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Knochenbruch - die Heilung läuft so ab

Der Knochen bricht. Nach dem Röntgen wird er eingegipst und ist nach einigen Wochen verheilt und wieder belastbar. So einfach wie es scheint, ist die Heilung eines Knochenbruchs aber nicht. Haben Sie sich schon einmal gefragt, was passiert, während Ihr Knochen heilt?

Der Gips unterstützt die Heilung.
Der Gips unterstützt die Heilung.

Heilung der Fraktur

Wenn Sie sich einen Knochen gebrochen haben, kommt es auf die Art des Bruches an, wie Ihr Knochen verheilen wird. Auch die medizinische Versorgung, die Ihnen ermöglicht wird, spielt eine Rolle bei der Art der Heilung.

Man unterscheidet bei einem Knochenbruch die primäre von der sekundären Knochenheilung.

  • Die primäre Knochenheilung findet dann statt, wenn Ihr Knochenbruch möglichst schnell nach der Fraktur versorgt wird und die Knochenenden eng und unbeweglich fixiert werden. Werden Implantate bei einer Operation eingesetzt, ist dies im Allgemeinen der Fall.
  • Heilt Ihr Knochen primär, kommt es nicht zu einer äußeren Kallusbildung. Kallus ist neu gebildetes Knochengewebe, welches der Organismus bildet, um einen Spalt zu überbrücken.
  • Im Knocheninneren befinden sich Knochenbälkchen, die ein schwammartiges Gerüst ergeben. Bei langen Knochen, wie zum Beispiel dem Oberschenkelknochen, liegt im Inneren außerdem das Knochenmark in der Markhöhle. An den Knochenbälkchen lagert sich neues Knochengewebe an. In den meisten Fällen entsteht in der Markhöhle Kallus. Die zusammengesetzten Bruchenden verwachsenen miteinander; allerdings ist dieses neue Knochengewebe minderwertig. Im Laufe der folgenden zwei Monate nach dem Bruch wird es durch hochwertiges belastbares Knochengewebe ersetzt.
  • Ist Ihr Knochen zertrümmert oder kann aus anderen Gründen nicht gut fixiert werden, kommt es zur sogenannten sekundären Knochenheilung.
  • Hierbei entsteht aufgrund von austretendem Blut eine Entzündung. Verschiedene Stoffe werden daraufhin frei gesetzt, und es bildet sich an der Bruchstelle eine Narbe. Die Narbe besteht aus minderwertigem Bindegewebe, ist nicht belastbar, sorgt allerdings für eine Verbindung der Knochen. Hier wandern jetzt Knorpel bildende Zellen ein, die Faserknorpel bilden. Knochen aufbauende Zellen bauen den Faserknorpel im Laufe der nächsten Wochen in Knochen um.
  • Man spricht bei einem so entstandenen Knochen von Kallus, der in der Belastbarkeit noch nicht an herkömmliche Knochen heranreicht. Im Laufe der Zeit wird der Kallus aber durch hochwertiges Knochengewebe ersetzt.
  • Bis Ihr Knochen aber komplett ausgeheilt ist, kann bis zu einem Jahr vergehen.

Knochenbruch schnell versorgen

  • Wie Sie sehen, ist es wichtig, dass ein Knochenbruch möglichst schnell behandelt wird, damit die Heilung stattfinden kann.
  • Kommen Sie als Ersthelfer an eine Unfallstelle, kann es daher hilfreich sein, zu wissen, woran man einen Knochenbruch erkennt, sodass dies unter Umständen der Leitstelle mitgeteilt werden kann.
  • Bei größeren Knochen wie an den Armen oder Beinen können Sie einen Knochenbruch oft gut erkennen, wenn die betroffene Person ein T-Shirt oder kurze Hosen trägt.
  • Wie bei vielen Verletzungen sehen Sie wahrscheinlich, dass die schmerzende Stelle geschwollen und gerötet ist. Vielleicht ist sie auch blau verfärbt. Wahrscheinlich kann Arm oder Bein schwer oder gar nicht bewegt werden. Diese Zeichen garantieren aber keinen Knochenbruch.
  • Sicher können Sie aber davon ausgehen, wenn Fuß oder Hand in die falsche Richtung zeigt oder sich Stufen in den Extremitäten gebildet haben. Manchmal kommt es auch vor, dass der Knochen die Haut durchstößt und nach außen sichtbar wird. Eventuell hören Sie bei Bewegungen ein Knirschen, welches entsteht, wenn die Knochenenden aufeinander reiben.
  • Bewegen Sie aber auf keinen Fall gebrochenen Knochen, da es darum gilt, Schmerzen zu vermeiden. Diese Aufgabe übernimmt der Rettungsdienst.
  • Auch wenn keine Zeichen vorliegen, die sicher auf einen Knochenbruch hindeuten, sollten Sie auf einen Arztbesuch beziehungsweise Röntgen drängen, damit die Heilung möglichst ohne Komplikationen stattfindet.
  • Bei einem nicht behandelten Knochenbruch kann es unter anderem zu Embolien durch austretendes Fett kommen, verletzte Nerven bleiben unbehandelt oder Gewebe stirbt ab. Auch ein Schock mit weitreichenden Folgen ist möglich, wenn nicht entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
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