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Kolumbianisches Bosal - Wissenswertes über gebisslose Zäumungen

Ein kolumbianisches Bosal ist eine von mehreren gebisslosen Zäumungen. Es ist grade bei Wanderreitern sehr beliebt, im Sport nicht immer erlaubt und in ungeübter Hand nicht unbedingt schonender für das Pferd als eine Trense mit Gebiss.

Das Bosal gibt es in verschiedenen Ausführungen.
Das Bosal gibt es in verschiedenen Ausführungen.

Kolumbianisches Bosal - Aufbau und Material der Zäumung im Überblick

  1. Diese Art von Zäumung besteht aus zwei Teilen. Zum einen aus dem Kinnstück - auch Barbada genannt - und zum anderen aus dem Nasenstück, dem eigentlichen Bosal.
  2. Es gibt viele verschiedene Ausführungen der einzelnen Teile, welche man nach Belieben zusammenstellen und kombinieren kann.
  3. Auch das Material, aus dem diese Zäumung gefertigt werden kann, ist variabel. So gibt es beispielsweise Ausführungen aus Glattleder, aus Nylon, aus Metall oder unbehandeltem Leder. Die Dicke des Materials kann hier auch frei gewählt werden. Manche Reiter finden einen relativ dünnen Riemen als Nasenstück schön, andere benötigen eher etwas Breiteres, Halfterähnliches für ihr Pferd.
  4. Je dicker und härter das Material jedoch ist, desto schärfer wird auch die Einwirkung auf das Pferd.
  5. Das Bosal kann mit ein oder zwei Zügelpaaren verwendet werden, wobei eins der Paare für die Richtungsweisung und eins für die Hebelwirkung genutzt wird.

Wirkung vom Bosal und anderen gebisslosen Zäumungen einfach erklärt

  • Es gibt bei den gebisslosen Zäumungen den Unterschied zwischen diesen, die eine Hebelwirkung auf Genick und Nase haben, und denen, die eben diese Wirkung nicht haben.
  • Bei denen, die eben diese Hebelwirkung besitzen, ist eine vorsichtige und feinfühlige Reiterhand gefragt. Da die Pferde, die mit dieser Zäumung geritten werden, keine Chance haben, dem Druck zu entgehen, muss der Reiter hier doppelt vorsichtig sein. Der Unterschied zwischen Bosal und normaler Trense liegt hier darin, dass das Pferd dem Druck, der über den Zügel erfolgt, nicht durch Nachgeben im Maul entkommen kann, da halt kein Gebiss genutzt wird. Der Druck wird nur auf Nasenrücken und Genick - ggf. noch auf das Kinn - geleitet.
  • Einen durchgehenden Druck auf Nase und/oder Genick sollte man vermeiden. Denn Pferde blenden durchgängigen Druck manchmal einfach aus, daraus könnte sich ein Kräftemessen entwickeln, was weder Reiter noch Pferd etwas nützt.
  • Ein kolumbianisches Reithalfter und auch andere gebisslose Zäumungen eignen sich gut für Pferde, die sehr feinfühlig im Maul sind oder im oder am Maul eine Verletzung haben und dementsprechend kein Gebiss aufnehmen sollen.
  • Außerdem wird es gern für die Jungpferdeausbildung oder Wanderritte genutzt, da die Pferde beim Wanderritt zum Fressen nicht abgetrenst werden müssen.

Wer eine gebisslose Zäumung als Alternative zur sehr scharfen Kandare ausprobieren möchte, der sollte ein kolumbianisches ausprobieren. Seien Sie nur vorsichtig mit der Reiterhand, sonst kann die vermeintlich sanftere Zäumung auch schnell die falsche Wirkung erzielen.

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