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Lehrvertrag kündigen - so geht's

Viele Auszubildende kennen die Problematik, die eine Ausbildungsstelle mit sich bringen kann. Sie hatten vielleicht andere Erwartungen an den Ausbildungsberuf oder Sie fühlen sich in dem Ausbildungsbetrieb unwohl. Sie sollten ein paar Hinweise beachten, wenn Sie Ihren Lehrvertrag kündigen wollen.

Kündigen Sie Ihren Lehrvertrag nie unüberlegt!
Kündigen Sie Ihren Lehrvertrag nie unüberlegt!

Was Sie benötigen:

  • Kündigungsschreiben
  • Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber
  • Entschlossenheit

So kündigen Sie Ihren Lehrvertrag

  • Überlegen Sie sich vorab reiflich, ob Sie die Ausbildung in dem jeweiligen Lehrberuf nicht mehr machen möchten oder ein Betriebswechsel genügen könnte. Vielleicht ist die Größe des Betriebs ein Problem oder es mangelt nur an einer ausreichenden Einarbeitung in Ihren neuen Aufgabenbereich. Sie sollten sich darüber bewusst werden, was Ihre Unzufriedenheit begründet. Vielleicht genügt ein klärendes Gespräch mit Ihrem Lehrbeauftragten. Vielleicht ist der ausgewählte Ausbildungsberuf nicht das Richtige für Sie gewesen. Gehen Sie dem Problem auf den Grund.
  • Nun sollten Sie ein Gespräch mit Ihrem Ausbilder führen, bevor Sie den Lehrvertrag kündigen. Sie sollten unbedingt die Möglichkeit, den Ausbildungsplatz zu wechseln, in Betracht ziehen. Bei vielen Ausbildungsberufen wechselt fast jeder zweite Auszubildende den Ausbildungsplatz, dies ist gerade bei angehenden Friseuren und Köchen der Fall. Suchen Sie sich erst einen neuen Ausbildungsplatz und kündigen anschließend Ihren Lehrvertrag. Stellen Sie in den Vorstellungsgesprächen klar, was Sie an dem Ausbildungsbetrieb auszusetzen haben und nicht, was man an Ihnen auszusetzen hat.
  • Nun können Sie Ihren alten Lehrvertrag entweder durch einen Aufhebungsvertrag beenden oder Sie kündigen ihn. Vereinbaren Sie hierzu einen Gesprächstermin mit Ihrem Ausbilder. Sie sollten dies niemals zwischen Tür und Angel besprechen. Dies würde nur von einem schlechten Verhalten zeugen. Klären Sie Ihren Vorgesetzten über Ihre Absichten auf.
  • Ein Aufhebungsvertrag löst den Lehrvertrag im gegenseitigen Einverständnis. Der Vorteil ist, dass Sie sich bei dem Aufhebungsvertrag nicht an Kündigungsfristen halten müssen. Der Nachteil besteht darin, dass Sie die Beendigung des Ausbildungsverhältnisses mit verursacht haben, daher kann es sein, dass Sie für Sozialleistungen für einige Monate gesperrt werden.
  • Gelingt Ihnen keine einvernehmliche Einigung mit Ihrem Ausbilder, können Sie Ihren Lehrvertrag kündigen. Sie müssen während der Probezeit keinen Kündigungsgrund angeben. Schreiben Sie Ihrem Arbeitgeber die Kündigung für Ihren Lehrvertrag. Sie müssen in der Probezeit keine Kündigungsfrist einhalten. Sind Sie noch minderjährig, müssen Ihre Eltern die Kündigung unterschreiben.
  • Nach der Probezeit können Sie fristlos kündigen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Ein wichtiger Grund ist beispielsweise ein Verstoß gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz, ausbildungsfremde Tätigkeiten, sexuelle Belästigung oder nicht vergütete Überstunden.
  • Sie können, wenn kein wichtiger Grund vorliegt mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen fristgemäß kündigen. Dieses Recht steht Ihnen zu, wenn Sie die Berufsausbildung aufgeben oder den Ausbildungsberuf wechseln möchten.
  • Anschließend muss Ihnen das Restgehalt bezahlt werden und die Urlaubstage ausgezahlt werden, die Ihnen nach der Arbeitszeit zustehen. Ihr Arbeitgeber muss Ihnen ein Arbeitszeugnis ausstellen.

Viel Erfolg beim Kündigen Ihres Lehrvertrages!

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