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Krankengeldhöhe richtig berechnen

Unter Umständen kann es Ihnen einmal passieren, dass Sie länger krank sind als die sechs Wochen, in der Sie weiter Anrecht auf Lohnfortzahlung haben. Ab der siebenten Woche erhalten Sie Krankengeld, wobei die Krankengeldhöhe erheblich geringer ausfällt als Ihr bisheriges Einkommen.

Die Krankengeldhöhe muss besonders berechnet werden.
Die Krankengeldhöhe muss besonders berechnet werden.

Wie die Krankengeldhöhe berechnet wird

  • Wenn Sie krankenversichert sind, haben Sie im Krankheitsfall zunächst Anspruch auf sechs Wochen Lohnfortzahlung. Sind Sie danach noch weiter krankgeschrieben, so bekommen Sie ab dem Beginn der siebenten Woche Krankengeld, und zwar für längstens 78 Wochen.
  • Die Berechnung der Krankengeldhöhe ist ein wenig kompliziert. Da das Krankengeld eine Lohnersatzleistung ist, muss es bei der nächsten Steuererklärung auch gesondert angegeben werden. Die Krankengeldhöhe richtet sich nach dem letzten regelmäßigen erzielten Einkommen ohne Sonderzulagen und anderen sonst üblichen Vergütungen.
  • Haben Sie noch während Ihrer Arbeitszeit recht viel Überstunden geleistet, so werden diese für die Berechnung des Krankengeldes leider nicht berücksichtigt, sodass nur der eigentliche normale Stundenlohn berücksichtigt werden darf. Das Krankengeld beträgt 70% des normal erzielten Verdienstes, höchstens allerdings 90% des letzten Nettolohns.
  • Die Beitragsbemessungsgrenze lag im Jahre 2010 bei 45.000,- Euro und im Jahre 2011 nur noch bei 44.500,- Euro jährlich, was derzeit eine monatliche Grenze von 3.712,50 Euro ausmacht. Nach diesem monatlichen Wert beginnt dann die Berechnung des Krankengeldes. Bei einem angenommenen Bruttoverdienst von 5.000,- Euro liegt der ungefähre Nettoverdienst bei 3400,- Euro.
  • 70% vom Bruttoverdienst betragen 3500,- Euro, 90% vom Nettoverdienst hingegen betragen 3060,- Euro. Da die Beitragsbemessungsgrenze bei 3712,50 Euro liegt, sind 70% davon nur noch 2598,75 Euro. Da leider immer grundsätzlich der geringere Wert zugrunde gelegt wird, beträgt das errechnete Krankengeld insgesamt 2598,75 Euro. Von diesem Betrag wird allerdings noch der Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung abgezogen, sodass das auszuzahlende Krankengeld nur noch ungefähr 2300,- beträgt. Somit hätten Sie gegenüber Ihrem normalen Regellohn rund 100,- Euro weniger. Nun müssten Sie sich noch überlegen, ob für Sie eine private Krankenzusatzversicherung lohnenswert ist.
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