Hauptkriterien einer Kurzgeschichte

  • Eine Kurzgeschichte verfügt über einen geringen Umfang. Der Leser wird sozusagen überraschend ins Geschehen hineingeworfen. Das Geschehen selbst ist konfliktbehaftet.
  • Eines der Kriterien betrifft die Protagonisten. Es stehen eine oder höchstens zwei Personen im Mittelpunkt. Meistens sind sie namenlos bzw. anonym dargestellt. In ihrem Leben findet eine Art einschneidendes Erlebnis statt, mit dem sie sich auseinandersetzen müssen.
  • In einer Kurzgeschichte gibt es recht wenig Handlung. Dafür liefern aber diverse Metaphern und Leitmotive (eine bestimmte Person oder ein Gegenstand taucht immer wieder in der Geschichte auf) viele Bezugspunkte, die eine Interpretation erleichtern.
  • In dieser Art von Geschichten ist ein Wendepunkt enthalten, der sich meistens gegen Ende der Handlung zuspitzt. Ein Wendepunkt stellt einen entscheidenden Wandel der Situation im Hinblick auf die Gefühle und die Handlung dar.
  • Was das Thema betrifft, so bezieht es sich auf alltägliche Probleme bzw. Konflikte. Und das an einem einzigen Ort mit einem gerafften Zeitrahmen.
  • Eines der wichtigen Kriterien bezieht sich auf die Sprache, die nicht sehr ausschweifend, sondern eher sachlich gestaltet wird. Dennoch sorgen die Metaphern für die notwendige Bildhaftigkeit.

Das offene Ende

  • Genauso wenig wie es keine wirkliche Einleitung in der Kurzgeschichte gibt, gibt es keinen wirklichen Schluss. Er bleibt einfach offen.
  • Der Leser wird zum Nachdenken aufgefordert, denn das offene Ende lässt genügend Rahmen für die eigene Fantasie. Das beschriebene einschneidende Erlebnis in der Geschichte ermöglicht es ebenso, Parallelen zum eigenen Leben zu ziehen und womöglich einige hilfreiche Vergleiche bzw. Lösungen anzustellen.