.
  • Das Gegenteil zu den Überzeugungen des Liberalismus bildet der Totalitarismus, in jenem Sinne also eine totalitäre, diktatorische Herrschaftsform, in der der Staat nicht für die Freiheit des Individuums sorgt, sondern gerade die Unfreiheit des Individuums die absolute Handlungsfreiheit des Staates gewährleistet.

Freiheit von und Freiheit zu im Liberalismus

  • Definiert man den Liberalismus, so ist in jenem Zuge eine nähere Definition des Freiheitsbegriffes sinnvoll. So gilt es als eine Hauptunterscheidung, die Freiheit von etwas von der Freiheit zu etwas abzugrenzen. 
  • Weniger die Freiheit von einer Sache, als die Freiheit zu einer Sache steht im Liberalismus im Mittelpunkt. Liberales Bürgertum fordert mit Sicherheit die individuelle Freiheit von Abhängigkeiten und Unterdrückung, betrachtet man jene Forderung jedoch näher, so stellt sie sich in ihrem Kern als Forderung nach der Freiheit zu etwas heraus, welche wiederum in vollständiger Freiheit von etwas nicht möglich ist. 
  • So ist die Freiheit des Individuums zu Eigenständigkeit und Selbstbestimmung sowie Meinungsbildung und Meinungsäußerung Ziel des Liberalismus. Eine solche Freiheit zu etwas kann für den Menschen nun nur in der Gemeinschaft mit anderen Menschen eine Rolle spielen.
  • Freiheit zu etwas, wie sie der Liberalismus demnach fordert, ist also nur dann möglich, wenn der Einzelne genügend Verantwortungsgefühl besitzt, die Freiheit der Anderen gleichsam mit seiner eigenen hoch zu schätzen. Freiheit des Individuums ist nur in Abhängigkeit zu der Freiheit der Gemeinschaft möglich.
  • Damit fordert Liberales Bürgertum vom einzelnen Bürger Verantwortung, sodass jener in die Verpflichtung der Freiheit der Anderen gerät und das Ziel für den Einzelnen nicht die vollständige Freiheit zur eigenen Freiheit ist, sondern vielmehr die eigene Freiheit mit Hinblick auf die Freiheit der Anderen. 
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