Einstufung der Kenntnisse einer Sprache für den Lebenslauf

Überlegen Sie, wie gut Sie eine Sprache beherrschen. Es ist dabei völlig egal, ob Sie eine Sprache ein Jahr oder zehn Jahre lang gelernt haben und wie lange das her ist.

  • Wenn Sie eine Sprache zwar kennen, aber ohne Wörterbuch noch nicht mal ein Eis bestellen können, dann erwähnen Sie diese Sprachkenntnisse im Lebenslauf nicht.
  • Grundkenntnisse bedeuten, dass Sie einfache Fragen stellen, beantworten und verstehen können. Sie müssen also in der Lage sein, zum Beispiel nach dem Weg zum Bahnhof zu fragen. Ob Sie dabei die Grammatik beherrschen, ist egal. Sie sind Anfänger und haben die Stufe A1.
  • Etwas besser dürfen Sie sich einstufen, wenn Sie in der Lage sind, sich in der Sprache auch zu unterhalten, also durchaus auch ein paar einfache zusammenhängende Sätze zu einem Thema äußern können. Die Stufe nennt Sie fortgeschrittener Anfänger, das ist die Stufe A2.
  • Wenn Sie sich auch etwas komplexer in der fremden Sprache ausdrücken können, zum Beispiel einen Bestellvorgang erklären, dann haben Sie die Stufe B1. Sollten Sie sogar Besucher durch eine Firma führen können und deren Fragen detailliert beantworten können, dann haben Sie das Niveau B2. Das B-Niveau haben Sie grundsätzlich nur, wenn Sie mit der Sprache selbstständig umgehen können, also nicht nur vorgefertigte Standardsätze kennen und verwenden.
  • Da C-Niveau haben Sie erst erlangt, wenn Sie sicher auch in unerwarteten Situationen mit der Sprache umgehen können. Mit dem Niveau C1 sollten Sie sehr vorsichtig im Lebenslauf umgehen, denn dann müssten Sie fast Muttersprachler sein.

Begehen Sie nicht den Fehler, sich mit einem zu hohen Niveau der Sprachkenntnisse zu schmücken, denn das wird schnell auffallen und könnte Sie den Job kosten. Stufen Sie sich lieber etwas tiefer ein, wenn Sie nicht sicher sind, welche Stufe zu Ihren Sprachkenntnissen passt.

So formulieren Sie die Einstufung der Sprachkenntnisse geschickt

Die Einstufung in die Klassen A1 bis C1 ist oft etwas kompliziert und bietet wenig Möglichkeiten, sich entsprechend zu erklären. Daher ist es oft besser, die Sprachkenntnisse im Lebenslauf genauer zu umschreiben:

  • Sprechen Sie von Grundkenntnissen oder ausbaufähig, wenn Sie sich im Urlaub halbwegs in der Sprache verständigen können. Das wäre in etwa  die Stufe A1 oder A2.
  • Gute Kenntnisse oder auch der Ausdruck "konversationsfähig" entspricht den B-Einstufungen. Sie müssen sich also in der Sprache unterhalten können.
  • Wenn Sie "sehr gute Kenntnisse" oder gar "fließend" angeben, dann erwartet der Arbeitgeber, dass Sie sich jederzeit in der Sprache äußern können. Auch Diskussionen dürfen dann kein Problem für Sie sein.
  • Verspreche Sie sogar Verhandlungssicherheit in Wort und Schrift, dann müssen Sie die Sprache wie eine Muttersprache beherrschen.
  • Wenn Sie nicht genau wissen, auf welchem Niveau Sie sich befinden, sollten Sie einen Einstufungskurs absolvieren, der sich am europäischen Referenzrahmen für Fremdsprachen orientiert.
  • Wie erwähnt - stufen Sie sich lieber etwas niedriger ein als zu hoch. Wenn Sie einen Job nur bekommen, weil Ihre im Lebenslauf versprochene Sprachgewandtheit für den Arbeitgeber wichtig ist, bekommen Sie Probleme, wenn diese nicht ausreichen. Sind die Sprachkenntnisse nicht so wichtig, verschlechtert es Ihre Chancen kaum, wenn Sie diese etwas vorsichtig einschätzen.

Sprachkenntnisse werden aufgrund der Öffnung Europas und in Zeiten der Globalisierung immer wichtiger. Auch wenn Sie nicht planen, ins Ausland zu gehen und wenn Sie Ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland behalten möchten, sollten Sie sich Sprachkenntnisse aneignen. Englisch und Französisch sind die Sprachen, mit denen Sie auf der Welt am meisten herumkommen. Aber auch ostdeutsche Sprachen wie Russisch oder Kenntnisse des Chinesischen können Ihnen große berufliche Vorteile verschaffen. Pflegen Sie eine oder mehrere Fremdsprachen und nehmen Sie diese dann in Ihren Lebenslauf auf.

Weiterer Autor: Markus Eckert