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Kreuzbandriss beim Hund

Der Kreuzbandriss ist eine gefürchtete Diagnose bei Sportlern, die durch eine falsche Drehbewegung zustande kommt. Doch wie sieht das bei Hunden aus? Können ihre Kreuzbänder reißen? Ja, sie können, aber anders!

Boxer erleiden häufig einen Kreuzbandriss.
Boxer erleiden häufig einen Kreuzbandriss.

Was Sie benötigen:

  • Tierarzt
  • Tierklinik
  • Schmerzmittel

Der Hund ist kein Mensch

In der Humanmedizin hat der Kreuzbandriss eine traumatische Ursache. Der Klassiker ist der Fußballspieler, der eine ungünstige Drehbewegung macht, und schon ist es passiert. Beim Hund ist vieles anders, so auch am Knie. Meist reißt das vordere Kreuzband. Die Ursache ist eine degenerative Veränderung in den Bändern. Dies ist eine Verschleißerscheinung. Sie kann durch Alterungsvorgänge, Gelenkfehlstellungen und immunbedingte Gelenkserkrankungen hervorgerufen werden. Der Kreuzbandriss beim Hund ist kein klassischer Unfall. Ist ein Kreuzband durch Degeneration vorgeschädigt, reicht eine Bewegung wie Springen oder eine wiederholte normale Belastung, damit das Band reißt.

  • Betroffen sind Hunde jeden Alters und Geschlechts. Hunde aller Rassen können erkranken. Die Zucht hat nur bedingt Einfluss auf das Entstehen eines Kreuzbandrisses. Häufig tritt die Erkrankung bei jungen Hunden großer Rassen auf, da bei ihnen die Belastung der Gelenke durch hohes Gewicht hoch ist. Schnelles Wachstum und Fehlstellungen in den Gelenken begünstigen die Wahrscheinlichkeit für einen Kreuzbandriss. Auch Mischlinge können betroffen. 
  • Bei einem vollständigen Kreuzbandriss schreit Ihr Tier auf. Es läuft auf drei Beinen, ohne dass Sie einen Grund sehen. Das Knie ist im Sitzen nach außen gedreht. Das Kniegelenk schwillt an und ist hochgradig schmerzhaft.  
  • Neben einem vollständigen Riss gibt es Teilrisse der Kreuzbänder. Ihr Hund zeigt eine chronische Lahmheit auf einem Hinterbein und eine verminderte Oberschenkelmuskulatur.

40 Prozent der Hunde mit einem Kreuzbandriss haben großes Pech. Da die krankhaften Veränderungen an den Kreuzbändern meist auf beiden Seiten vorliegen, reißt nach ein bis zwei Jahren das Kreuzband im anderen Knie.

Das passiert nach einem Kreuzbandriss 

Wenn Ihr Hund humpelt, ist der erste Gang der zu dem Tierarzt Ihres Vertrauens. Der Veterinärmediziner beurteilt die Bewegung Ihres Hundes. Bei starken Schmerzen kann er Ihren Hund nicht untersuchen. Er gibt Ihrem Vierbeiner eine Schmerzspritze und begutachtet ihn am nächsten Tag genauer. 

  • Beweisend für einen vollständigen Kreuzbandriss ist eine Schubladenreaktion. Lässt sich, wie bei einer Schublade, der Unterschenkel gegen den Oberschenkel verschieben, ist das vordere Kreuzband durch. Bei starker Schmerzhaftigkeit bekommt Ihr Hund für diese Untersuchung eine leichte Narkose.
  • Danach folgt eine Röntgenuntersuchung, um Folgeschäden wie Arthrosen abzuschätzen. Bei positivem Befund überweist der Tierarzt Ihren Hund in der Regel an eine Tierklinik.

Muss ein Kreuzbandriss operiert werden?

Eine Operation ist bei einem Kreuzbandriss das Mittel der Wahl.

  • Bei kleinen Hunden unter zehn Kilogramm oder bei einem unvollständigen Kreuzbandriss kann der Veterinärmediziner eine konservative Therapie versuchen. Dafür müssen Sie Ihren Hund sechs Wochen ruhig halten und ein entzündungshemmendes Schmerzmittel geben. Die Heilung ist langwierig und das Knie bleibt instabil. Spätere Arthrosen sind häufig.
  • Es gibt viele Operationsmethoden. Welche Methode der Tierarzt wählt, ist abhängig von der Hundegröße und der Erfahrung des Operateurs. Die Kosten liegen zwischen 500 - und 1500 Euro, abhängig von Hundegröße, Schweregrad der Erkrankung und Operationsmethode. Nach dem Eingriff müssen Sie Ihren Hund ruhig halten und ein Schmerzmittel geben.

Eine Operation hat gute Heilungschancen, wenn sie früh genug durchgeführt wird und keine weiteren Veränderungen im Knie vorliegen. Wenn Sie sich an die Anweisungen des Tierarztes halten, wird Ihr Hund nach der Operation normal laufen. 

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