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Krebse fangen - nützliche Hinweise

In den Gewässern Europas tummeln sich Millionen Krebse. Es sind meistens keine einheimischen Edelkrebse, sondern ihre amerikanischen Verwandten, die sich explosionsartig vermehren. Das Fangen der Tiere ist also auch ökologisch von Bedeutung. Trotzdem darf man sich nicht einfach in der Natur bedienen.

Reusen sind eine tödliche Gefahr für viele Bewohner des Gewässers
Reusen sind eine tödliche Gefahr für viele Bewohner des Gewässers

Grundsätzliches zu Krebsen

  • In den europäischen Gewässern lebten früher große Mengen Flusskrebse, die heute durch eine Pilzerkrankung nahezu ausgestorben sind. Da die amerikanischen Arten gegen den Pilz immun sind, wurden diese in den 1960er-Jahren importiert und ausgesetzt. Die Amerikaner vermehrten sich schnell und sind heute eine Gefahr für die verbleibenden einheimischen Krebse.
  • In den meisten europäischen Ländern dürfen Sie keine Tiere aus Gewässern entfernen, es sei denn, Sie haben eine entsprechende Erlaubnis. Ein Angelschein enthält oft Einschränkungen, die Ihnen das Fangen von Krebsen nicht erlaubt. Wenn er zum Beispiel auf die Nutzung von zwei Angeln beschränkt ist, dürfen Sie damit keine Krebse fangen, es sei denn, dass es Ihnen mit einer Angel gelingt. Normalerweise werden Krebse aber mit Reusen oder Krebstellern gefangen.
  • Der Eigentümer des Fischgewässers ist meist auf Anfrage bereit, Ihnen auch das Fangen von Krebsen zu erlauben. Das wird meist ohne Probleme erlaubt, wenn Sie sich auf die amerikanischen Krebse beschränken. Eventuell erwartet man einen Nachweis, dass Sie die Arten unterscheiden können. Für die einheimischen Arten gibt es Schonzeiten und Mindestgrößen, Sie müssen sich also entsprechend kundig machen. Allerdings gibt es Gewässer, in denen nur noch amerikanische Krebse vorkommen. Im Zweifel kann Ihnen ein örtlicher Angelverein Auskunft geben.

Wo Sie die Tiere fangen können

Beim Ablassen und Heben ist der Rand des Krebstellers oben.
Beim Ablassen und Heben ist der Rand des Krebstellers oben. © Roswitha Gladel
  • Der amerikanische Signalkrebs ist in Europa weit verbreitet. Wenn Sie spontan bei einem Angelverein anfragen, haben Sie gute Chancen, dass man Ihnen ein Gewässer in der Nahe nennen kann.
  • Als eines der ergiebigsten Gewässer gilt die Elsenz. Dort sind auch Gastfischer willkommen. Tageskarten sind für 10 € erhältlich. Am Rhein werden Sie auch auf Wollhandkrabben und Kamberkrebse stoßen. Teils gibt es gezielt Aktionen zum Fang der Krebse, um den einheimischen Edelkrebsen eine Überlebenschance zu bieten.
  • In Schweden findet im Spätsommer ein großes Krebsfischen am Vätternsee statt. Unerfahrene Touristen werden eingewiesen. Auch am benachbarten Vänern ist das Fangen von Krebsen erlaubt. Die genauen Bestimmungen müssen aber eingehalten werden. In Norwegen können Sie an den Küsten nach Krebsen fischen.
  • In Österreich und in der Schweiz sieht es ähnlich aus wie in Deutschland. Erkundigen Sie sich bei den Angelvereinen in der Nähe von Flüssen nach den Regeln und wo sie fangen dürfen.

Fanggeräte für die Krustentiere

  • Mit Reusen können ohne großen Aufwand größere Mengen Krebse gefangen werden. Es handelt sich dabei um Körbe oder Käfige, die den Tieren den Zugang zum Köder ermöglichen. Aus diesen Behältnissen können die Tiere nicht mehr entkommen. Fangkörbe, die verloren gehen, sind eine permanente Gefahr für Fische und Krebse, denn die Gefangenen verhungern und werden zu Ködern für weitere Fische und Krebse. Aus diesem Grund sind Reusen in vielen Gewässern verboten. Sie sollten freiwillig auf den Einsatz verzichten.
  • Krebsteller sind flache Drahtgitter, auf denen Sie unter einem weiteren Gitter ein Stück Fisch oder Fleisch anbringen, dieses sollte am besten mit Haut umgeben sein. Das Geflecht ist mit einem Netzrand versehen, der über Schnüre an einem Senkstock angebracht wird. Senken Sie den Teller bis auf den Grund des Gewässers ab, der Rand legt sich dabei flach auf den Fangteller. Nun werden sich Krebse oder auch Raubfische zu dem Köder bewegen. Heben Sie nach einigen Minuten den Teller schnell und gleichmäßig aus dem Wasser. Die Fische werden durch die Bewegung verscheucht, die Krebse können nicht so leicht fliehen, da der Rand sich wieder aufstellt und sie an der Flucht hindert. So heben Sie die Krebse mit dem Drahtgeflecht aus dem Wasser. Sie können die Tiere nun in eine bereit gestellte Wanne setzen. Je länger Sie den Vorgang an einer Stelle wiederholen, umso mehr Krebse werden auf dem Teller sein, denn diese werden durch den Köder auch aus der weiteren Umgebung angelockt. Sollte mal ein Krebsteller verloren gehen, geht keine Gefahr davon aus. Die am Köder interessierten Tiere können den Teller jederzeit verlassen.
Wenn der Krebsteler auf dem Grund aufliegt, senkt sich der Rand.
Wenn der Krebsteler auf dem Grund aufliegt, senkt sich der Rand. © Roswitha Gladel

Das Fangen der Krebse ist aktiver Tierschutz und dient dem Erhalt einheimischer Krebse. Die amerikanischen Krebse haben weniger Schwanzfleisch und sind nicht ganz so aromatisch wie die Edelkrebse.

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