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Königsheil - Definition

Zur Zeit des Mittelalters nimmt das Königsheil eine zentrale Rolle ein, ist es doch die Legitimation für die sakrale Herrschaft des Königs.

Das Königsheil war die Herrschaftslegitimation im Mittelalter.
Das Königsheil war die Herrschaftslegitimation im Mittelalter. © Thomas_Max_Müller / Pixelio

Die Definition des Begriffs

  1. Das Königsheil stellt die Herrschaftslegitimation dar, da nur der König sein kann, der das Heil besitzt.
  2. Das Heil wiederum kann durch besondere Fähigkeiten, Glück und vor allem Charisma beschrieben werden.
  3. Das Königsheil wird auch oft mit dem Charisma beschrieben, das ebenso wenig greifbar ist, aber notwendig für einen König. 
  4. Oft verstand man das Königsheil als die magischen Kräfte eines Königs, in Wahrheit wird nur eine Übernatürlichkeit und göttliche Gabe damit verbunden.

Die Bedeutung des Königsheils

Im frühen Mittelalter waren die Menschen im Frankenreich stark von Glauben und Aberglauben beeinflusst.

  • So wurde beispielsweise dem König eine Art übernatürliche und wundersame Macht zugeschrieben. Ihm wurde nachgesagt, er könne heilen und Wunder vollbringen. So wurde der König für reiche Ernten ebenso verantwortlich gemacht, wie für Kriegserfolge und Fruchtbarkeit innerhalb der Stämme. Der König wurde von der Bevölkerung deshalb als eine Art Heiliger bzw. Magier verehrt.
  • König zu sein bedeutete nicht nur, Herrscher zu sein und somit eine Position einzunehmen, sondern ein König ging seiner göttlichen Bestimmung nach, er war fast eine Art Gott.
  • Somit war sein Herrschaftsanspruch unangefochten und der König stützte seine Macht auf das Königsheil, das die Legitimation des sakralen Herrschertums darstellte.
  • Ein König konnte somit nicht einfach abgesetzt oder gewählt werden, sondern musste einem bestimmten Herrschergeschlecht entstammen, welches das Königsheil von Generation zu Generation weitervererbt hat.
  • Der König stand somit auch über der Bevölkerung, direkt unter Gott (oder den Göttern, wie im frühen Mittelalter noch der Glaube war).
  • Besonders wichtig war das Königsheil im frühen Mittelalter unter der Herrschaft der Merowinger. Diese verbanden das Königsheil und die damit einhergehenden Fähigkeiten mit ihrem langen Haar und somit war es den Karolingern möglich, ihnen die Herrschaftsgrundlage durch das Abrasieren der Haare zu entziehen.
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