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Kontoführungsgebühren - so setzen Sie sie als Betriebsausgaben ab

Als Gewerbetreibender oder Freiberufler dürfen Sie Ihre Kontoführungsgebühren als Betriebsausgaben geltend machen. Aber auch nur, wenn Sie es richtig angehen. Auch als Privatperson kommen Sie zum Zuge.

Kontoführungsgebühr erhöht Ihren Gewinn.
Kontoführungsgebühr erhöht Ihren Gewinn.

Was Sie benötigen:

  • Girokonto privat
  • Girokonto gewerblich

Alles was betrieblich veranlasst ist, zählt zu den Betriebsausgaben und mindert Ihre Betriebseinnahmen. Dies gilt für Gewerbetreibende genauso wie für freiberuflich tätige Personen. Aber:

Kontoführungsgebühren müssen betrieblich veranlasst sein

  • Kontoführungsgebühren zählen nur dann zu den Betriebsausgaben, wenn sie tatsächlich und effektiv betrieblich veranlasst sind.
  • Dies bedeutet, dass Sie über dieses betreffende Girokonto nur betrieblich bedingte Einnahmen und Ausgaben verbuchen dürfen. Sobald Sie private Einnahmen oder Ausgaben vornehmen, mischen Sie betriebliche und private Belange. In diesem Fall würde ein Betriebsprüfer das Konto als nicht ausschließlich betrieblich bedingt beurteilen und die Kontoführungsgebühren streichen.

Führen Sie zwei Girokonten

  • Sie müssen also zwei verschiedene Girokonten führen. Ein Girokonto dient der betrieblichen Kontoführung und zwar ausschließlich. Über das andere Girokonto tätigen Sie Ihre privaten Buchungen. Sie dürfen dann die Kontoführungsgebühren für das betriebliche Girokonto als Betriebsausgabe geltend machen; die Kontoführungsgebühren für das private Konto natürlich nicht.
  • Da Sie Ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen, benötigen Sie regelmäßig Geld, das zunächst auf Ihrem betrieblichen Konto eingeht. Entnehmen Sie nicht immer wieder kleine Beträge für Ihre Lebensführung. Sie infizieren dieses Konto mit privaten Belangen.
  • Buchen Sie im Idealfall möglichst immer nur einen bestimmten Betrag auf Ihr privates Konto um. Dies ist praktisch Ihr Gehalt. Müssen Sie den Betrag mangels Einnahmen reduzieren, sollten Sie sich nur anteilig Gehalt auszahlen.

Nutzen Sie das Zwei-Konten-Modell

  • Wenn Sie etwas mehr Aufwand treiben möchten: Beachten Sie in diesem Zusammenhang das Zwei-Konten-Modell. Buchen Sie auf zwei betrieblich geführten Konten auf das eine Konto Ihre Einnahmen und lassen Sie diese dort stehen. Von diesem Konto dürfen Sie auch Ihre privaten Ausgaben tätigen.
  • Begleichen Sie von dem anderen Konto nur Ihre Betriebsausgaben. Finanzieren Sie das Ausgabenkonto durch einen langfristigen Kredit für die Ausgaben. Dann können Sie die sich daraus ergebenden Schuldzinsen als Betriebsausgaben geltend machen. (Ausnahmen: Überentnahmen und Zinsschranke).
  • Auch als Privatperson dürfen Sie in Ihrer Einkommensteuererklärung Kontoführungsgebühren, allerdings nur pauschal mit 30 € für jeden Ehepartner, geltend machen. Voraussetzung ist, dass Ihr Gehalt über dieses Girokonto abgewickelt wird.
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