Eine Konfirmation hat heutzutage mehr denn je ihre charakteristische Zwitterbedeutung als Initiationsritus und freies Bekenntnis zur christlichen Gemeinschaft in der Bestätigung des Taufversprechens. Dieser festliche Akt – der meist in eine große Familienfeier eingebettet ist (zu der früher auch die heute politisch inkorrekte erste Zigarette gehörte) – stellt den Schenkenden oft vor große Herausforderungen, schließlich ist der Jubilar mit seinen meist dreizehn bis sechzehn Jahren doch nun kein Kind mehr, aber auch noch kein Erwachsener.
- 31.05.2011 Simon Kolzuniak
Das wertvollste Geschenk zur Konfirmation – Gute Beziehungen
- Bevor Sie etwas verschenken, sollten Sie Ihre Beziehung zu dem Empfänger bedenken. Ihr Patenkind steht Ihnen beispielsweise näher als die Tochter Ihres Nachbarn oder der Bruder Ihrer Freundin.
- Je enger Ihr Verhältnis zu dem Konfirmanden ist, desto wichtiger ist der Symbolwert des Geschenkes – was sich übrigens nicht unbedingt im Preis widerspiegeln muss. Haben Sie eine enge Beziehung zu dem Beschenkten, sollten Sie mit Ihrer Gabe Werte wie Vertrauen und Wertschätzung transportieren.
- Steht Ihnen der Beschenkte hingegen ferner, können Sie standardisierter schenken. Geldgeschenke sind dann meist zweckmäßig und bei den Konfirmanden besonders beliebt, aber keinesfalls zwingend: Auch ein Büchlein von bleibendem Wert oder ein Gutschein fürs Kino können Gesten sein, die angemessen sind.
Geschenke sind eine Frage des Geldes? Mitnichten!
- Geldgeschenke sind gleichermaßen bequem und beliebt – aber auch wenig persönlich (was in der Natur der Sache liegt, wie die Geschichte des Geldes zeigt). Der Beschenkte erhält die Freiheit, sich selbst einen Wunsch zu erfüllen – für junge Menschen ist dies oftmals besonders wichtig.
- Andererseits stiftet ein Geldgeschenk keinen unmittelbaren, bleibenden und auf eine Beziehung zurechenbaren Wert wie beispielsweise eine Armbanduhr oder eine Halskette.
- Wenn Sie einem Ihnen nahestehenden Konfirmanden ein Geldgeschenk machen möchten, empfiehlt sich daher, dieses mit einer persönlichen Note zu versehen: Dies kann eine persönlich ansprechende Glückwunschkarte ebenso wie ein symbolischer Gegenstand sein, der auf die Träume des Beschenkten abzielt – z.B. ein Modellauto, wenn die Konfirmandin auf den Führerschein spart oder ein Fußball für den leidenschaftlichen Kicker.
- Ein beliebter Kompromiss sind übrigens Gutscheine – gleichgültig, ob sie selbstgestaltet auf eine persönliche Leistung (wie einen Wochenendtrip nach Paris oder ein Konzertbesuch) abzielen oder von einem Geschäft (z.B. für Textilien, Kleinmöbel, Technik) ausgestellt sind.
Besondere Geschenke zur Konfirmation
- Die Zeiten, in der am Konfirmationstag mit der sogenannten Aussteuer für den eigenen Haushalt begonnen wurde, sind vorbei. Dennoch gibt es besondere Geschenke, die einen bleibenden Wert hinterlassen und ergänzend oder ersetzend zu einem Geldgeschenk möglich sind.
- Wichtig ist dabei, den Geschmack des Beschenkten und die Beziehung zu ihm vor Augen zu haben. Traditioneller Schmuck wie Armbanduhren, Ringe oder Ketten sollten dem Stil des Beschenkten entsprechen, indem sie Symbole beinhalten, die dem Beschenkten wichtig sind (z.B. das Lieblingstier, Sternzeichen oder die Initialen).
- Darüber hinaus existieren natürlich auch andere erfüllbare Wünsche aus dem persönlichen Bereich wie z.B. grundlegendes Zubehör für musikalische oder sportliche Hobbys. Spielt der Beschenkte in einer Band, mag eine neue E-Gitarre sinnvoll sein und die Kanutin freut sich vielleicht über ein neues Sportgerät.
- Auch Bücher, die über den Tag hinausreichen und herausfordern, sind gute Geschenkideen – und wenn für den Konfirmanden Religion mehr als Konvention bedeutet, spricht natürlich nichts gegen eine eigene Bibel – zum Beispiel mit Illustrationen von Chagall – die als lebenslanger Begleiter fungieren mag (allerdings sollten Sie sich dann mit den anderen Schenkern absprechen, damit nicht am Ende fünf Exemplare auf dem Gabentisch landen).