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Kupfervitriol - das versteht man chemisch darunter

Kupfervitriol ist meist als leuchtend blaue Flüssigkeit bekannt - und manchmal auch von der Schädlingsbekämpfung her. Was jedoch verbirgt sich aus Sicht des Chemikers dahinter?

Blaue Kupferverbindungen findet man auch auf Weinlaub.
Blaue Kupferverbindungen findet man auch auf Weinlaub.

Kupfervitriol - eine markante Kupferverbindung

  • Die leuchtend blaue Flüssigkeit ist heute nicht mehr unter dem Namen "Kupfervitriol" gebräuchlich, zumindest in der Chemie nicht.
  • Es handelt sich bei Kupfervitriol nämlich um Kupfersulfat in wässriger Lösung.
  • Kupfersulfat (chemisch CuSO4) ist ein weißes Kupfersalz der Schwefelsäure (H2SO4), eine sehr starke Säure, die mit Metallen und (in heißer Form) auch mit Halbmetallen reagiert.
  • Kupfersulfat ist das bekannteste unter den Kupfersalzen. Es entsteht beim Auflösen von Kupfer in heißer, unverdünnter Schwefelsäure unter Sauerstoffeinwirkung (aerob, also bei Luftzutritt).
  • Die chemische Gleichung für diese Reaktion lautet: Cu + 1/2 O2 + H2SO4 → CuSO4 + H2O.
  • Kupfersulfat kristallisiert aus dieser Lösung als sogenanntes Pentahydrat CuSO4 * 5H2O aus, also als 5-fach hydrierte Kristalle. Tatsächlich setzen sich in der Lösung blaue, durchsichtige Kristalle ab, bei denen ein Kupfersulfatmolekül von einer Hydrathülle umgeben ist (Aquakomplex). 
  • Getrocknet verlieren die Kristalle allerdings die markante Farbgebung; das wasserfreie Kupfersulfat ist ein schlicht weißes Salz.

So wird Kupfervitriol verwendet

  • Kupfersulfat als Salz hat natürlich unzählige chemische Anwendungen. Eine der interessantesten ist der Nachweis selbst kleinster Mengen Wasser, zum Beispiel in (hochreinen) Alkoholen. Kommt das Salz nämlich mit Wasser in Kontakt, so nimmt es dieses auf und zeigt die bekannte Blaufärbung. 
  • Kupferverbindungen, die zum Teil auch Kupfersulfat bzw. Kupfervitriol enthalten (oder chemisch aus diesen hervorgegangen sind) finden sich auch in vielen Pflanzenschutzmitteln, die man bereits fertig gemischt kaufen kann. Diese werden zur Bekämpfung einiger Pilzkrankheiten, Mehltau oder auch Krautfäule genutzt. Auch die blaugrünen Flecke, die man häufig auf Weinrebenblättern entdecken kann, rühren von derartigen Kupferverbindungen (genauer Kupferkalkbrühe, die aus Kupfersulfat hergestellt wird) her. 
  • Kupfersulfat findet auch in beim Galvanisieren Anwendung.
  • Kupfervitriol ist keinesfalls harmlos. Es führt zu Kupfervergiftungen, indem es durch orale Aufnahme zu Verätzungen im Magen-Darm-Kanal führt (Erbrechen, Durchfall).
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