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Kusscousine - so klären Sie die Verwandtschaftsverhältnisse

Die Kusscousine ist zum Küssen da? Nein, so einfach ist das nicht. Mit dem Begriff der Kusscousine bezeichnet der Volksmund einen bestimmten Verwandtfschaftsgrad von Cousinen untereinander.

Irgendwie sind wir alle miteinander verwandt.
Irgendwie sind wir alle miteinander verwandt. © S. Hofschlaeger / Pixelio

Wenn Sie Ihre Cousine küssen, befördern Sie sie keinesfalls zur Kusscousine. Immerhin: Von einem Kusscousin ist eigentlich nie die Rede. Der männliche Begriff scheint eher ungebräuchlich zu sein. Um den Begriff der Kusscousine nachzuvollziehen, sollten Sie Ihren Stammbaum zurate ziehen.

Das ist eine Kusscousine - Wissenswertes

Verwandtschaftsbeziehungen sind eigentlich ganz einfach. Dennoch ist es manchmal mühsam, sie gedanklich nachzuvollziehen. Die Reihenfolge ist oft verwirrend.

  • Eine Cousine ist zunächst einmal die Tochter Ihrer eigenen Tante oder Ihres Onkels. Ihr eigener Vater oder Ihre Mutter und die Mutter oder der Vater Ihrer Cousine sind Geschwister. Sie selbst sind der Cousin oder die Cousine. Sie sind Cousins oder Cousinen 1. Grades.
  • Nächster Schritt: Ihre Cousine bekommt Kinder. Ebenso bekommen Sie Kinder. Die Kinder Ihrer Cousine und Ihre eigenen Kinder führen die Cousinenreihe fort. Sie sind dann Großcousinen oder Cousinen 2. Grades oder sie sind, sofern von einem Mädchen die Rede ist, eben Kusscousinen. Also, anders gesagt: Kusscousinen sind die Kinder von Cousins und Cousinen 1. Grades. Wenn Sie selbst eine Kusscousine gegenüber haben, ist dies Ihre Cousine 2. Grades, die Tochter Ihrer Tante oder Ihres Onkels.
  • Der Begriff der Kusscousine stammt aus der Umgangssprache und scheint vornehmlich in ländlichen Gebieten gebräuchlich zu sein oder zumindest gebräuchlich gewesen zu sein. Eine nähere Herkunfts- oder Ursprungserklärung lässt sich kaum recherchieren.
  • Kusscousinen oder Cousinen 2. Grades haben unterschiedliche Großeltern, nämlich die Eltern der Cousins und Cousinen 1. Grades. Aber: sie haben gemeinsame Urgroßeltern. Es sind somit 4 Generationen einbezogen!
  • Wenn Sie eine Kusscousine heiraten möchten, gibt es keine Probleme. Eine Eheschließung ist trotz des Verwandtschaftsverhältnisses erlaubt. Das humangenetische Risiko liegt in einer solchen Verbindung bei 3 - 4 %, das Risiko bei nicht miteinander verwandten Ehepartnern liegt bei 2 - 3 %.

So legen Sie einen Stammbaum an

Um das Verwandtschaftsverhältnis grundlegend nachzuvollziehen und im Gedächtnis zu behalten, sollten Sie sich einen Stammbaum aufzeichnen. So können Sie sich die Struktur besser merken.

  • Einen Stammbaum zeichnen Sie, indem Sie von beispielsweise von Ihren Eltern ausgehen und in gerader Linie erst mal aufsteigend deren Kinder und absteigend deren Eltern, Großeltern und Urgroßeltern einzeichnen. Gehen Sie so weit zurück, wie Ihnen die Familienverhältnisse bekannt sind. Befragen Sie Ihre Eltern und Großeltern.
  • In der Seitenlinie werden die Geschwister Ihrer Eltern eingetragen. Maßgebend ist allein der Familienname, der nur von männlichen Nachkommen weitergegeben wird. Die Linie der Mädchen endet. Verstehen Sie dies bitte nicht als Diskriminierung, aber andernfalls ließe sich ein Stammbaum nicht erstellen und schon gar nicht über Jahrhunderte führen.
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