Etwas, was labile Personen kennzeichnet, sind Stimmungsschwankungen, die manchmal gar keinen angemessenen Grund zu haben scheinen.

Die Bedeutung des Begriffes

  • Im täglichen Leben gibt es viele Ereignisse, die eine positive Bedeutung oder auch einen negativen Beigeschmack haben. Es kann etwa sein, dass Sie ein nettes Gespräch mit einem guten Freund führen konnten, dass Sie einen Bus noch gerade erwischt haben, aber auch das Sie den Eindruck haben, von jemandem nicht freundlich behandelt worden zu sein bzw. es Streitigkeiten gab.
  • Das alles sind relativ alltägliche Dinge, die meistens nur leichte Emotionen - eine kurze Freude, einen Moment der Enttäuschung oder des Ärgers - auslösen. Schnell sind die Ereignisse wieder vergessen und weichen neuen Erlebnissen, weil die persönliche Bedeutung dieser Momente gering ist.
  • Bei Personen, die psychisch labil sind, ist dies jedoch anders. Die Betroffenen sind sehr sensibel und daher auch anfällig für Dinge, die um sie herum passieren. Ein kleines Ereignis, das anderen nicht viel ausmacht, kann dann schon relativ ausgeprägte Emotionen hervorrufen, etwa extreme Enttäuschung, wenn sich jemand nicht so verhält wie erwartet.
  • Daraus resultieren starke Gefühlsempfindungen und der Betroffene ist auch kaum in der Lage, diese Emotionen zu beherrschen. Gleichzeitig können die Affekte aber schnell wieder in das Gegenteil umschlagen, wenn in der Umgebung etwas anderes passiert.
  • Eine labile Persönlichkeit zu sein heißt also, emotional extrem auf die Umgebung zu reagieren, Gefühle stark und wechselhaft zu erleben und dabei Schwierigkeiten mit der Kontrolle der Empfindungen zu haben.

Labil sein - sind Störungen die Ursache?

  • Häufig hat das labile Verhalten eine genetische Komponente, denn die Neigung zur emotionalen Instabilität kann vererbt sein. Zusätzlich spielen meistens bestimmte Lebensereignisse eine Rolle, etwa fehlende Struktur in der Kindheit.
  • Zudem können psychische Störungen eine Bedeutung haben. Tritt vor allem ängstliches Verhalten auf, dann kann es sich um eine Angststörung handeln, etwa eine Panikstörung (mit Angstattacken) oder eine generalisierte Angststörung (ständige Sorgen).
  • Handelt es sich bei der Labilität vor allem um negative Emotionen, dann kann auch eine Depression dahinterstecken oder eine depressive Persönlichkeitsstörung, wenn die Stimmungsschwankungen schon seit der Pubertät bestehen.
  • Ein deutlicher Wechsel zwischen Euphorie und Depressivität kann hingegen durch eine bipolare Störung (Wechsel aus Depression und übertriebener Heiterkeit) bedingt sein.
  • Letztlich sind diese Störungsbilder aber nur dann von Bedeutung, wenn die Labilität sehr stark ausgeprägt ist. Viele Menschen erfüllen die Kriterien der Störungsbilder nicht, sondern sind nur etwas impulsiver als andere. In diesem Fall handelt es sich also eher um eine Persönlichkeitseigenschaft.